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11.03.2010
„Wir erfüllen unsere Aufgabe“

Thomas Ebeling, Vorstandsvorsitzender der ProSiebenSat.1 Media AG, sieht keinen Grund, einer Selbstregulierungsverpflichtung zum Nachrichtenanteil in den Privatprogrammen zuzustimmen. Auf dem Symposium der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten in Berlin erklärte Ebeling: „Wir haben bewiesen, dass wir unserer gesellschaftlichen Verantwortung nachkommen.“ Einen Eingriff in die Programmautonomie der Sender sollten sich alle gut überlegen. Der DLM-Vorsitzende Thomas Langheinrich erklärte, dass der kontinuierlichen Programmbeobachtung zufolge der Anteil der Nachrichtensendungen in den Programmen der kommerziellen Sender deutlich zurückgegangen sei. Die DLM hatte die Privatsender in einem Positionspapier aufgefordert, sich per Selbstverpflichtung auf die Einhaltung des Standards von 2007 zu verständigen. Andernfalls werde die DLM mit einer Richtlinie die Änderung der gesetzlichen Bestimmungen anstreben.
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04.03.2010
Medienkompetenz für Eingeborene
Internet-ABC und Deutsche UNESCO-Kommission präsentieren CD ROM.

Die Grundschulkinder von heute sind sogenannte „digital natives“, also Menschen, die Zeit ihres Lebens von digitalen Medien umgeben waren. Ihren Eltern, nicht selten aus der Generation der „digital immigrants“, jagt der Gedanke an ihren Nachwuchs im digitalen Dschungel jedoch Angstschauer über den Rücken. Denn: Virtuosität im Umgang mit Internet und Handy hat nicht zwingend etwas mit Medienkompetenz zu tun. Wer warnt eigentlich die Kleinen vor den Gefahren im Netz, wer erklärt ihnen, wie sie sich verhalten sollen? Ihre Eltern, die sich von ihrem Zehnjährigen das neue Handy konfigurieren lassen? Die Landesmedienanstalten, bei denen die Vermittlung von Medienkompetenz zum Kernaufgabenbereich gehört, wollen den digital zugereisten Vätern und Mütter unter die Arme greifen und geben mit ihrem Projekt Internet-ABC die CD-Rom „Wissen wie’s geht! Mit Spaß und Sicherheit ins Internet“ heraus. In einer Kölner Grundschule wurde sie vorgestellt und gleich ausprobiert. funkfenster online war dabei.

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04.03.2010
DLM: Nachrichten sind unverzichtbar

Die kommerziellen TV-Vollprogramme in Deutschland sollen verbindliche Standards für ihre Nachrichtensendungen einhalten. Das fordert die Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM) in ihrem Positionspapier „Nachrichtensendungen im privaten Rundfunk“. „Informationen über das aktuelle Zeitgeschehen und seine Hintergründe sind ein Wesensmerkmal von Rundfunk, das nicht zur Disposition stehen darf“, erklärte der DLM-Vorsitzende Thomas Langheinrich. Nach Ansicht der Landesmedienanstalten sollen die Sender zunächst in einer Selbstverpflichtung ihre Nachrichtenangebote regeln. Sollte dies nicht zum gewünschten Ergebnis führen, erwägen die Medienanstalten, in einer Richtlinie die gesetzlichen Anforderungen an private Vollprogramme zu verdeutlichen. Die Landesmedienanstalten sehen sich zum Handeln veranlasst, weil die Geschäftsführung der ProSiebenSat.1 Media AG in den vergangenen Monaten Sparpläne für ihre Nachrichtenformate bekannt gegeben hat. Außerdem steht der konzerneigene Informationssender N24 zum Verkauf.
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17.02.2010
Digitaler Hirte
Soziale Gemeinschaften im Netz sind der Renner. Doch ohne einen Fachmann, der die Fäden zusammenhält, funktionieren sie nicht.

Keine Internet-Community ohne Manager.
© evangelisch.de

Das Internet-Auktionshaus ebay hat sie, die Firma Bosch braucht sie erst seit kurzem, und auch die Kirche kommt nicht ohne sie aus: Die Rede ist von Community Managern. Will der Betreiber einer Website eine Community oder Netzgemeinschaft einrichten, gilt es auch diese Position zu besetzen. Auf dem Arbeitsmarkt werden sie gesucht – das zeigt schon die stattliche Menge offener Stellen, die sich allein bei der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit findet. Doch was sind die Aufgaben eines Community Managers und wie klappt es mit dem Arbeitsplatz? funkfenster online stellt diesen Beruf mit Zukunft vor.

