Die Recherche im Internet gewinnt für Journalisten zunehmend an Bedeutung. Insbesondere die Schnelligkeit der
Informationsbeschaffung und die Vielfalt der Informationen bieten erhebliche Vorteile. Doch aus veränderten
Rahmenbedingungen in Redaktionen erwachsen auch Risiken und Qualitätsmängel. Eine Überprüfung von Online-Quellen
findet nur selten statt. Und: Journalisten greifen bei ihrer Recherche im Netz vornehmlich auf andere
journalistische Erzeugnisse zurück anstatt auf Primärquellen wie etwa Websites von politischen,
wissenschaftlichen oder kulturellen Einrichtungen.
Die LfM-Studie formuliert vor diesem Hintergrund spezielle Handlungsempfehlungen, z. B. das Berufsbild
des Dokumentationsjournalisten zu fördern. Im anglo-amerikanischen Bereich sind die so genannten
"fact-checkers" in vielen Redaktionen Standard. Bei der journalistischen Aus- und Fortbildung, so eine
weitere Empfehlung der Studie, müsse Recherchekompetenz verstärkt in den Fokus gerückt werden.
Publikation:
Marcel Machill, Markus Beiler, Martin Zenker:
Journalistische Recherche im Internet. - Bestandsaufnahme journalistischer Arbeitsweisen in
Zeitungen, Hörfunk, Fernsehen und Online
Berlin: Vistas 2008, Schriftenreihe Medienforschung der Landesanstalt für
Medien Nordrhein-Westfalen, Band 60, 406 Seiten.
ISBN 978-3-89158-480-4. 23,- Euro
Pressemitteilung zu diesem Band
Wie
kann das Vertrauen der Nutzerinnen und Nutzer in die Inhalte digitaler Medien gestärkt werden?
Im Rahmen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft fand vom 9. bis zum 11. Mai 2007 in Leipzig eine
Medienexpertenkonferenz zu diesem Thema statt. Der vorliegende Band dokumentiert die Papiere, die
zur Vorbereitung der Konferenz erstellt wurden, und enthält sowohl die Schlussfolgerungen der
deutschen Ratspräsidentschaft als auch Ergebnisse und Handlungsperspektiven aus wissenschaftlicher
Sicht. Schwerpunkte sind die Fragen, wie durch Online-Angebote die Entwicklung von Kindern gefördert
werden kann, welche Angebote im Internet zu Vertrauen in Inhalte und zur Vielfalt beitragen und welche
Potentiale Selbst- und Ko-Regulierung bei digitalen Medien aufweisen.
Publikation:
Wolfgang Schulz, Thorsten Held (Hrsg.):
Mehr Vertrauen in Inhalte. Das Potential von Ko- und Selbstregulierung in den digitalen Medien.
Berlin: Vistas 2008, Schriftenreihe Medienforschung der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen, Band 59, 217 Seiten.
ISBN 987-3-89158-479-8. 15,- Euro
Weitere Informationen unter www.leipzig-eu2007.de/
In der medienpädagogischen Praxis gibt es kaum Projekte für Jungen. Viele Projekte im Bereich der
geschlechterspezifischen Medienkompetenzförderung wenden sich vorrangig an Mädchen, wobei sich eine
Tendenz zur Fokussierung auf die Technikförderung von Mädchen zeigt. Medienkompetenz wird tendenziell
mit technischem Know-How gleichgesetzt, was zur Folge hat, dass sich Medienkompetenzprojekte häufig
auf den technischen Umgang mit Medien konzentrieren; soziale und medienkritische Aspekte werden
weitestgehend vernachlässigt.
Der LfM-Studie zufolge mangelt es an medienpädagogischen Projekten, die sich explizit
kritisch mit Geschlechterdarstellungen in den Medien auseinandersetzen. Ferner wird konstatiert,
dass einem Teil der Projekte die Vorstellung von klassischen Geschlechterdifferenzen zugrunde
liegt, die eine geschlechtersensible Medienbildung eher verhindert als fördert.
