Meldung | 07.07.2016

Neue Online-Bühne für Bürgermedien

Auftaktveranstaltung: Kurs und Konzepte im Diskurs

Auftaktveranstaltung Bürgermedienplattform 4. Juli 2016 ©nrwision/TU Dortmund
Auftaktveranstaltung Bürgermedienplattform 4. Juli 2016 ©nrwision/TU Dortmund

Inhalte von Bürgerfernsehen, Bürgerfunk und Campus-Rundfunk in Nordrhein-Westfalen werden künftig zusätzlich auf einer gemeinsamen Internetplattform präsentiert. So sollen neue Darstellungsformen ermöglicht, weitere Zielgruppen erreicht und ergänzende Online-Optionen genutzt werden. Die neue Plattform wird von der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) gefördert. Verantwortlich für Aufbau und Betrieb ist das Institut für Journalistik der Technischen Universität Dortmund. Am 4. Juli trafen sich etwa siebzig Bürgermedien-Vertreter bei der LfM in Düsseldorf, um über Kurs und Konzepte der neuen Internetplattform zu diskutieren.

Es gehe darum, dass Bürgermedien im Online-Zeitalter besser sichtbar würden und interaktive Angebote unterbreiten könnten, erläuterte Mechthild Appelhoff bei der Begrüßung der Teilnehmer. ©LfM/Näder
Mechthild Appelhoff, Leiterin der Abteilung Förderung der LfM ©LfM/Näder

Es gehe darum, dass Bürgermedien im Online-Zeitalter besser sichtbar würden und interaktive Angebote unterbreiten könnten, erläuterte Mechthild Appelhoff bei der Begrüßung der Teilnehmer. Das neue Landesmediengesetz (§ 40c Abs. 2 LMG NRW) spreche der Bürgermedienplattform ausdrücklich eine Ergänzungsfunktion zu, um Beiträge von Bürgern digital besser auffindbar zu machen, betonte Appelhoff, die bei der LfM die Abteilung Förderung leitet.

Der Projektleiter für die neue Plattform, Prof. Dr. Michael Steinbrecher ©LfM/Näder
Prof. Dr. Michael Steinbrecher, Projektleiter ©LfM/Näder

Projektleiter für die neue Plattform ist Prof. Dr. Michael Steinbrecher vom Institut für Journalistik der Technischen Universität Dortmund. Er betonte, dass die Frage nach einem genauen Startdatum für das Online-Angebot nur allzu nachvollziehbar sei. Da die Plattform sich jedoch erst im Aufbauprozess befinde, könne ein genaues Datum jetzt noch nicht genannt werden. Denkbar sei, dass früh im Jahr 2017 ein erster Prototyp live gehen könne. Im Rahmen der Auftaktveranstaltung und in den kommenden Monaten solle geklärt werden, welche Hoffnungen, Wünsche und Ziele, aber auch Vorbehalte, Ängste und Sorgen bei allen Beteiligten bestehen würden, sagte Steinbrecher. Aus seiner Sicht sei die neue Plattform keine Alternative zu den bereits bestehenden Verbreitungswegen, sondern ein zusätzliches Angebot. Dieser Position schloss sich auch der SPD-Landtagsabgeordnete Ernst-Wilhelm Rahe an, der zugleich der LfM-Medienkommission angehört.

Steinbrecher verglich die neue Plattform mit einer Bühne, auf der sich Bürgerfernsehen, Bürgerfunk und Campus-Rundfunk präsentieren könnten. Die Dortmunder Projektleitung sei dabei ein Dienstleister für technische, handwerkliche und rechtliche Belange, greife aber keinesfalls in die Inhalte ein. Als wesentliche Services und Vorteile der Plattform wurden unter anderem die Punkte Suchmaschinenoptimierung, Social Media, Interaktivität und cross- und multimediale Präsentation bürgermedialer Produktionen benannt, um Attraktivität und Auffindbarkeit der Inhalte zu steigern.

Zu den drängendsten Fragen, die die Teilnehmer aus den Bereichen Bürgerfernsehen, Bürgerfunk und Campus-Rundfunk bei der Auftaktveranstaltung äußerten, zählten (urheber-)rechtliche und organisatorische Probleme. Steinbrecher versicherte, er strebe urheberrechtliche Abkommen an, lasse prüfen, auf welchen Wegen Inhalte auf die Plattform geladen werden könnten, und habe bereits einen Auftrag erteilt, um eine transparente Nutzungsregelung erstellen zu lassen. Generell wolle er es allen interessierten Akteuren so leicht und nutzerfreundlich wie möglich machen, Inhalte für die Plattform zur Verfügung zu stellen. „Wir wünschen uns eher mehr als wenig“, räumte er Bedenken aus, die neue Plattform könne angesichts der Menge von Beiträgen aus den Bereichen Bürgerfunk, Campus-Radio und Bürgerfernsehen schnell an ihre Kapazitätsgrenzen geraten.

Zu den drängendsten Fragen, die die Teilnehmer aus den Bereichen Bürgerfernsehen, Bürgerfunk und Campus-Rundfunk bei der Auftaktveranstaltung äußerten, zählten (urheber-)rechtliche und organisatorische Probleme ©LfM/Näder
Hoffnungen, Wünsche, Ziele ©LfM/Näder

In der nächsten Zeit ist eine Online-Umfrage geplant, bei der alle Interessierten ihre Wünsche und Erwartungen äußern können. Außerdem möchten Mitarbeiter der Plattform möglichst viele Bürgermedien-Redaktionen und -Werkstätten, -Servicestellen und weitere Einrichtungen besuchen, um konkrete Bedarfe abzuklären. Darüber hinaus sollen auch technische Fragen (Content Management und Zugriffsrechte, Archiv-System, Benutzeroberfläche etc.) geklärt werden. So soll die Plattform kontinuierlich optimal auf die Erfordernisse aller Beteiligten ausgerichtet werden.

Die Projektleitung werde eine Form für den kontinuierlichen Austausch zwischen allen Beteiligten suchen, versprachen Steinbrecher und seine Kollegin Marieluise Denecke. Nur so könne das Angebot sukzessive wachsen. „Wir brauchen den Austausch mit ihnen“, unterstrich Steinbrecher, dass auf die Auftaktveranstaltung weitere Treffen folgen werden. Erst wenn gemeinsam geklärt worden sei, wo die Schwerpunkte des Plattform-Konzeptes liegen sollen, könne ein „Mission Statement“ samt Marketingmaßnahmen und Konzept zur Präsentation aller Inhalte entwickelt werden. „Entscheidend sind die Themen“, machte Steinbrecher deutlich, dass die neue Plattform im Austausch mit den Verantwortlichen aller Bürgermedien konsequent auf die angebotenen Inhalte ausgerichtet werden soll.
Bericht von Dr. Matthias Kurp

Bei weiteren Fragen zur Auftaktveranstaltung wenden Sie sich gerne an Marieluise Denecke, stellvertretende Projektleitung bei der TU Dortmund, (marieluise.denecke(at)tu-dortmund.de) oder an Martin Müsgens (mmuesgens(at)lfm-nrw.de), Referent für Bürgermedien bei der LfM, sowie bei allgemeinen Anfragen zur Bürgermedienplattform an info(at)bmp-nrw.net.