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04.02.2010
Radioausbildung beim Marktführer
Ein Volontariat beim NRW Lokalfunk heißt, Radiomachen von der Pieke auf zu lernen.


© Timo Stoppacher

Die aktuelle Medienkrise hat den Lokalfunk in Nordrhein-Westfalen nicht verschont. Die 45 Sender arbeiten privatwirtschaftlich, daher hängen ihre Gewinne von der ökonomischen Lage ab. Obwohl die Zeiten schwierig sind, legen die meisten Sender großen Wert darauf, eigene Reporter und Moderatoren hervorzubringen. Die Hörfunkstationen zwischen Aachen und Minden-Lübbecke spielen eine wichtige Rolle bei der Ausbildung des journalistischen Nachwuchses. Und anders als in großen Sendern können Volontäre in kleinen Stationen häufig das Programm selbst mit gestalten, lernen also das Handwerk des Radiomachens von der Pieke auf.
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26.01.2010
Experimentieren erwünscht
Der TV-Lernsender.NRW in Dortmund unterweist Laien und angehende Profis in der Kunst des Fernsehmachens - gefördert von der LfM.

Der Studiengang Journalistik an der TU Dortmund gehört zu den beliebtesten Ausbildungsgängen für angehende Medienschaffende in Deutschland. Tausend Bewerbungen kommen auf fünfzig Studienplätze. Wer einen der begehrten Sitze im Hörsaal ergattert, hat auch Anspruch auf ein Volontariat im Rahmen des Studiums. Medienunternehmen wie ARD, ZDF und die großen Tageszeitungen bieten Volontariate für die angehenden Journalisten. Seit Juli vergangenen Jahres gibt es in Dortmund auch einen echten Fernsehsender. Der TV-Lernsender.NRW, den das Institut für Journalistik in der Ruhrgebietsstadt betreibt, ist Kern des Pilotprojekts „Ausbildungs- und Erprobungsfernsehen“, mit dem die Landesanstalt für Medien NRW (LfM) neben den Studierenden auch Auszubildenden und interessierten Bürgern die Möglichkeit gibt, das Fernsehmachen zu lernen. Die LfM unterstützt überdies Lern- und Lehrredaktionen an zwölf Institutionen in Nordrhein-Westfalen. funkfenster online hat den TV-Lernsender besucht.

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18.01.2010
Drei Länder – ein Problem
Dreiländertreffen der Initiativen Qualität im Journalismus.


Initiative Qualität im Journalismus

Mehr Qualität in den Medien: Das ist kurz gesagt das Ziel der Initiative Qualität im Journalismus in Deutschland. Auch in Österreich und der Schweiz gibt es solche Bestrebungen. Doch angesichts der anhaltenden Wirtschafts- und Medienkrise ist es schwer, Verlagsvertreter oder Senderverantwortliche davon zu überzeugen, dass Investitionen in Aus- und Weiterbildung gut eingesetztes Kapital sind. In der Schweiz, wo jetzt ein "Dreiländertreffen" der Initiativen aus der Schweiz, Österreich und Deutschland stattfand, sorgte ungewöhnlicher Druck der Medienaufsicht für erste Erfolge.

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17.12.2009
Qualitätsjournalismus als Querschnittsaufgabe

Lilienthal
Volker Lilienthal:
Qualitätsjournalismus ist
nicht nur eine Frage von
Eliteblättern
Foto: Privat

Dr. Volker Lilienthal hat die Rudolf-Augstein-Stiftungsprofessur für Praxis des Qualitätsjournalismus an der Universität Hamburg übernommen. Lilienthal war zuvor verantwortlicher Redakteur bei "epd medien". In dieser Funktion wurde er vor einigen Jahren einem breiteren Publikum durch die Aufdeckung des "Marienhof-Skandals" der ARD bekannt.

funkfenster online sprach mit ihm über seine Methoden, Qualitätsjournalismus zu vermitteln. Am 10. Dezember hielt er seine Antrittsvorlesung.

 

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14.12.2009
Krise bei den Kreativen
Die 3. Arbeitsmarktkonferenz machte deutlich, dass die Medienbranche vor großen Veränderungen steht.

