Video zum 2. Regionaltag in Köln

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Transkription

[Sprecher] "Gut informiert vor Ort? Lokale Medienvielfalt auf dem Prüfstand."
Das war das Thema des zweiten Regionaltags der LfM-Stiftung Vor Ort NRW im Museum für angewandte Kunst in Köln. Wie steht es um den Lokaljournalismus in der Stadt? Welche Rolle spielt das Zeitungssterben und welche Chancen bieten lokale Online-Angebote? Das und mehr diskutierten Fachleute und Gäste. Der Wert des Lokalen und das Interesse der Bürger an lokalen Themen sind unbestritten.  

[Christine Badke] „Also bei uns ist es online so, dass das Lokale das wichtigste Ressort ist. Es hat mit Abstand die größten Reichweiten.“

[Sprecher] Um Relevantes, was in Köln passiert, kümmert sich auch Andi Goral von report-K. Wodurch sich sein Medium von anderen abheben will:

[Andi Goral] „Wir machen zum Beispiel ja in Köln den ältesten Ratsticker, also wir schreiben live aus der Ratssitzung, sehr präzise, das ist unser Anspruch da an der Stelle, um auch einzuordnen. Das sind so Dinge, wo wir sagen, das machen die Kollegen vom Stadtanzeiger und Express eher selten. Die bringen dann schon mal ein Hauptthema. Also wenn was in der „Aktuellen Stunde“ war, wie jetzt das Sicherheitsthema, dann bringen die das schon mal sehr schnell. Aktualität ist unser Thema. Und das sehr präzise.“

[Sprecher] Nischen finden, eigene Perspektiven bieten, das gehöre zum Konzept von report-K. Doch kann man mit diesem Ansatz überleben? Eine Frage, die sich besonders Berufsanfänger stellen, die die aktuelle Entwicklung der Branche eher negativ wahrnehmen.

[Gast] „Ich frage mich ganz ehrlich, welche Zukunft hat der Lokaljournalismus für mich und für andere junge Journalisten?“

[Sprecher] Dieser Zukunft stellt sich Manuel Conrad vom Merkurist, einer digitalen Plattform für Nachrichten, auf der die Leser aktiv am Nachrichtengeschehen teilnehmen, indem sie selbst Themen setzen können. Conrad wirbt für die Akzeptanz seines Konzepts.

[Manuel Conrad]
„Und das wäre auch etwas, wo die Stiftung uns helfen könnte, ich sag mal erstens bei den Journalisten, denen klar zu machen, dass sich die Welt verändert hat. Dass man eben neue Wegen gehen muss, dass man ausprobieren muss, dass man vielleicht auch mal scheitern muss, oder eben Richtungen wechselt, dass man sich eben löst von dem Altbewährten.“

[Sprecher] Der Merkurist würde gerne in vielen Städten lokal präsent sein. Noch fehlt es aber an den finanziellen Ressourcen. Der Sparzwang ist allgegenwärtiges Thema der Branche.

[Dr. Frank Überall] „Wir müssen uns bewusst machen, Journalismus kostet auch Geld, wenn er gut ist. Und bei geistiger Nahrung müssen wir uns auch überlegen, aus was wir bestehen wollen. Und diesen Diskurs müssen wir schaffen, diese Kurve müssen wir kriegen, dass die Leute eben auch bereit sind, auch im Lokalen für Journalismus zu bezahlen.“

[Sprecher] Die LfM-Stiftung Vor Ort NRW kann dafür ein Bewusstsein schaffen. Darüber hinaus fördert sie den Austausch der Akteure. Aus gutem Grund:

[Simone Jost-Westendorf] „Wir organisieren solche Veranstaltungen wie diesen Regionaltag hier heute in Köln, weil wir festgestellt haben, dass das Thema Vernetzung sehr wichtig ist. Dass die Medienschaffenden sich treffen, sich teilweise auch erst mal kennen lernen, voneinander lernen, sich austauschen, und dass vielleicht daraus auch Kooperationen entstehen, denn wir glauben, dass so ein Netzwerk sehr viel Potential birgt.“

[Sprecher] Worauf Vor Ort-Geschäftsführer und LfM-Direktor Dr. Jürgen Brautmeier aber auch Wert legt:

[Dr. Jürgen Brautmeier] „Wir wollen nicht in die inhaltliche Arbeit rein, das müssen die Journalisten, die sich dort tummeln, selber machen. Wir sind mehr für die Rahmenbedingungen zuständig. Die Weiterbildung, Vernetzung, Forschung und ähnliche Projekte, Qualitätsanreize etc.“

[Sprecher] Und das Netzwerken, die Möglichkeit des Austauschs, war dann auch einer der Aspekte, der bei den Teilnehmern des Regionaltags in Köln besonders gut ankam. Fazit:

[Andi Goral] „Wenn ich an die heutige Veranstaltung denke, habe ich sechs Menschen kennen gelernt, die in der Region hier Online-Angebote machen. Das finde ich sehr spannend. Wir haben uns auch ausgetauscht. Ich glaube, wir würden uns auch treffen, hab ich so das Gefühl jetzt. Weil nur indem mehrere Online-Medien sich auch zusammenschließen und eine Stimme bilden, werden wir auch wahrgenommen.“