Der Bürgerfunk in Nordrhein-Westfalen

Mikrofone, Kopfhörer und technische Ausstattung auf einem Schülerpult
Foto: © Uwe Völkner / FOX

Radio von Bürgern für Bürger, so einfach lässt sich das Prinzip des Bürgerfunks beschreiben. Die Überschriften lauten Partizipation, Qualifikation und Publikation.

Jeder hat die Chance, mithilfe des Massenmediums Radio seine eigene Meinung, sein eigenes Thema anderen Menschen nahezubringen, sie mitzunehmen und dafür zu interessieren.

Bürgerfunker nehmen am öffentlichen Diskurs teil, sie leisten einen Beitrag zur öffentlichen Meinungsbildung und setzen das im Artikel 5 des Grundgesetzes festgeschriebene Recht der freien Meinungsäußerung praktisch um.

Ziel: Die eigene Sendung

Es sind keine ausgebildeten Profis, die im Bürgerfunk Radio machen. Es sind Anfänger und Fortgeschrittene. Und so wie der Vortrag und die freie Rede gelernt werden kann, ist auch Radiomachen ein erlernbares Handwerk. Es gibt ein breites, praxisorientiertes Schulungsangebot für alle Interessenten, die Radio machen oder damit beginnen möchten.

Ziel ist es, die eigene Radiosendung über den nordrhein-westfälischen Lokalfunk auszustrahlen. Das Landesmediengesetz (§ 40a) gibt den zeitlichen Rahmen für den Bürgerfunk in Nordrhein-Westfalen vor. Er ist im Umfang von jeweils einer Stunde innerhalb der 44 privaten Programme des lokalen Hörfunks werktags zwischen 20.00 und 21.00 Uhr zu hören (an Sonn- und Feiertagen in dem Zeitfenster zwischen 19.00 und 21.00 Uhr). Darüber hinaus können die Lokalsender für Beiträge und Sendungen,
die im Rahmen von Schul- und Jugendprojekten entstehen, zusätzliche Sendezeiten in ihrem Programm bereitstellen.

Der gesetzliche Rahmen

Das Landesmediengesetz bestimmt die gesetzlichen Rahmenbedingungen für den Bürgerfunk. Zentrale Bestandteile dieser Regelungen sind die Partizipation, die Medienkompetenzförderung sowie die Aus- und Weiterbildung. Entsprechend zählen zu den durch das Landesmediengesetz genannten Eckpunkten des Bürgerfunks – neben der Festlegung einer landesweit einheitlichen Sendezeit – insbesondere:

• der Funktionsauftrag,
• die Förderung durch die LfM,
• der Nachweis der geeigneten Qualifizierung des Bürgerfunkers und
• junge Menschen (Schüler und Jugendliche) als besondere Zielgruppe.

"Der Bürgerfunk im lokalen Hörfunk dient dazu, das lokale Informationsangebot zu ergänzen und den Erwerb von Medienkompetenz, insbesondere von Schülerinnen und Schülern, zu ermöglichen und damit auch zur gesellschaftlichen Meinungsbildung beizutragen." (§ 40a LMG NRW)

Wer wann, wie und in welcher Form und zu welchen Bedingungen den Bürgerfunk in NRW nutzen darf, ist in der Nutzungssatzung beschrieben.

Satzungen und Antragsformulare zum Download