Konferenz
Diskussion über die Situation und Zukunft
der Kreativbranche.Foto: Sebastian Klein

In Köln macht fast jeder zehnte "irgendwas mit Medien". Die Branche kann man durchaus als Arbeitsmarktmotor für die Region betrachten. Und auch in anderen Städten wie München und Berlin arbeiten besonders viele Menschen in den Medien. Doch ob das noch lange so bleibt, daran zweifeln Experten. Diese trafen auf der 3. Arbeitsmarktkonferenz Ende November in den Räumen der SK Stiftung Kultur in Köln zusammen, um über die Entwicklungsmöglichkeiten der Kreativwirtschaft zu diskutieren. Zumindest den klassischen Medien wie Rundfunk und Zeitungen scheinen die festen Arbeitsplätze verloren zu gehen. Das neue Arbeitsfeld der Computerspielindustrie boomt dagegen.

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09.12.2009
Ein Netz für Kinder
Die 2. Kindermedienkonferenz der Bundeszentrale für politische Bildung tagte in Kleinmanchnow.

Thomas Krüger, bpb-Präsident
Thomas Krüger, bpb-Präsident
©bpb

Was interessiert Kinder in den Medien? Wie können qualitativ hochwertige Medien für sie entwickelt werden? Diese und viele andere Fragen diskutierten Experten aus Wissenschaft und Praxis auf der 2. Kindermedienkonferenz der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), die vom 2. bis 4. Dezember in Kleinmachnow bei Potsdam stattfand. Und räumten gleich mit dem Vorurteil auf, dass alles möglichst bunt und leicht verdaulich sein müsse, um Kinder zu begeistern. Auch ernste Themen haben bei den jungen Mediennutzern durchaus eine Chance. Es kommt nur darauf an, wie kompetent und kindgerecht sie aufbereitet sind.

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03.12.2009
Kein Kinofilm ohne Kassenbuch
Was macht eigentlich ein Filmgeschäftsführer?

Vorleser
NRW-Premiere von „Der Vorleser“
©Heike Herbertz, Filmstiftung NRW

"Inglourious Basterds", „Der Vorleser“, „Stauffenberg“ – Hollywood-Filme made in Germany lassen sich gerade in jüngster Zeit viele aufzeigen. Die Geschäfte am Medienstandort Deutschland laufen prima, internationale Produktionen, die es – auch wegen der deutschen Filmförderung – nach Berlin, Köln und München zieht, gibt es viele. Das Filmemachen ist ein interessantes Geschäft. Es fasziniert Millionen – und kostet oft auch einige Millionen. Neben künstlerischen Aspekten ist auch die kaufmännische Seite der Filmproduktion enorm wichtig für den Erfolg des Films. Schließlich soll das Kinospektakel am Ende Gewinn abwerfen. Das zu gewährleisten ist die Aufgabe des Filmgeschäftsführers. funkfenster online stellt diesen Beruf vor.

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24.11.2009
Nachholbedarf
Die Computerspielindustrie boomt weltweit – nur Deutschland hält nicht mit.

Radio
Spielentwickler: Eine seltene Art.
Foto: Ubisoft

Im August dieses Jahres öffnete Europas größte Computerspielmesse, die gamescom 2009, zum ersten Mal ihre Tore in Köln. 420 Aussteller aus dreißig Ländern waren vertreten. Der Markt für Computerspiele ist riesig, die Zuwachsraten, auch in Zeiten einer Weltwirtschaftskrise, sind immens. Mit einem Umsatz von 1,57 Milliarden Euro im Jahr 2008 ist Deutschland der zweitwichtigste europäische Markt für Unterhaltungselektronik – und die Branche wächst weiter. Die Masse der Computerspiele kommt aber weiterhin aus dem Ausland. Das liegt auch an der schlechten Ausbildungssituation für deutsche Spielentwickler.

