Willkommen im Rhein-Blog, dem Medien-Blog der LfM
An dieser Stelle veröffentlichen wir Gedanken und Meinungen aus der LfM zu Medienthemen.
10. Januar 2010
Dr. Jürgen Brautmeier, Stellvertreter des LfM-Direktors,
über Wanderungsbewegungen
von analog zu digital und zur Frage, wer die wahren Pioniere sind

Als Historiker weiß ich, dass Wanderungsbewegungen immer sowohl etwas mit Druck- als auch mit Zugfaktoren zu tun haben. Politische und religiöse Unterdrückung, Überbevölkerung, Missernten und Hungersnöte waren zum Beispiel so drückend, dass im 19. Jahrhundert mehr als fünf Millionen Deutsche ihrer Heimat den Rücken kehrten und nach Nordamerika auswanderten. Politische und religiöse Freiheit, billiges Land und positive Schilderungen bereits vorher ausgewanderter Bekannter und Verwandter klangen so verlockend, dass der Aufbruch in die neue Welt zu einem Massenphänomen wurde.
24. November 2009
LfM-Direktor Norbert Schneider stellt angesichts von Günther Jauch und Frank Schirrmacher die Frage, ob Information nur noch im Gewand der Unterhaltung eine Chance hat? Und wenn ja, was daran schlimm wäre...

Und plötzlich hat es sich dann doch gelohnt. Diesmal ging es nicht um die Gefühle seiner Gäste im Anblick von diesem oder jenem, für die sich Reinhold Beckmann notorisch interessiert, und die auszudrücken, wie die Erfahrung zeigt, fast immer zu Schwulst und Schwurbel führen. Schirrmacher und Jauch, so als hätten sie seit Jahren die Talkshow „Schirrmacher und Jauch“ betrieben, unterhalten sich, so produktiv wie entspannt, über eines der scheinbar absolut talkshowresistenten Themen, über die Digitalisierung, und was sie mit den Menschen macht. Schirrmacher ist, wofür er immer schon einen siebten Sinn hatte, zuständig für die Thematik, Jauch, was er immer schon am besten konnte, für die Menschen. Und Beckmann fragt dann zwar auch noch, aber eher, um zu zeigen: Leute, das ist doch meine Sendung!
2. November 2009
LfM-Direktor Norbert Schneider über Richard David Precht und den "Kitt, der alles zusammenhält"

Richard David Precht, ein vielbeschäftigter Publizist mit Philosophiehintergrund, hat uns kürzlich bei den Münchener Medientagen daran erinnert, was wir natürlich wissen, aber - Integrationsrundfunk hin oder her - leicht vergessen: dass die Gesellschaft (so wie früher ein Fenster) einen "Kitt" braucht, der das Ganze, also Rahmen und Glas, zusammenhält. In München dachte Precht dabei an die Massenmedien, was für einen Philosophen unter dem Gesichtspunkt der selbst gewählten Rufschädigung nicht ungefährlich ist, weil Fernsehen in seinen verschiedenen Verlaufsformen ja doch diejenigen, die mit ihm in Berührung kommen, wie man weiß, kontaminiert, kulturell deklassiert, outcastet. Gerade Wissenschaftler, die auf sich halten und denen jede Art von Masochismus fremd ist, lassen ja gerne durchblicken, dass sie noch immer ein Schwarz-Weiß-Gerät haben und so gut wie gar nicht...
21. September 2009
Licht aus! Spot an! – Oder: Macht Golfen froh?
Rainer Smits, Referent für Werbung/Medienkompetenz in der LfM, zu Schleichwerbevorwürfen (Haribo) gegen den SWR

Es war einmal ein Golfturnier, bei dem Geld zu sammeln war für die Stiftung eines ehemals Fußball spielenden, trainierenden, präsidierenden, kommentierenden und eben auch golfenden Prominenten.
Es war einmal ein Süßwarenhersteller, nennen wir ihn Ha.Ri. aus BO, der seinen Golfplatz für dieses Benefizturnier zur Verfügung gestellt und, weil über Gutes gut geredet werden soll, einem ARD-Sender eine Live-Übertragung gegen eine Teilkos-tenübernahme angedient haben soll.
9. September 2009
Armin Loos, Bereichsleiter Technik in der LfM, über den HD-TV-Hype auf der IFA

