Campus-Rundfunk
In Nordrhein-Westfalen bestehen seit Mitte 1995 die rechtlichen Voraussetzungen, Campus-Rundfunk zu veranstalten.
Campus-Fernsehen
Im Bereich Fernsehen ging das Institut für Journalistik der Universität Dortmund als Träger des ersten nordrhein-westfälischen Campus-TVs im Mai 1998 mit dem 30-minütigen Magazin "do1 – universelles Stadtfernsehen" im Dortmunder Kabelnetz auf Sendung. Das Hochschulfernsehen nutzte den Kabelkanal gemeinsam mit dem Offenen Kanal Dortmund. Im Jahr 2004 fusionierten das Bürger- und das Universitätsfernsehen: Es entstand das gemeinsame Programm "floriantv" des Ausbildungs- und Erprobungskanals NRW, welches von der LfM im Rahmen des Landesmediengesetzes NRW gefördert wird.
Campus-Radio
Im November 1997 ging in Bochum mit CT - das Radio der erste Campus-Radio-Sender auf einer eigenen terrestrischen Frequenz an den Start. Seitdem hat sich einiges getan: In Nordrhein-Westfalen ist inzwischen eine überaus lebendige und vielfältige Hochschulradio-Landschaft mit 14 Campus-Radios an dreizehn Hochschulstandorten entstanden, die in der Bundesrepublik ihresgleichen sucht.
Im April bzw. Oktober 1999 starteten die Campus-Radios eldoradio* in Dortmund und Radio Q in Münster ihren Sendebetrieb auf eigener Frequenz; hochschulradio düsseldorf folgte im Mai 2000, HERTZ 87,9 aus Bielefeld im Dezember desselben Jahres. Seit Januar 2002 ist kölncampus live dabei. Im Jahre 2005 nahmen weitere Campus-Radios in NRW den Sendebetrieb auf: Im April 2005 startete Radio Triquency (Lippe und Höxter), im Juli folgten die Campus-Radios in Bonn. Zunächst teilten sich dort sechs Campus-Radios eine Frequenz. Mit der Verlängerung der Lizenz im Jahre 2009 schlossen sich die sechs Campus-Radios (jeweils drei) zu den zwei Campus-Radios bonncampus 96,8 und RADIO 96 ACHT Bonn zusammen. Im November 2005 begann der Live-Sendebetrieb für CampusFM (Essen-Duisburg). Der Sendestart von Hochschulradio Aachen erfolgte im November 2006. Im Dezember 2006 wurde das Campus-Radio Radio Sirup (Siegen) lizenziert. Radio Sirup ging am 25. April 2007 auf Sendung. Darüber hinaus haben zwei weitere Campus-Radio-Initiativen – L’UniCo aus Paderborn und radioFH! aus Meschede – eine Lizenz erhalten. Der Sendestart von L’UniCo und radioFH! erfolgt im November 2009. Ein Ende der Entwicklung ist trotz erschwerter Studienbedingungen (Studiengebühren; kürzeren Studienzeiten) immer noch nicht abzusehen.
In der Regel strahlen die Campus-Radios ein drei bis zehnstündiges "Live-moderiertes" Programm aus. Dazu werden vorproduzierte Spezialsendungen (Talk-, Musik-, Sondersendungen z. B. zu den Studentenwahlen etc.) ausgestrahlt. In der restlichen Sendezeit werden automatisierte Sendeschleifen eingesetzt, die vorproduzierte Campus-Radio-Programmelemente beinhalten. Weiterhin werden von einzelnen Campus-Radios Sendungen vom öffentlichen-rechtlichen Rundfunk, die einen inhaltlichen Bezug zum Thema Hochschule haben: z. B. "Campus & Karriere" vom Deutschlandfunk und "Leonardo" vom WDR, sowie die Nachrichten vom Deutschlandfunk übernommen.
Viele Studentinnen und Studenten nutzen ihre Mitarbeit beim Hochschulfunk, um sich im Bereich des journalistischen Handwerks, etwa bei der Produktion von Beiträgen oder in der Live-Moderation, zu qualifizieren. Doch die Möglichkeiten der Qualifizierung, die ein Campus-Radio bietet, gehen weit über die reine Aneignung technischer Fertigkeiten hinaus. Neben der Radioarbeit im engeren Sinne werden Kompetenzen in vielen Bereichen erworben: bei der Büroorganisation und im Redaktionsmanagement, bei der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, der Pflege des Internetauftritts, beim Erstellen von Musikablaufplänen oder der Kontaktpflege zur Musikindustrie – um nur einige Beispiele zu nennen. Zahlreiche ehemalige Hochschulfunker sind heute längst Arbeitnehmer privater und öffentlich-rechtlicher Rundfunkveranstalter oder in anderen Bereichen der Medienbranche tätig. Campus-Radio bietet aber mehr: die Möglichkeit, Verantwortung für ein eigenes Medium zu übernehmen, eigenständig eine Zielvorstellung dafür zu entwickeln und in diesem Rahmen neue Konzepte auszuprobieren. Dieser Prozess führt zu einer Aneignung von Medienkompetenz im Sinne einer kritischen und konstruktiven Auseinandersetzung mit dem eigenen Medium, seinen Aufgaben und Zielen und damit auch zu einer kritischen Reflexion der Funktion und Arbeitsweise von Medien im Allgemeinen. Hochschulradios schaffen außerdem den kreativen Freiraum für Experimente und Innovation.
Das Engagement der Campusfunker ist beachtenswert, denn neben der ehrenamtlichen Radioarbeit sorgen sie als Dozenten in Seminaren und Workshops auch noch für die Ausbildung des studentischen Nachwuchses. Aber auch viele ehemalige Hochschulfunker kehren immer wieder gerne an ihre alte Wirkungsstätte zurück und führen als Referenten Seminare für die Campus-Funkerinnen und Funker durch. Sie sind wichtige Multiplikatoren in der Qualifizierungsarbeit von Campus-Radios, die einen Beitrag zur Qualitätssicherung und Entwicklung von Campus-Radios in NRW leisten.
Die Campus-Radios in NRW haben sich als ein wichtiges Informationsmedium für die Studierenden und Hochschulangehörigen etablieren können. Mit innovativen Musikformaten fernab des "Mainstreams" werden die Campus-Radios mit einem unverwechselbaren Profil in der Radiolandschaft wahrgenommen. Somit tragen die Campus-Radios zur Medienvielfalt in NRW bei und leisten einen wichtigen Beitrag in der Vermittlung von Medienkompetenz.
Zur Übersichtskarte der Campus-Radios in NRW
Wichtige Infos, Adressen und Ansprechpartner:
Zurück zur Übersicht