Faszination Scripted Reality

Realitätsinszenierung und deren Rezeption durch Heranwachsende

Durchführung: Prof. Dr. Dr. Michael Schenk, Institut für Kommunikationswissenschaft und Sozialforschung, Universität Hohenheim.

Talkshows, Gerichtsshows, Daily Soaps, Doku-Soaps und Castingshows sind Programmformate, die einen hohen Grad an Emotionalisierung erzeugen und sich insbesondere bei Heranwachsenden großer Beliebtheit erfreuten oder erfreuen. Allen genannten Formaten ist gemeinsam, dass in ihnen Realität inszeniert wird, wobei der Grad an Erkennbarkeit der Inszenierung variiert. Neben den etablierten Castingshow-Formaten stellen die sog. Scripted Reality-Formate ein vergleichsweise neues, insbesondere bei Heranwachsenden sehr beliebtes Programmformat dar.

Im Rahmen eines Forschungsprojekts wurde das Programmangebot an Scripted Reality-Formaten hinsichtlich der Realitäts-Inszenierungsmerkmale untersucht und zudem deren Rezeption durch Heranwachsende analysiert (Angebotsanalyse und Rezeptionsstudie). Forschungsleitende Fragen waren u. a.: Welche Formate gibt es und was sind die jeweiligen Gemeinsamkeiten bzw. Unterschiede? Was ist es, was insbesondere Heranwachsende an Scripted Reality-Formaten fasziniert? Wie weit durchschauen die (jungen) Zuschauer den Inszenierungscharakter? Ist die formatvermittelte Realitätswahrnehmung von Bedeutung für ihr Wirkungspotential? Hat diese Art von Präsentation von Beziehungen beispielsweise Auswirkungen auf die Einstellung zu eigenen interpersonellen Beziehungen?

Publikation:

Michael Schenk, Hanna Gölz, Julia Niemann (Hrsg.): Faszination Scripted Reality. Realitätsinszenierung und deren Rezeption durch Heranwachsende. LfM. 2015. 376 S. LfM-Dokumentation Band 52. ISBN 978-3-940929-36-5