In aller Auge – nahezu alle neuen TV-Bildschirme sind mittlerweile HD-TV-tauglich; können
also Bilder mit hoher Auflösung wiedergeben. Ein eingebauter HDTV-Empfänger ist bisher noch selten, man muss
zum Empfang von HDTV-Fernsehsignalen also in den meisten Fällen eine HDTV-Set-Top-Box erwerben. Wer jetzt ein
Gerät neu kauft, möchte sich auf die Zukunft vorbereiten, in der öffentlich-rechtliche und private Programme
auch in HDTV-Qualität ausgestrahlt werden – z. Z. gibt es nur ein sehr eingeschränktes Angebot. Das aber soll
sich bald ändern. Ab den Winterspielen in Vancouver Anfang nächsten Jahres beginnen ARD und ZDF mit regelmäßigen
HDTV-Sendungen über Satellit. Private Programmveranstalter beginnen bereits voraussichtlich im November mit der
parallelen HDTV-Ausstrahlung über zusätzliche Kanäle.
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31. August 2009
LfM-Direktor Norbert Schneider über den Fall Heinze und was der ARD-Videotext damit (nicht) zu tun hat

Für einen groben Überblick über dies und jenes aus dem deutschen Mediengeschehen, Wichtiges ebenso wie Skurriles,
leistet mir der Videotext der ARD, Seite 410 folgende, gute Dienste. Zwar erschließt sich mir bis heute nicht so recht, nach welchen
allgemeinen Kriterien dies oder jenes dort seinen Platz findet und wie lange es dann stehen bleibt. Aber ich habe mich längst daran
gewöhnt, dass ich dort eher von den großen Erfolgen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks am Wochenende lese, wenn etwa ein Tatort-Kommissar
Rosamunde Pilcher geschlagen hat (was die Quote betrifft!). Es ist ja der Videotext der ARD und nicht des VPRT.
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12. August 2009
LfM-Direktor Norbert Schneider über den Fußball-Overkill im Fernsehen am Wochenende

Ein Kirchenrat der Evangelischen Kirche im Rheinland hat in diesen
Tagen die Ausdehnung der Übertragungen von Fußballspielen am Wochenende mit der
Begründung kritisiert, darunter werde das Miteinander in der Familien leiden, "wenn
fußballbegeisterte Väter jetzt fast das komplette Wochenende vor dem Fernseher sitzen".
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29. Juni 2009
LfM-Direktor Norbert Schneider über Nebentätigkeiten bekannter TV-Gesichter

Das Medienmagazin Zapp hat sich kürzlich mit den Nebeneinkünften
von Fernsehprominenten, vor allem aus dem Bereich des
Moderierens befasst und damit, wie nicht anders zu erwarten,
eine rege öffentliche Diskussion ausgelöst. Diese Diskussion hat
allerdings kaum neue Gesichtspunkte hervorgebracht. Wie üblich
wird von strengeren Regeln gesprochen.
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19. Mai 2009
LfM-Direktor Norbert Schneider über das RTL-Format "Erwachsen auf Probe"

Es ist in diesen Tagen viel von dem neuen RTL-Format die Rede, in dem junge Leute Gelegenheit bekommen sollen, Erfahrungen
darüber zu sammeln, wie es sein könnte, wenn sie Vater oder Mutter wären. Dazu werden sie einige Zeit mit einem Baby verbringen, das eine
andere Familie gewissermaßen, wenn man das bei Babys so sagen kann, zur Verfügung gestellt hat. Schließlich verfügt sie ja auch sonst über das Babies.
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16. April 2009
Jürgen Brautmeier, Stellvertreter des LfM-Direktors, über den "Drei-Stufen-Test"