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18.11.2009
ZAK beanstandet wieder TV-Gewinnspiele
Die Kommission für Zulassung und Aufsicht der Landesmedienanstalten (ZAK) hat erneut Bußgelder gegen Privatsender wegen Verstößen gegen die Gewinnspielsatzung erhoben. DSF, Sat.1 und Kabel 1 sollen insgesamt 90.000 Euro zahlen. Nach Ansicht der ZAK hätten die Sender Zuschauer in die Irre geführt und das Verbot der Vorspiegelung eines Zeitdrucks missachtet. Die Kommission hatte die Nichteinhaltung der Gewinnspielregeln bei stichprobenartigen Überprüfungen festgestellt. Der ZAK-Vorsitzende Thomas Langheinrich betonte, dass der Bayerische Verwaltungsgerichtshof die Gewinnspielsatzung in wesentlichen Teilen bestätigt habe. Die Landesmedienanstalten wollen daher Verstöße im Sinne des Verbraucherschutzes weiterhin ahnden, so Langheinrich. Zuletzt war der Privatsender 9Live mit einem Bußgeld in Höhe von 95.000 Euro belegt worden.
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13.11.2009
Liberty Global will Unitymedia
Der US-amerikanische Medienkonzern plant, den nordrhein-westfälischen Kabelnetzbetreiber Unitymedia zu übernehmen. Der Erwerb soll nach Information der Unternehmen im ersten Halbjahr des kommenden Jahres erfolgen. Liberty Global verfügt über ein internationales Kabelnetz in 14 Ländern. Unitymedia hat in Deutschland 4,5 Millionen Basiskabelkunden und ist der drittgrößte Kabelanbieter in Europa. Nach eigenen Angaben werde das neue Unternehmen weltweit mehr als vierzig Millionen Haushalte erreichen. Der Kaufpreis für das Kölner Unternehmen Unity Media, vormals ish, betrage 3,5 Milliarden Euro. Liberty Global ist nicht nur ein Infrastrukturunternehmen, sondern produziert auch eigenen Fernsehinhalte. Der Konzern des US-Amerikaners John Malone hatte als Liberty Media 2002 bereits versucht, auf dem deutschen Kabelmarkt Fuß zu fassen, war jedoch am Veto des Bundeskartellamtes gescheitert.
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13.11.2009
Interkultureller Austausch
"Communication and Journalism": ein neuer, deutsch-russischer Studiengang.

Radio
Die Lomonossow Universität in Moskau.
©Jean & Nathalie/flickr.com

In seiner aktuellen Rede an die Nation hat der russische Staatspräsident Alexander Medwedew sein eigenes Land als rückständig und reformbedürftig bezeichnet. Er forderte eine Gesellschaft der "klugen, freien und verantwortungsbewussten Menschen". Seine Reformpläne beziehen sich aber vor allem auf die Wirtschaft und die Umwelt – von der Freiheit der Presse fand sich in seiner Rede nichts. Dass unabhängiger Journalismus in Russland in den letzten Jahren immer schwieriger geworden ist, belegen nicht zuletzt Fälle wie der der getöteten Reporterin Anna Politkowskaja. Wie also schreiben und recherchieren in einem Land, in dem das Leben eines Journalisten nicht viel wert ist? Fragen, auf die der neue deutsch-russische Studiengang "Communication and Journalism" Antworten zu geben versucht. Eine Kooperation zwischen der Freien Universität Berlin und der Lomonossow Universität Moskau.

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28.10.2009
Die Zukunft des Radios
Oder: Was Hörer wirklich wollen.

Radio

News über den Lieblings-Popstar werden bei Twitter gezwitschert, das Handy liefert eine Staumeldung auf dem Weg zur Arbeit und regionale Veranstaltungstipps kommen täglich per E-mail. Kurz: Die Medien werden immer individueller. Das stellt die Hörfunkbranche vor eine große Herausforderung. Aber Radiosender orientieren sich immer noch an der breiten Masse. Internet und Mobilfunk werden als Kommunikationsinstrumente im privaten Hörfunk bisher weitgehend unterschätzt oder nur unzureichend eingesetzt. Das sind nicht nur verschenkte Erlösquellen, sondern das ist auch verspieltes Potenzial. Das neue mediale Nutzungsverhalten zwingt die Branche nun zum Umdenken. Unterstützung erfährt sie dabei durch die wissenschaftlichen Untersuchungen einer Diplomandin der Rheinischen Fachhochschule Köln. In funkfenster online fasst sie die Ergebnisse ihrer Diplomarbeit zusammen.

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29.10.2009
Verzweiflungsregulierung
23. Münchner Medientage eröffnet


"Wir sind über unsere Unfähigkeit, das Internet zu regulieren, so verzweifelt, dass wir das Fernsehen überregulieren", kritisierte Anke Schäferkordt, Geschäftsführerin der Mediengruppe RTL Deutschland, zum Auftakt der Medientage München. Schäferkordt forderte mit Vehemenz eine konvergente Regulierung. "Irgendwann werden wir uns fragen, ob wir so einsam im Sattel sind, weil das Pferd tot ist", prognostizierte die RTL-Chefin. Rückendeckung bekam Schäferkordt ausgerechnet von einem Vertreter der öffentlich-rechtlichen Sender in Deutschland.
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06.10.2009
Journalistische Juwelen
Zum achtzehnten Mal ehrte die Landesanstalt für Medien NRW (LfM) herausragende Leistungen im Hörfunk.

