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Aktuelle Forschungsprojekte

Die LfM beauftragt unabhängige wissenschaftliche Einrichtungen, ihre Forschungsprojekte und -analyse durchzuführen. Darüber hinaus beteiligt sie sich auch an Forschungsvorhaben anderer Institutionen wie z. B. der Arbeitgemeinschaft der Landesmedienanstalten (ALM) oder einzelner Landesmedienanstalten, sofern diese Projekte die LfM bei der Umsetzung ihrer Aufgaben unterstützt.

Im Auftrag oder unter Beteiligung der LfM werden aktuell folgende Forschungsprojekte durchgeführt:

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Forschungsprojekt „Fernsehvollprogramme im Internet - Ergänzungsstudie zur kontinuierlichen Fernsehprogrammforschung der Landesmedienanstalten 2011 bis 2013“

Prof. Dr. Hans-Jürgen Weiß, GöfaK Medienforschung GmbH, Potsdam

Im Auftrag der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM) unter Federführung der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM)

In der 2010 abgeschlossenen Pilotstudie „Fernsehvollprogramme im Internet“ wurde untersucht, welche Sendungen und Beiträge der großen Fernsehvollprogramme zusätzlich zur konventionellen, linearen Ausstrahlung auch im Internet abrufbar sind. Das derzeit laufende Forschungsprojekt besteht daran anschließend aus zwei Teilen: Neben dem Vergleich der erhobenen Daten mit den Ergebnissen der Internetanalyse aus dem Jahr 2009 sollen die Programmanalysen durch Experteninterviews bei den Programmveranstaltern ergänzt werden. Die konkrete Zielsetzung der Interviews ist es, Informationen zu den Hintergründen der Internetpräsenzen der Fernsehvollprogramme zu erhalten. Dabei stehen sowohl strategische Zielsetzungen als auch strukturelle Rahmenbedingungen im Vordergrund. Auf der Basis der Ergebnisse dieser beiden Teile soll eine Prognose zur zukünftigen Entwicklung dieses Fernsehsegments erarbeitet werden.

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Sekundäranalyse "Computerspielenutzung aus sozialisatorischer Perspektive"

Dr. Claudia Lampert, Hans-Bredow-Institut Hamburg, in Kooperation mit Prof. Dr. Rudolf Kammerl, Universität Hamburg

Projektlaufzeit: Dezember 2011 bis Mai 2012

Bei der Einschätzung der positiven wie negativen Wirkungen von Computerspielen ist es wichtig, die Merkmale der Spiele, der Spieler sowie die jeweiligen Kontextbedingungen, in denen gespielt wird, in den Blick zu nehmen (vgl. Fritz et al. 2009). Um jedoch zu einer umfassenden Einschätzung zu kommen, ist es notwendig, auch die sozialisatorische Perspektive einzubeziehen. Wie unterscheidet sich die Mediensozialisation von unauffälligen Spielerinnen und Spielern und solchen mit einer problematischen Nutzung? In diesem Zusammenhang sind insbesondere die familiale Bedingungen des Aufwachens mit Computerspielen zu fokussieren. Gerade Erwartungen und Bewertungen der Eltern sowie deren medienerzieherisches Verhalten tragen wesentlich zur Mediensozialisation bei. Diese Ziel- und Wertorientierungen sollte sowohl bei der Einschätzung möglicher Folgen des Computerspielens aber auch in der politischen Debatte und bei der Bereitstellung von Hilfestellungen und pädagogischen Angeboten stärker Berücksichtigung finden.

Vor diesem Hintergrund hat die LfM das Hans-Bredow-Institut in Kooperation mit der Universität Hamburg mit der Durchführung einer Sekundäranalyse zur Computerspielenutzung aus sozialisatorischer Perspektive beauftragt. Sie basiert auf empirischen Daten, die im Rahmen des Projekts der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) „Kompetenzen und exzessive Nutzung von Computerspielern: gefordert, gefördert, gefährdet“ (2011) und der vom Bundesfamilienministerium in Auftrag gegebene Studie „Exzessive Computer- und Internetnutzung Jugendlicher im Zusammenhang mit dem (medien-)erzieherischen Handeln in deren Familien“ (bis 2/2012, Projektleitung: Prof. Dr. Rudolf Kammerl, Universität Hamburg) erhoben wurden. Das Projekt zielt darauf, den Verlauf der computerspielbezogenen Mediensozialisation von Jugendlichen und jungen Erwachsenen am Beispiel der Computerspielenutzung nachzuzeichnen, wobei die Verläufe von „unauffälligen“ Spielerinnen und Spielern einerseits und die von exzessiven Spielerinnen und Spielern andererseits untersucht werden sollen. Anhand der unterschiedlichen Sozialisationsverläufe sollen Schlüsselerlebnisse identifiziert werden, die die Computerspielenutzung der Heranwachsenden nach deren Aussagen maßgeblich beeinflusst haben.