Das Thema "Drei-Stufen-Test" erregt in interessierten Kreisen auf europäischer wie auf nationaler
Ebene seit längerem reges Interesse. In Deutschland wird in bewährter Manier die Diskussion über das Für und das
Wider, über das Ob und das Wie, wieder einmal besonders engagiert, um nicht zu sagen, verbissen, geführt.
Auf europäischer Ebene wird diese deutsche Diskussion wie immer aufmerksam verfolgt, kann man sich doch
ziemlich sicher sein, dass das bewährte Spiel über die Brüsseler Bande, das wir uns in Rundfunkdingen angewöhnt haben,
die EU-Kommission noch zu Genüge beschäftigen wird.
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18. Februar 2009
Frauke Gerlach, Vorsitzende der LfM-Medienkommission, über die "Reporter ohne Grenzen"

Die Organisation "Reporter ohne Grenzen" (ROG) erhält in diesem Jahr die Karlsmedaille für die
Europäischen Medien, die "Médaille Charlemagne pour les Médias Européens". Ich freue mich sehr, dass wir in diesem
Jahr und zum ersten Mal eine bedeutende "Nichtregierungsorganisation" in Aachen auszeichnen. Die Arbeit von "Reporter
ohne Grenzen" ist äußerst aktuell. Leider muss man sagen.
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30. Januar 2009
Peter Widlok, Sprecher der LfM, über Interviews und die geplante "Grimme Preis"-Verleihung an Claus Kleber und Marietta Slomka

Erinnert sich noch jemand an Sarah Palin? Als zunächst massenattraktive Politik-Wunderwaffe kam
sie im Herbst 2008 im Gefolge von John McCain daher, bis sie in einem CBS-Interview auf die Journalistin
Katie Couric traf. Frau Couric stellte, sehr gut vorbereitet und konzentriert, drei Fragen an Sarah Palin und
hakte einmal höflich, aber bestimmt nach.
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16. Dezember 2008
LfM-Direktor Norbert Schneider - Debatte über Suizid-TV: Kann ein Mensch auf die Menschenwürde verzichten?

Die Würde eines Menschen ist verletzt, wenn wesentliche Momente des Menschseins, das, was
den Menschen zum Menschen macht, verletzt, was in der Regel heißt: dem Zugriff Dritter wehrlos ausgeliefert
sind. Zu diesen Wesentlichkeiten gehören zum Beispiel die körperliche Unversehrtheit, ein Kernbereich von
Privatheit, das Gefühl der Scham.
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28. November 2008
Frauke Gerlach, Vorsitzende der LfM-Medienkommission, zur Frage, was sich in Zeiten des Internet für die Medienaufsicht ändern wird

Die Arbeit der Medienkommission verändert sich gravierend aufgrund der Tatsache, dass sich der
Aufsichtsgegenstand gewandelt hat. Die technische Entwicklung ist dynamisch. Akteure wie Fernsehveranstalter,
Plattformbetreiber und Verleger formieren sich neu. Konzentrationsprozesse deuten sich an, es ist aber noch
nicht erkennbar, wer wirtschaftlich erfolgreich sein wird.
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29. Oktober 2008
Welcher Typ sind Sie? Ein "Digital native" oder ein "Digital immigrant"?
Dr. Jürgen Brautmeier, Stellvertreter des LfM-Direktors, über den homo digitalensis

Was wir in den letzten Jahren an Veränderungen im Medienbereich miterlebt haben, welche durch die
Digitalisierung verursacht worden sind, ist enorm. Da hat sich etwas ereignet, das wir als Zeitzeugen eher
beobachten, aber nicht so recht gestalten können. Die Gestalter und Veränderer sind die Ureinwohner von
Digitalien. Wer die Ureinwohner von Digitalien sind? Neudeutsch werden sie als "Digital natives" bezeichnet, als
alter Lateiner würde ich vom Homo digitalensis sprechen wollen - gemeint sind die nach dem Jahr 1980 Geborenen,
die mit dem Internet aufgewachsen sind und sich deshalb ihren Vorfahren in manchen Belangen überlegen zeigen,
Belangen, die für das Überleben wichtig sind. A propos homo digitalensis: Hat nicht auch der Homo sapiens den
Neandertaler abgelöst?
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13. Oktober 2008
Stefan Grüll über den Eklat beim Deutschen Fernsehpreis: "Gummibärchen herzt Zahnlücke"