Hoerfunkpreis_2005_Skulptur
LfM-Hörfunkpreis 2009

Nordrhein-Westfalen ist ein Land mit einer vielfältigen und leistungsfähigen Privatfunklandschaft – das haben in diesem Jahr erneut die LfM-Hörfunkpreise unter Beweis gestellt. Achtmal vergab die Jury mit dem Vollpreis die höchste Auszeichnung, drei Preisträger konnten den Anerkennungspreis mit in die heimische Redaktion nehmen. Der Hörfunkpreis der Landesanstalt für Medien NRW (LfM) wird seit 1992 als Anerkennung für kreative Programmleistungen im NRW-Lokalfunk vergeben. Die Preisverleihung fand, wie im vergangenen Jahr, in der Turbinenhalle der Stadtwerke Düsseldorf statt.
Reportage und Preisträgerinterviews

 

28.09.2009
Knastalltag jenseits von Haftromantik
Das Medienprojekt Podknast liefert die ungeschönte Wahrheit über das Leben hinter Gittern.

Christian und Marius
Schonungslos, möglichst realistisch und jederzeit im Internet abrufbar – das sind die Produktionen von „Podknast“. Das Projekt der Landesanstalt für Medien NRW (LfM) in Zusammenarbeit mit dem Justizministerium NRW hat im zweiten Jahr seines Bestehens sein Programm erweitert. Neben den Audiobeiträgen, den so genannten „Podcasts aus dem Knast“ (Podknast) werden nun auch Videoproduktionen gezeigt. Alle Beiträge werden von den jugendlichen Gefangenen aus drei nordrhein-westfälischen Justizvollzugsanstalten selbst produziert und sind im Internet abrufbar. Die jugendlichen Straftäter sollen sich mit den Konsequenzen ihrer Inhaftierung auseinandersetzen. Podknast hat nichts mit Haftromantik zu tun und zeigt die ungeschminkte Wahrheit über den Alltag hinter Gittern – auch und gerade denjenigen, die noch nie im Gefängnis waren.
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17.09.2009
Geldbußen für Gewinnspielsendungen
Die Kommission für Zulassung und Aufsicht der Landesmedienanstalten (ZAK) hat in sechs Fällen Bußgelder gegen Fernsehsender verhängt. Sat.1 muss 40.000 Euro bezahlen, weil es in der Sendung "Quizznight" zu Verstößen gegen die neue Gewinnspielordnung gekommen ist. Der Privatsender Das Vierte wird wegen ähnlicher Verstöße mit 12.000 Euro belangt. Die ZAK teilte mit, dass sie gegen 9Live sieben Ordnungswidrigkeitsverfahren anstrengen werde, die ebenfalls zu Geldbußen führen könnten. Thomas Langheinrich, Vorsitzender der ZAK, erklärte, dass es nicht hinnehmbar sei, dass Sender die Zuschauer an der Nase herumführten. Einige der Sender seien Wiederholungstäter, so Langheinrich.
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21.08.2009
Chancen, Risiken und Nebenwirkungen
Die Computerspielewelt blickt nach Köln, zur Gamescom 2009.

Gamescom

Köln ist in diesen Tagen zum ersten Mal das Mekka für interaktive Computerspieler aus aller Welt. Vom 19. bis zum 23. August trifft die Games-Branche in der Köln Messe auf ihre Kundschaft. Mit 420 Ausstellern aus mehr als dreißig Ländern ist die Gamescom Europas größte Messe für elektronische Spiele und interaktives digitales Entertainment. An etwa 10.000 Spielestationen wird auf insgesamt 120.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche aktuelle Software für Computer und Konsolen vorgestellt. Unter anderem präsentieren die Hersteller etwa hundert Spiele-Premieren. Der Andrang ist riesig: Um besonders attraktive Neuheiten ausprobieren zu können, müssen Zuschauer manchmal bis zu eine Stunde Wartezeit in Kauf nehmen. Aber das Thema Risiken und Nebenwirkungen spielt auf der Messe auch eine Rolle. funkfenster online hat den Beipackzettel.

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17.07.2009
Mission Wasserturm
In Remscheid macht waterboelles.de den Zeitungen Konkurrenz.