Publikation:
Renate Luca und Stefan Aufenanger, Geschlechtersensible Medienkompetenzförderung.
Mediennutzung und Medienkompetenz von Mädchen und Jungen sowie medienpädagogische
Handlungsmöglichkeiten.
Berlin: Vistas 2007. Schriftenreihe Medienforschung der Landesanstalt für Medien NRW, Band 58
ISBN 978-3-89158-468-2 18,- Euro
Pressemitteilung zu diesem Band
Bei der Medienerziehung in nordrhein-westfälischen Kindergärten und bei der medienpädagogischen Ausbildung
angehender Erzieherinnen gibt es nach wie vor zum Teil erhebliche Defizite. An der Praxis der medienbezogenen
Bildung und Erziehung in den Kindergärten von NRW und an den hierfür relevanten Bedingungen hat sich in den
letzten zehn Jahren nur wenig geändert. Stattdessen ist eine weitgehende Orientierungslosigkeit feststellbar.
Zu diesem ernüchternden Ergebnis kommt die neue Studie der Landesanstalt für Medien NRW (LfM). Die Untersuchung
mit dem Titel "Die Förderung von Medienkompetenz im Kindergarten" wurde am 30. August 2007 in Düsseldorf
vorgestellt und diskutiert.
Publikation:
Ulrike Six und Roland Gimmler, Förderung von Medienkompetenz im Kindergarten.
Eine empirische Studie zu Bedingungen und Handlungsformen der Medienerziehung.
Berlin: Vistas 2007. Schriftenreihe Medienforschung der Landesanstalt für Medien NRW, Band 57, 359 Seiten.
ISBN 978-3-89158-459-0. 21,- Euro
Pressemitteilung zu diesem Band
12. Medienpädagogischen Fachtagung der LfM - Fotodokumentation und Tagungsbericht
Die Landesanstalt für Medien NRW (LfM) hat nach dem Bürgerfunk nun auch das Bürgerfernsehen in Nordrhein-Westfalen untersuchen lassen. Derzeit können Bürgerinnen und Bürger des Landes in neun Orten (Bielefeld, Dortmund, Essen, Hamm, Lüdenscheid, Marl, Münster, Paderborn und Tudorf) im Fernsehen selbst produzierte Beiträge ausstrahlen. Die Situation und das Programmprofil der Einrichtungen des Bürgerfernsehens (Offene Kanäle) sind vor Ort jeweils recht unterschiedlich. Die neue Studie "Bürgerfernsehen in Nordrhein-Westfalen. Eine Organisations- und Programmanalyse" untersucht die Organisations- und Handlungsstrukturen, die Produzenten und die Programminhalte des Bürgerfernsehens an allen Standorten.
Hierbei wird deutlich, dass die Offenen Kanäle in Nordrhein-Westfalen sich in einem Umbruch befinden. Der gesellschaftliche Strukturwandel und die mediale Entwicklung verlangen eine Neuausrichtung der Bürgerfernsehlandschaft. Die Untersuchung liefert hierfür wichtige Impulse.
Unter den Produzenten der Offenen Kanäle, so eines der zentralen Ergebnisse, sind zwei Gruppen prägend: auf der einen Seite eher jüngere Nutzer, die in Redaktionsgruppen tätig sind und vor allem an einer späteren Berufstätigkeit in den Medien interessiert sind; auf der anderen Seite eher ältere Einzelnutzer, die vor allem eine Plattform für ihre Beiträge suchen, die Ressourcen der Offenen Kanäle aber zurückhaltend nutzen und kaum Interesse an Beratung oder Weiterbildung zeigen. Das Programmangebot wird an einigen Standorten von Produktionen dominiert, die sich auf individuelle Themen oder Vorlieben ihrer Produzenten beziehen.
Entwicklungspotenzial sehen die Autoren der Studie vor allem bei den Offenen Kanälen, die eine qualifizierungswillige Nutzerschaft haben und sich bereits in den Bereichen Ausbildung und Erprobung engagieren.