Gewöhnlich gestotterte Worte gekonnt gerührter Gewinner, präsentiert
in traditionell geschmacksreduzierter Kulisse des Ossendorfer Ochsenstadls.
Das jährliche Eitelkeitshochamt an der Peripherie der Domstadt, wenn die
Grössen und Möchtegerngrossen der nationalen TV-Maschinerie die Höhen
und unendlichen Tiefen ihres Programmausstosses zelebrieren. Die kafkaeske Harmonieinszenierung
einer überwiegend von Missgunst geprägten Branche; garniert mit geistig
kalorienreduzierten Unterhaltungshäppchen einer omnipräsenten TV-Kochmafia.
Lafer-Lichter-Lächerlich.
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2. Oktober 2008
LfM-Direktor Norbert Schneider zur Frage, warum die Debatte über künftige Strukturen bei digitalen Medien die wichtigere Debatte über Programme und Inhalte überlagert.

Seit die Digitalisierung der Medien Stück für Stück Wirklichkeit
wird, etwa in Gestalt von DVB-T, etwa als mobiles Telefon, mit dem man nur noch
unter anderem auch telefonieren kann, etwa in der besseren Nutzung von Frequenzen
(Stichwort: digitale Dividende) - seit diesen und vielen andern konkreten Entwicklungen
hat sich das Interesse der Beobachter und Betreiber mehr und mehr auf die Strukturen
konzentriert, in denen das alles seinen Platz finden soll, auf die Rahmenbedingungen
für die Geschäftsmodelle, auf die Frage, wie die einzelnen Bereiche
zusammenwachsen, auf die neuen Verteilsysteme, auf Plattformen und Portale.
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11. September 2008
Antje vom Berg, Referentin der LfM für Forschung und Medienkompetenz, über Podknast – Gedanken zum Jugendarrest

Mit medienpädagogischen Projekten ist auch immer der Versuch verbunden,
so genannte sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche zu erreichen. Klassische Konzepte
funktionieren hierbei jedoch nur selten. Andere Wege sind notwendig, um Zugang zu diesen
häufig schwer erreichbaren Zielgruppen zu erhalten. Mit dem Projekt „Podknast“ versucht die
LfM einen solchen anderen Weg zu beschreiten. Dieses Modellprojekt, das in der Jugendarrestanstalt
(JAA) Düsseldorf mit Unterstützung des Justizministeriums NRW und der LfM umgesetzt wird,
verfolgt den Ansatz, Podcasts mit Jugendlichen im Arrest zu produzieren (www.podknast.de).
Ich folgte der Einladung von Anstaltsleiter Edwin Pütz, der gemeinsam mit Rechtsanwalt Marc
Quandel das innovative Projekt konzipiert hat und nun umsetzt, mir die Produktion vor Ort
anzuschauen. Es war ein nachhaltiges Erlebnis.
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28. August 2008
LfM-Direktor Norbert Schneider über den virtuellen Pranger RottenNeighbor und die begrüßenswerte Schritte von Google. Nachtarockt.

Irgendwas macht man immer falsch. Wenn ich mich wegen RottenNeighbor an Google
Deutschland wende, übrigens mit einer höflich formulierten Bitte,
zu prüfen, ob sich diese Verletzung von Art 5 GG nicht beseitigen ließe,
dann lese ich: Rätselhaft - warum schreibt er nicht an RottenNeighbor nach
Santa Barbara? Hätte ich das aber getan, hätten dieselben Kritiker
mit vor Fürsorge triefender Stimme festgestellt, dass der Mann doch mindestens
so naiv sei wie Santa Barbara weit ist. Wie will er denn, so hätte ich
mich belehren lassen müssen, von denen eine Antwort bekommen? Das sind
doch Briefe ohne Empfänger! Weiterlesen
15. August 2008
Andreas Schmidt, Referent in der LfM im Bereich Aufsicht und selbst ehemaliger Olympia-Schwimmer, über olympische (Schwimm-)Gedanken