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Aktueller Stand der Digitalisierungsforschung: Ausschreibung der LfM-Initiative "NRW digital"

Durchführung: Institut für Informations-, Telekommunikations- und Medienrecht der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster in Kooperation mit der Goldmedia GmbH

Digitale Informations- und Kommunikationstechnologien breiten sich in alle privaten und beruflichen Lebensbereiche aus, und die Nutzung von digitalen Diensten über Netze und verschiedene Endgeräte nimmt zu. Das ausgeschriebene Forschungsprojekt soll den Sachstand der Digitalisierungsforschung in interdisziplinärer Hinsicht systematisch erfassen und damit die derzeitigen Forschungsansätze in diesem Bereich sekundäranalytisch aufbereiten. Besondere Berücksichtigung sollen bereits bestehende, interdisziplinäre Forschungsansätze finden, wobei über die deutsche Forschungslandschaft hinaus auch der internationale Fachdiskurs in den Blick genommen werden soll. Ziel dieser Ausschreibung ist ein konziser, fächerübergreifender Überblick zum Stand der Digitalisierungsforschung, der die Ergebnisse aus zunächst juristischer, ökonomischer sowie technischer Perspektive integriert und bündelt.

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Medienkompetenz in der Grundschule

Durchführung: Institut für Informationsmanagement Bremen GmbH in Kooperation mit dem Pädagogischen Institut der Universität Mainz.

Im Rahmen einer quantitativ und qualitativ angelegten Studie wird untersucht, welchen Stellenwert und welche Qualität Medienkompetenzvermittlung in nordrhein-westfälischen Grundschulen hat. Zunächst soll der aktuelle Sachstand über den Medieneinsatz und die Medienbildung in Grundschulen in Nordrhein-Westfalen erhoben werden. Dadurch können Anstrengungen im Bereich der Unterstützung der Medienbildung in der Schule weiterhin effektiv an den Bedürfnissen der Schulen, Lehrkräfte und Schüler/innen ausgerichtet werden. Bei sämtlichen Fragestellungen wird differenziert zwischen (1) dem Einsatz von Medien als didaktischem Lernmittel, (2) dem Einsatz von Medien als Werkzeuge der Schüler/innen zum Lernen sowie (3) der Thematisierung von Medien und den damit verbundenen Chancen und Risiken als Unterrichtsinhalt. Mit Blick auf die strukturellen Rahmenbedingungen wird die Frage gestellt, an welchen Stellen in den Lehrplänen, Richtlinien und im schuleigenen Curriculum der Einsatz bzw. die Thematisierung von Medien bezogen auf die drei oben genannten Bereiche verankert ist. Ein weiterer Fragenkomplex fokussiert auf die Einstellung, die Qualifikation und die Kompetenzen der Lehrer/innen im Bereich Medienkompetenzförderung im Unterricht.

 

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Medienerziehung durch Eltern: Medienkompetenzförderung in der Familie zwischen Anspruch und Realität

Durchführung: Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis (JFF), München, und Hans-Bredow-Institut für Medienforschung an der Universität Hamburg

Die Mediennutzung von Kindern beginnt häufig bereits im frühen Kindesalter. Der erste Kontakt mit Medien findet in der Familie statt, und die Familie ist die erste und wesentliche Instanz, durch die Grundmuster der Mediennutzung geprägt und beeinflusst werden. Dabei kommt den Eltern eine besondere Bedeutung zu: Einerseits sind sie die maßgebliche Instanz für die Medienerziehung ihrer Kinder. Zugleich nutzen sie selbst Medien auf vielfältige Weise, wobei die eigenen Mediennutzungsmuster Auswirkungen auf die Medienerziehung der Kinder haben. Angesichts der maßgeblichen Bedeutung, die die Familie für die Ausprägung der Mediennutzungsmuster und Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen hat, sollen im Rahmen des Forschungsprojekts Informationen über Medienerziehungsstile, das elterliche Medienwissen und die Auswirkungen dieses Wissens auf die Medienerziehung der Kinder erhoben werden, um auf der Basis dieser Erkenntnisse Maßnahmen zur Förderung der elterlichen Medienkompetenzvermittlung zu optimieren

 

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Datenschutz und Persönlichkeitsrechte in Social Networks, Foren & Co. – Problembewusstsein von jungen Nutzern und Konsequenzen für medienpädagogisches Handeln

Prof. Dr. Dr. Michael Schenk, Universität Hohenheim und Prof. Dr. Gabi Reinmann, Universität der Bundeswehr München, in Kooperation mit Prof. Dr. Alexander Roßnagel, Leiter des Fachgebiets Öffentliches Recht, Universität Kassel und wiss. Direktor des Instituts für Europäisches Medienrecht e. V. (EMR)