Waterboelles.de

"Waterboelles" nennen die Remscheider ihren Wasserturm direkt hinter dem Rathaus, der zu einem Wahrzeichen der Stadt geworden ist. "waterboelles.de" heißt eine Internet-Plattform, mit der ein erfahrener Journalist im Ruhestand eine ernstzunehmende Konkurrenz für die etablierten Remscheider Medien betreibt. Lothar Kaiser reagiert mit waterboelles.de blitzschnell auf alles, was sich in und um seine Heimatstadt im Bergischen so tut. Sehr zur Freude der Remscheider, die das "kommunalpolitische Forum" mittlerweile gerne nutzen, um sich zu informieren. funkfenster online stellt die lokale Online-Chronik vor.

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1.07.2009
Die Generationenkluft schließt sich
Forscher von "EU Kids Online" geben Untersuchungsergebnisse bekannt.

EU Kids online Logo

Die alte Formel, Kinder seien die "Digital Natives" und Eltern die "Digital Immigrants", scheint auf europäischer Ebene nicht mehr zu gelten. Tatsächlich hat die Zahl der erwachsenen Internetnutzer die Zahl der Kinder, die online sind, eingeholt. 2005 waren erst 66 Prozent der Erwachsenen schon einmal online. Im vergangenen Jahr nutzten bereits 85 Prozent der Erwachsenen das Internet. 2005 waren dagegen noch deutlich mehr Kinder als Erwachsene im Internet. Das Verhältnis ist also inzwischen ausgeglichen. Zu diesem Ergebnis kommt der Forschungsverbund "EU Kids Online" zum Abschluss seiner dreijährigen Tätigkeit. Für Deutschland war das Hans-Bredow-Institut federführend, das die Ergebnisse der Kooperation beim 21. medienforum.nrw vorstellte.

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10.06.2009
NRW-Medien wieder Chefsache?
Das Mediengesetz in Nordrhein-Westfalen soll novelliert werden.

Paragrafen

Während in den 1990er-Jahren alle arbeitsmarktpolitischen Hoffnungen auf den Medien ruhten, ist im 21. Jahrhundert Ernüchterung eingetreten. Die Medien leiden selbst unter einer schweren Struktur- und Wirtschaftskrise. Gleichzeitig ist die politisch katalysierte Förderung dieser Branche in Nordrhein-Westfalen in den Hintergrund getreten. Die Zeiten, in denen die Entwicklung der Medien in NRW auf der Agenda der Landespolitik ganz oben stand, sind vorbei. Aber sind sie das wirklich? Erste Zeichen für eine Wiederbelebung entdecken manche im Konzept für ein neues NRW-Mediengesetz. Kritiker dagegen vermissen den großen Wurf und bezeichnen die Novelle als verfassungsrechtlich bedenklich. Jetzt ist die Vorlage des neuen NRW-Mediengesetzes vom Kabinett in Düsseldorf verabschiedet worden. Was drin steht, erklärt funkfenster online.

 

14.05.2009
Ausgepöbelt
Mit Oliver Geissen verschwindet die vorletzte Nachmittagstalkshow aus den Programmen der kommerziellen Sender.

Oliver Geissen
Oliver Geissens Stuhl steht ab Herbst woanders.
© RTL

In den neunziger Jahren waren sie das medienpolitische Aufregerthema schlechthin: Die nachmittäglichen Talkshows, die mit viel Krawall und Themen unter der Gürtellinie Medienaufseher und Kritiker auf den Plan riefen: Shows wie "Hans Meiser", "Arabella", "Vera am Mittag", "Andreas Türck" oder "Ilona Christen" sorgten für gute Quoten und Werbeeinnahmen, wenn auch das Image litt und TV-Entertainer Harald Schmidt diese Sendungen "Unterschichten-Fernsehen" taufte.

Aber die Reichweiten rutschten immer tiefer in den Keller, eine Show nach der anderen verschwand vom Schirm. Doch von vielen unbemerkt gab es noch zwei Exemplare im Programm der Privatsender: "Oliver Geissen"(RTL) und "Britt" (SAT1). Doch für Oliver Geissen ist im Herbst nach mehr als 1.800 Sendungen Schluss. Damit scheint das endgültige Ende dieser Genres besiegelt.

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30.04.2009
Dickschiff im Sturm
Österreichs Regierung will Privatmedien an den Rundfunkgebühren beteiligen, und im ORF macht sich die Politik noch breiter.