Die Olympischen Spiele in Peking 2008 sind derzeit das Gesprächsthema
nicht nur für Sportinteressierte, so auch im Kollegenkreis der LfM. Als
ehemaliger Olympiateilnehmer im Schwimmen 1976 in Montréal, 1984 in Los
Angeles sowie Mitglied der Deutschen Olympiamannschaft 1980 (durch einen bitteren
Boykott wurde die Teilnahme verhindert) werden in diesen Tagen viele Erinnerungen
lebendig. Weiterlesen
06. August 2008
Thomas Fritz, Mitarbeiter der Gemeinsamen Stelle Programm, Werbung und Medienkompetenz in der LfM, über Abkürzungen bei der Medienaufsicht

Ohne ordentliche Abkürzung geht heutzutage gar nichts! Jeder, der sich schon mal auf
dem Parkett der Landesmedienanstalten bewegt hat, weiß das natürlich. Da gibt es die BLM, das sind
die Bayern, oder die MA HSH, das ist der Zusammenschluss aus den Medienanstalten Hamburg und
Schleswig Holstein. Nicht zu vergessen natürlich die LfM, die LMK, die LfK, die mabb, die LMS,
die SLM, die TLM, die LRZ, die NLM, die MSA, die LPR Hessen und die brema. Dabei sind das noch die
leichteren Abkürzungen. Denn schließlich gibt es auch noch die DLM, das ist die Direktorenkonferenz
der Landesmedienanstalten, die wiederum zur ALM, der Arbeitsgemeinschaft der Landesmedienanstalten,
gehört. Weiterlesen
22. Juli 2008
Dagmar A. Rose, Referentin für Veranstaltungen und Öffentlichkeitsarbeit, zur Frage: Kann man Cookies essen? - oder wie medienkompetent sind Jugendliche wirklich?

Meine Patenkinder können sich selbst beim Vortrag der Weihnachtsgeschichte nicht von
Ihrem Nintendo DS trennen, der vierjährige Sohn meines Kollegen verlangt vehement nach einem eigenem
Handy, und die Jugendlichen in meinem Umfeld verbringen täglich ein paar Stunden mit Chatten, Surfen
und Online-Spielen vor dem eigenen PC. Das alles vermittelt mir den Eindruck: "Hey, die kennen sich
aus, die sind fit im Umgang mit den neuen Medien."
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8. Juli 2008
Natalie Pouralikhan, Geschäftsführerin Gemeinsame Stelle Programm und Werbung, über den Verdacht, Radiosender hätten gegen Bezahlung PR-Beiträge des Gesundheitsministeriums ausgestrahlt.

Die ARD-Sendung "Report Mainz" hat am 7. Juli über PR-Aktivitäten des
Bundesgesundheitsministeriums berichtet. Danach hat eine PR-Agentur für das Ministerium sendefähige
Hörfunkberichte produziert und verbreitet. Adressaten: Radiostationen in Deutschland. Die vorproduzierten
Beiträge, u. a. zum Themen wie Reha-Maßnahmen und der neue Hausarzttarif, enthielten O-Töne und Statements
von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt und konnten mit Hilfe eines ebenfalls zugelieferten Moderationstextes
in das redaktionelle Programm eingespielt werden.
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26. Juni 2008
Dilek Akinci, Referentin des EU-Projektes "klicksafe" in der LfM, zum Medienhype rund um das Halbfinalspiel Deutschland - Türkei

Dostluk kazandi/die Freundschaft hat gesiegt
Noch nie wurde die deutschtürkische Freundschaft so heraufbeschworen wie
in den letzten Tagen vor dem ersten EM-Halbfinale. Die Fans erwarteten spannungsgeladen
die fast schon als Finalspiel empfundene Begegnung zwischen Deutschland und
der Türkei. Kaum jemand, der nicht ein Statement zu dem bevorstehenden Fußballereignis
abgab. Politiker (fast) jeglicher Couleur überschlugen sich mit Aussagen
wie "Fußball bietet eine exzellente Möglichkeit, um Vorurteile
abzubauen, Integration zu fördern und gemeinsam zu feiern" (Wolfgang
Schäuble, CDU) oder "Ich hoffe, dass sich alle freuen und dass es
nicht zu irgendwelchen Feindseligkeiten kommt" (Gesine Schwan, SPD). Die
Angst vor Ausschreitungen war in diesen Aussagen spürbar, aber auch die
Hoffnung, dass es ein friedliches Fußballfest werden würde, "bei dem Deutsche
und Türken nur gewinnen können" (Ertan Taskiran, DTV-Vorsitzender
Deutsch-Türkisches Forum).
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11. Juni 2008
Jürgen Brautmeier, Stellvertreter des LfM-Direktors und EPRA-Vorstand, über seine Erfahrungen mit der EU-Wettbewerbsbehörde