Publikation:
Helmut Volpers, Petra Werner (Hrsg.):
Bürgerfernsehen in Nordrhein-Westfalen. Eine Organisations- und Programmanalyse.
Berlin (Vistas Verlag) 2006 (Schriftenreihe Medienforschung der LfM; Band 56; 228 S.).
ISBN 978-3-89158-453-8. 15,- Euro.
Pressemitteilung zu diesem Band
In vielen Programmen des privaten und des öffentlich-rechtlichen Radios in Deutschland sind
werbliche Erscheinungsformen verdeckt vorhanden. Oft werden so genannte Audio-PR-Beiträge
ausgestrahlt, ohne dass sie zuvor journalistisch bearbeitet oder relativiert würden. Die
Einflussnahme der Public Relations auf den Journalismus geht damit weit über eine Festlegung
von Themen und Inhalten hinaus. Dies sind zentrale Ergebnisse der neuen Studie der Landesanstalt
für Medien NRW (LfM). Titel: "Public Relations und werbliche Erscheinungsformen im Radio".
Publikation:
Helmut Volpers:
Public Relations und werbliche Erscheinungsformen im Radio. Eine Typologisierung persuasiver Kommunikationsangebote des Hörfunks.
Berlin (Vistas) 2007. Schriftenreihe Medienforschung der Landesanstalt für Medien NRW (LfM), Band 55.
ISBN 978-3-89158-449-1;256 Seiten, 18,- Euro
Pressemitteilung zu diesem Band
Geschichtssendungen
haben eine lange Tradition im deutschen Fernsehen, die sich in den letzten Jahren durch
Digitalisierung des Mediums weiterentwickelt hat. Das hat zunehmend zu Diskussionen in der Öffentlichkeit
geführt. Dabei spielt die Sorge mit, Geschichtssendungen könnten die "Gefälligkeit" der medialen Inszenierung
höher bewerten als die "Richtigkeit" historischer Darstellungen. Vor diesem Spannungsfeld, das sich zwischen
Ansprüchen der Historiographie und Ansprüchen eines unterhaltenden Massenmediums aufbaut, gibt die vorliegende
Studie einen Überblick über die quantitative Breite und ästhetische Vielfalt von historischen Beiträgen
im Fernsehen. Die oft einseitig als Auflösung oder Aufweichung bewertete Entwicklung des Genres wird durch
die Ergebnisse der Studie nicht bestätigt.
Publikation:
Edgar Lersch, Reinhold Viehoff:
Geschichte im Fernsehen. Eine Untersuchung zur Entwicklung des Genres und der Gattungsästhetik geschichtlicher Darstellungen im Fernsehen 1995 bis 2003.
Berlin: Vistas 2007, Schriftenreihe Medienforschung der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen, Band 54, 338 Seiten.
ISBN 978-3-89158-454-5. 21,- Euro
Die
Studie beschäftigt sich mit der rechtsvergleichenden Betrachtung der Entwicklung der Medienordnung und -politik
in Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien und Großbritannien. Die generelle Umstellung von Radio und Fernsehen
auf digitale Technologie 2010 in Europa muss mit einer Anpassung der EG-Richtlinien und der nationalen
Rechtsordnungen einhergehen. Änderungen sind erforderlich, um kulturelle Vielfalt und Wettbewerbsfähigkeit
auf diesem Sektor zu erhalten. Speziell die geltende EG-Fernsehrichtlinie, die unter den Bedingungen der
analogen Welt verfasst wurde, ist betroffen. Die neue EG-Richtlinie soll einen technologieneutralen Ansatz
verfolgen, damit eine inhaltsbezogene Betrachtung und Regulierung der Angebote möglich ist. Auf der Basis der
Untersuchung der nationalen Rechtsordnungen in Belgien, Frankreich, Italien und dem Vereinigten Königreich
werden konkrete Lösungsansätze für die Diskussion auf europäischer Ebene erarbeitet. Die Studie plädiert
dafür, bei der Neudefinition des Anwendungsbereichs der künftigen Richtlinie großen Wert auf klare und
berechenbare Bestimmungen zu legen; ferner sollten auch für nicht-lineare Dienste wie Video-on-Demand
ausreichende Sicherungen, bspw. im Jugendschutz, vorgeschrieben werden. Bei allen Unterschieden im Detail
besteht hinsichtlich dieser Forderungen breite Zustimmung in der politischen Betrachtung des
Revisionsvorhabens.
