Workshop: CrowdTangle als Social-Media-Analysetool für den Lokaljournalismus

In der vergangenen Woche organisierte Vor Ort NRW einen spannenden Workshop für Lokaljournalistinnen und Lokaljournalisten in NRW: Chris Miles von Facebook stellte die Einsatzmöglichkeiten des Analysetools CrowdTangle für Redaktionen vor.

Mit dabei waren Journalistinnen und Journalisten aus ganz NRW, von kleineren hyperlokalen Online-Angeboten über Lokalradios bis hin zu großen regionalen Tageszeitungen.

Im Rahmen seines Journalismusprojekts will Facebook insbesondere lokale Nachrichtenanbieter stärken und stellt ihnen das Tool kostenfrei zur Verfügung. Voraussetzung dafür ist die Teilnahme an einem Einführungsworkshop, den wir am 27.Juni 2017 für Journalistinnen und Journalisten in NRW organisieren konnten.  

Daniel Fiene (Rheinische Post)
Daniel Fiene (Rheinische Post)

Eine Einführung zum Workshop gab Daniel Fiene, Leiter der redaktionellen Digitalstrategie der Rheinischen Post, die das Tool bereits seit einiger Zeit nutzt. Für digitalen Journalismus sei es unabdingbar, auf die Nutzerinnen und Nutzer zuzugehen, so Fiene. Bei der Rheinischen Post wurde die Position des Social Media-Redakteurs abgeschafft. Das Digital-Team kümmert sich stattdessen nun maßgeblich um das „Audience Engagement“ und agiert eher als Berater für die anderen Redakteure. Sie durchsuchen das Social Web in Echtzeit zu allen RP-Themenbereichen und finden so Themen, über die Nutzerinnen und Nutzern aktuell stark diskutieren. 

Chris Miles, ChrowdTangle / Facebook
Chris Miles (Facebook/CrowdTangle)

Mit dem Social Media-Analyse-Tool CrowdTangle lässt sich das Netz in der Tiefe durchsuchen. Bislang nutzen 50 deutsche Nachrichten-Anbieter das Tool, so Chris Miles. Abgedeckt sind die Social Media-Plattformen Facebook, Instagram, Twitter und Reddit.

Das Tool eignet sich insbesondere, um virale Trends zu beobachten und in individuell zusammengestellten Übersichten (z.B. alle deutsche Nachrichtenanbieter, alle Nachrichten aus Düsseldorf) die aktuell im Netz am stärksten diskutierten Geschichten zu identifizieren. Wird bei ein Thema überdurchschnittlich starke Interaktion verzeichnet, können Redaktionen sich auch gezielt Alerts schicken lassen.

Für Lokalredaktionen besonders wertvoll sei zum Beispiel die Erstellung einer Liste aller Twitter und Facebook-Auftritte der regionalen Akteure, um lokal relevante Themen zu beobachten. In einer Beta-Version seien außerdem das Beobachten und die Durchsuchbarkeit öffentlicher Facebook-Gruppen möglich, die besonders im Lokalen einen hohen Relevanzfaktor haben.