Neelie Kroes, die Wettbewerbskommissarin der EU-Kommission, hat auf dem 20. medienforum.nrw (auf dem Panel "Medienregulierung in Europa") gesprochen. Dabei verteidigte sie ihre Politik gegen Kritik aus Deutschland und sagte, sie und ihre Behörde hätten bei der Bewertung wettbewerbsrelevanter Anfragen zwei zentrale Grundsätze: Transparenz und eine unvoreingenommene Gesprächsbereitschaft. Jürgen Brautmeier, der als "Senior Vice-Chairman" der Arbeitsgemeinschaft der Europäischen Medienanstalten (EPRA) Teilnehmer des Panels war, kommentiert:
Mir geht bei der Diskussion, die wir hier führen und bei dem, was wir von Frau Kroes gehört haben - nämlich dass Medien mehr
als reines Business seien - der Satz nicht aus dem Kopf: "Die Botschaft hör´ ich wohl, allein mir fehlt der Glaube".
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24. Mai 2008
LfM-Direktor Norbert Schneider über den "Wert der Medien" - Thema des diesjährigen medienforum.nrw

Das Thema, das sich das Medienforum 2008 gegeben hat - Vom Wert der Medien - spielt mit
der Mehrdeutigkeit des Wortes Wert. Es will die kontroverse Debatte über die Beziehung von zwei ganz
unterschiedlichen Standpunkten führen, zwei Standpunkten, die sich am liebsten nicht zur Kenntnis nähmen,
wäre da nicht der ärgerliche Umstand, dass sie sich beide für die Medien und ihre Wirkung interessieren,
wenn auch auf unterschiedliche Weise, die einen für die kassenwirksamen und die andern für die
gesellschaftlichen Wirkungen.
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12. Mai 2008
LfM-Europareferent Philip Pamme über den europäischen Dschungel

Sicherlich, es gibt viele negative Assoziationen, die der Bürger mit der Europäischen Union (EU) verbindet.
Da heißt es unter anderem, die EU sei "bürokratisch, technokratisch, ausschließlich marktwirtschaftlich orientiert, bürgerfremd, kompliziert, institutionalisiert, elitär, unüberschaubar, kurzum: ein politischer Dschungel!"
Diese kritischen Töne sind auch durchaus berechtigt. Viele Entscheidungen
der EU werden von den Mitgliedstaaten und deren Entscheidungsträgern mit
Skepsis und Missfallen beobachtet.
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2. Mai 2008
LfM-Direktor Norbert Schneider über die Entwicklung von Tageszeitungen zu "Medienhäusern" oder: Warum ist es so notwendig, ein neues Konzentrationsrecht zu entwickeln, das vorherrschende Meinungsmacht dort bekämpft, wo sie heute und morgen zu finden sein wird?

Wenn es in einem Punkt nicht nur Prophezeiungen, sondern Gewissheiten gibt, dann in der
Erwartung, dass die alten Frontlinien nicht zukunftstauglich sind. Unter alten Frontlinien verstehe ich
sowohl die Linie, die innerhalb des dualen Rundfunksystems zwischen öffentlich-rechtlich und privat
über Jahrzehnte als eine rote Linie verstanden worden ist. Ich verstehe darunter auch die
säuberliche Trennung zwischen einer schwach regulierten Presse und einem sehr viel stärker
regulierten Rundfunk. Die Schlachtgesänge, die auf diesem Feld mit dieser Linie derzeit noch
angestimmt werden, sind, wenn man das von Gesängen überhaupt sagen darf, rückwärts
gewandt. Weiterlesen
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