ORF Testbild
ORF Testbild

Die elektronischen Medien Österreichs stehen vor weitreichenden Veränderungen. Im Rahmen der Budgetdebatte im Wiener Parlament kündigte die Regierungskoalition an, künftig die Privatsender mit fünf Millionen Euro aus dem Rundfunkgebührentopf subventionieren zu wollen. Gleichzeitig wird über ein neues ORF-Gesetz beraten, denn der einzige öffentlich-rechtliche Sender des Landes hat 2008 mit einem Defizit von achtzig Millionen Euro bilanziert. Der Sender muss also saniert werden, Kritikern gehen die Regierungspläne von SPÖ und ÖVP allerdings deutlich zu weit. Ihrer Meinung nach soll der Sender unter dem Reformvorwand "politisch freigeschossen" werden. Generaldirektor Alexander Wrabetz, mitverantwortlich für die Finanzmisere, ist anscheinend nicht regierungstreu genug und kann auch mit seinem rigiden Sparkurs, den er diese Woche vor dem ORF-Publikums- und Aufsichtsrat vorstellte, nicht punkten.

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22.04.2009
In den digitalen Fallen
Gegen die "Generationenkluft" – Wie Eltern Medienkompetenz lernen können

Elternabend
Ein Elternabend der Initiative "Eltern+Medien" –
Fox-Foto Uwe Völkner

"Wie lange soll ein Kind überhaupt online sein?": Solche grundsätzlichen Fragen hören die Medienpädagogen auf den Elternabenden der Initiative "Eltern + Medien" der Landesanstalt für Medien NRW oft. Ob sozialer Rückzug oder sogar Isolation zu befürchten ist, wenn die Kinder ständig online sind, wollen viele Eltern wissen. Für 2009 hat die Initiative bereits 460 Elternabende auf Anfrage von Schulen in NRW fest gebucht. Mehrere Hundert weitere stehen auf einer Warteliste.
Ralf Siepmann hat zwei der Elternabende besucht.

 

14.04.2009
Kooperation zwischen NRW und der International Academy
Jährliches Treffen zur International Emmy–Verleihung: Deutsche und Amerikaner im Austausch

Logo: Emmy

Sie sind die amerikanischen Fernseh-Oscars: die Emmys. Nicht weniger begehrt sind die International Emmys. Mit den Auszeichnungen werden die besten TV-Produktionen außerhalb der USA geehrt. Jetzt hat die Academy in Cannes auf der Mip TV, der größten Programm-Messe der Welt, eine gemeinsame Initiative mit dem Bundesland Nordrhein-Westfalen bekannt gegeben. Das Ziel: die Förderung eines transatlantischen Dialogs anlässlich der International Emmy Verleihung in New York. Wilfried Urbe über ein ungewöhnliches Projekt...

23.03.2009
USA: Analoger Switch off mit Hindernissen
Was Deutschland beim DVB-T schon geschafft hat, sorgt in den USA für Probleme: Die Umstellung vom analogen aufs digitale Antennenfernsehen.

Werbung Switch off
Werbung Switchoff
© NAB

Am 8. Juli 1998 wurde es amtlich: Im Jahr 2010 sollen die Rundfunkfrequenzen in Deutschland nur noch digital genutzt werden. So das ehrgeizige Ziel der damaligen schwarz-gelben Bundesregierung. Sie gründete die "Initiative Digitaler Rundfunk" (IDR). Als erste Modellregion machte Berlin-Brandenburg 2002 ernst und sattelte um vom analogen auf das digitale terrestrische Fernsehen (DVB-T). Eine Erfolgsgeschichte, das ist mittlerweile klar. Fast neunzig Prozent der Deutschen haben heute Zugriffsmöglichkeit auf DVB-T. Diese Technik ist kostengünstig, einfach und findet sich nicht nur in Fernsehgeräten, sondern auch auf PCs und Laptops wieder. Doch was ist mit dem digitalen Hörfunk, was ist mit der digitalen Übertragung von Rundfunk per Kabel und Satellit? Die IDR heißt mittlerweile "Forum Digitale Medien" und zumindest in Sachen digitaler Hörfunk sind noch viele Probleme ungelöst. Aber mit den Schwierigkeiten bei der Umstellung ist Deutschland nicht alleine. In den USA heißt das analoger "switch off". Die Abschaltung der analogen Terrestrik sorgte seit dem Amtsantritt des neuen Präsidenten für Schlagzeilen.
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4.03.2009
Eine Wanne voller Geld!
Freiwillige Vereinbarungen regelten bislang Gewinnspiele in Fernsehen und Hörfunk. Jetzt gibt es erstmals eine rechtliche verbindliche Satzung.