Publikation:
Alexander Roßnagel, Thomas Kleist, Alexander Scheuer:
Die Reform der Regulierung elektronischer Medien in Europa. Dargestellt am Beispiel der EG, Belgiens,
Deutschlands, Frankreichs, Italiens und des Vereinigten Königreichs.
Berlin (Vistas) 2007. Schriftenreihe Medienforschung der Landesanstalt für Medien NRW (LfM), Band 53,
ISBN 978-3-89158-445-3. 339 Seiten. 20,- Euro
Pressemitteilung zu diesem Band
Im Rahmen der Expertise wird auf der Basis einer Literaturanalyse überprüft, ob Forschungs- und
Handlungsbedarf aus der Perspektive von Jugendmedienschutz und Medienkompetenz mit Blick auf
aktuelle Entwicklungen im Musikvideomarkt bestehen. Dabei wird untersucht, welche Erkenntnisse
über Art und Umfang der Musikvideonutzung von Jugendlichen bekannt sind und wie die
Rezeptionssituation und Nutzung von Musiksendern gekennzeichnet ist. Hinsichtlich der
Musikvideos wird untersucht, welches Wissen über die aktuellen Inhalte und Präsentationsweisen
vorliegen, welche Bilder von Männlichkeit und Weiblichkeit sowie Gewalt vermittelt werden und
welche Identifikationsmuster den jugendlichen Zuschauern geboten werden. Schließlich werden
wissenschaftliche Erkenntnisse über Wahrnehmungsmuster, die sich bei Jugendlichen identifizieren
lassen, unter Berücksichtigung von Genrekonventionen systematisiert werden.
Publikation:
Klaus Neumann-Braun, Lothar Mikos:
Videoclips und Musikfernsehen. Eine problemorientierte Kommentierung der aktuellen Forschungsliteratur.
Berlin (Vistas) 2006. Schriftenreihe Medienforschung der Landesanstalt für Medien NRW (LfM), Band 52.
ISBN 3-89158-426-1.156 Seiten. 10;- Euro
Pressemitteilung zu diesem Band
Vor dem Hintergrund des im Juli 2002 in Kraft getretenen nordrhein-westfälischen
Landesmediengesetzes wurden bei diesem Forschungsprojekt Leistungen und Funktionen des
Bürgerfunks in Nordrhein-Westfalen erfasst und evaluiert. Unter Berücksichtigung der
heterogenen Strukturen der Bürgerfunklandschaft war es Ziel, neben übergreifenden Trends
zudem spezifische Ausprägungen zu untersuchen. Im Rahmen der Evaluation wurde die Analyse
unterschiedlicher Teilbereiche, die das System Bürgerfunk determinieren, als relevant erachtet.
Hierbei wurden die handelnden Akteure - wie Bürgerfunkgruppen, Radiowerkstätten und Lokalradios -
und das Netzwerk, in das sie eingebunden sind, die zugrunde liegenden Organisations- und
Handlungsstrukturen sowie die produzierten Inhalte in die Untersuchung einbezogen.
Publikation:
Helmut Volpers, Detlef Schnier und Christian Salwiczek:
Bürgerfunk in Nordrhein-Westfalen. Eine Organisations- und Programmanalyse.
Berlin 2006 (Schriftenreihe Medienforschung der LfM; Band 51; 213 S.).
ISBN 3-89158-420-2; 15,- Euro.