Daten- und Persönlichkeitsschutz auf der einen Seite, digitale Jugendkultur und das Lebensgefühl der Jugendlichen auf der anderen Seite. In diesem Spannungsverhältnis bewegen sich verschiedene medienpädagogischen Angebote, die Jugendliche zu den Themen Datenschutz und Persönlichkeitsrechte informieren, aufklären und sensibilisieren wollen. Um die Erfolgsaussichten von Informations- und Aufklärungsangeboten in diesem Bereich besser abschätzen zu können und so zu konzipieren, dass sie bei den Jugendlichen auch tatsächlich ankommen und deren Sensibilität für den Umgang mit eigenen Daten und den Daten Dritter im Netz befördern, sind detaillierte Kenntnisse über die Motive, die dem jugendlichen Verhalten in Sozialen Netzwerken zu Grunde liegen, über das Wissen zu Datenschutz und Rechtslage sowie über die Einstellungen von Jugendlichen zu Fragen von Privatheit und Intimität notwendig.

Es stellt sich ganz zentral die Frage, ob der oft sorglose Umgang mit persönlichen Informationen (eigener sowie Dritter) allein darauf zurückzuführen ist, dass insbesondere Heranwachsende die Folgen eines möglichen Datenmissbrauchs (noch) nicht abschätzen können oder ob dieses Verhalten vielmehr auch damit zu tun hat, dass Kinder und Jugendliche möglicherweise den Schutz der eigenen und fremder Daten als nachrangig ansehen und durchaus bewusst dazu bereit sind, potentielle Gefährdungen hinzunehmen, weil sie es aus ihrem individuellen Nutzungszusammenhang heraus als wichtiger ansehen, private und persönliche Informationen gezielt im Netz zu kommunizieren (Kosten-Nutzen-Abwägung). In diesem Zusammenhang gilt es also auch grundsätzlich zu hinterfragen, ob diesem Verhalten der Kinder und Jugendlichen ggf. eine gänzlich andere Definition dessen zu Grunde liegt, welche Art von Informationen überhaupt als „privat“ bzw. „persönlich“ und somit als „nicht öffentlichkeitstauglich“ eingeschätzt wird.

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Evaluation „ZeitungsZeit Nordrhein-Westfalen – Selbstständigkeit macht Schule“

Die wissenschaftliche Evaluation des Projekts „ZeitungsZeit Nordrhein-Westfalen – Selbstständigkeit macht Schule“ wird im Auftrag der Landesanstalt für Medien NRW (LfM) vom Adolf-Grimme-Institut in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für empirische Bildungsforschung (ZeB) an der Universität Duisburg-Essen durchgeführt.

Um die Wirkung des Projektes „ZeitungsZeit Nordrhein-Westfalen – Selbstständigkeit macht Schule“ zu messen und die Qualität des Angebots zu sichern bzw. ggf. zu optimieren, wird im Auftrag der LfM eine Evaluation durchgeführt werden, welche sich insbesondere auf den ersten Projektdurchgang im Herbst 2010 beziehen soll. Die Erkenntnisse aus der Evaluation des ersten Projektdurchgangs sollen bereits für den zweiten Projektdurchgang im Herbst 2011 nutzbar gemacht werden. Im Rahmen einer Vorher-Nachher-Untersuchung soll der Stand des Wissens und der Kompetenzen der Schüler/innen vor Beginn des Projekts und nach dem ersten Projektdurchgang erfasst und analysiert werden. Zudem soll eruiert werden, wie die teilnehmenden Schüler/innen sowie Lehrkräfte und Eltern das Projekt hinsichtlich der didaktischen Materialien, des Ablaufs, der erzielten Lernfortschritte etc. bewerten.

 

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Kontinuierliche Fernsehprogrammforschung der Landesmedienanstalten

Prof. Dr. Hans-Jürgen Weiß, Prof. Dr. Joachim Trebbe, GöfaK Medienforschung GmbH, Potsdam

Projektlaufzeit: seit 1998 fortlaufend

Im Auftrag der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM) unter Federführung der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM)

Das Ziel der kontinuierlichen Fernsehprogrammforschung ist es, die Gesamtheit der Programmleistungen zu untersuchen, die von den bundesweit ausgestrahlten Fernsehvollprogrammen (RTL, RTL II und VOX, SAT.1, ProSieben und Kabel 1 sowie ARD/Erstes Programm und ZDF) erbracht werden, und die Entwicklung der Programmstrukturen und Programminhalte zu verfolgen.Nach einer Pilotstudie im Jahr 1997 wird seit 1998 zweimal jährlich eine Stichprobe der acht Fernsehvollprogramme im Umfang von sieben aufeinander folgenden Wochentagen aufgezeichnet und analysiert.

Die Ergebnisse der Studie werden kontinuierliche in verschiedenen Publikationen veröffentlich und die aktuellen Ergebnisse auf der Homepage der ALM eingestellt.