Public Relations und werbliche Erscheinungsformen im Radio

In vielen Programmen des privaten und des öffentlich-rechtlichen Radios in Deutschland sind werbliche Erscheinungsformen verdeckt vorhanden. Oft werden so genannte Audio-PR-Beiträge ausgestrahlt, ohne dass sie zuvor journalistisch bearbeitet oder relativiert würden. Die Einflussnahme der Public Relations auf den Journalismus geht damit weit über eine Festlegung von Themen und Inhalten hinaus. Dies sind zentrale Ergebnisse der neuen Studie der Landesanstalt für Medien NRW (LfM). Nach dieser Studie lässt sich die Stilisierung von Audio-PR-Beiträgen zu redaktionellen Angeboten auch nicht als wechselseitige Durchdringung von Public Relations und Journalismus bezeichnen. Es handelt sich nach Auffassung von Prof. Dr. Helmut Volpers, dem Leiter des Projektes, vielmehr um einen "Infiltrationsprozess" der Public Relations in den Kernbestand journalistischer Kommunikationsinhalte.

Die Studie der LfM thematisiert strukturelle Veränderungen im Hörfunk. Zwar hat es in den vergangenen Jahren eine breite öffentliche Diskussion über die Vermischung zwischen redaktionellem Fernsehprogrammangebot einerseits und Werbung sowie Public Relations andererseits gegeben. Im Hinblick auf das Radio ist diese Problematik für eine breite Öffentlichkeit hingegen bisher kaum besprochen worden. Vor diesem Hintergrund hatte die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) die nun erschienene qualitative Studie in Auftrag gegeben. Eine Quantifizierung im Sinne der Fragestellung, welche Radiostation in welchem Umfang Sonderwerbeformen und Audio-PR ausstrahlt, wurde nicht vorgenommen.

Publikation:

Helmut Volpers: Public Relations und werbliche Erscheinungsformen im Radio. Eine Typologisierung persuasiver Kommunikationsangebote des Hörfunks. Berlin (Vistas) 2007. Schriftenreihe Medienforschung der Landesanstalt für Medien NRW (LfM), Band 55. ISBN 978-3-89158-449-1;256 Seiten, 18,- Euro