Kabel1
© Kabel1

"Monikas Vater hat fünf Töchter. Lele, Lala, Lulu, Lolo... Wie heißt die fünfte Tochter?" Mit solchen Kopfnüssen fordern Fernsehsender ihre Zuschauer in deutschen Wohnzimmern heraus. Fünfzig Cent kostet ein Anruf bei einem Gewinnspiel in der Regel. Ein Einsatz, der vielen gering erscheint, sind doch nicht selten am Ende mehrere Tausend Euro zu erzielen. Theoretisch.Praktisch aber stehen bei "Monika" entweder alle Zuschauer auf der Leitung, oder aber die Sender wollen partout niemanden gewinnen lassen. Die Antwort liegt auf der Hand und der Moderator preist trotzdem Stunde um Stunde die Wanne voller Geld an, die es bei richtiger Beantwortung der Frage zu gewinnen gäbe. Nur kein Anrufer landet im Studio. Ein Schelm, der da an Manipulation denkt. Der Medienaufsicht jedenfalls genügten die freiwilligen Vereinbarungen der Veranstalter von Gewinnspielsendungen und Gewinnspielen nicht mehr. Eine rechtlich verbindliche Regelung musste her. Die ist jetzt fertig, heißt Gewinnspielsatzung und tritt in Kraft, sobald sie von allen Landesmedienanstalten in den jeweiligen Gesetzesblättern veröffentlich wurde. Verantwortlich dafür zeichnet die Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK). Ihr Vorsitzender Thomas Langheinrich erläutert die Satzung im Gespräch mit funkfenster online.
Das Interview

27.02.2008
Koch vs. Brender: Quote vs. Programm?

Die Zeit scheint wirklich reif dafür zu sein, dass Politiker ins Unternehmerfach wechseln. Noch vor den Banken und Autounternehmen ist jetzt das Fernsehen dran. Roland Koch, Hessischer Ministerpräsident und Mitglied des ZDF-Verwaltungsrats, macht es vor. Sein Widerstand gegen die Vertragsverlängerung des ZDF-Chefredakteurs habe keinen politischen Hintergrund, sagte er am 24. Februar 2009 der F.A.Z. Sie sei "ganz handfest" darin begründet, dass die Informationssparte des ZDF Probleme auf dem Zuschauermarkt habe: "Können wir (sic!) im Wettbewerb mit anderen zufrieden sein?" Natürlich nicht, denn "2008 wurden wir (sic!) erstmals von 'RTL aktuell' überholt".
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28.01.2009
Journalismus aus der Reisetasche
Videojournalisten sind für private und öffentlich-rechtliche Sender ein Berufsstand mit Zukunft.

Angela Merkel
Bundeskanzlerin Merkel eröffnete das Forum
Lokaljournalismus. © bpb

Vor kurzem konnte man Erschreckendes über die Auswirkungen der Finanzkrise auf die Medien lesen. Nicht nur, dass es künftig keine goldenen Fernsehpreise mehr geben soll, wie man aus den Reihen des Springer-Verlags hört. Bei medialen Großveranstaltungen soll auch am Essen gespart werden. Sind die Zeiten von Glanz und Gloria der Fernsehunterhaltung jetzt endgültig vorbei? Es sieht so aus. Die Branche backt kleinere Brötchen und spart wo sie kann. Wieder steht eine Werbekrise, wie schon zu Beginn des neuen Jahrtausends, vor der Tür. Und da besinnt sich die Medienwirtschaft auf ihre Primärtugend: den Journalismus. Nur dass dieser Journalismus – Krise eben – im Jahr 2009 ganz bescheiden daher kommt. Statt Christiansen im Abendkleid sollen so genannte Videojournalisten Ruhm und Ehre der Medienunternehmen mehren. Beim 17. Forum Lokaljournalismus der Bundeszentrale für politische Bildung in Schwerin war den Videojournalisten ein eigener Workshop gewidmet. Sind sie eine Zunft mit Zukunft?
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19.01.2009
Der Staat bin ich
Bei den Beratungen zur Reform der Medienlandschaft in Frankreich hat der Staatspräsident das letzte Wort.

Livre Vert
Das "Grünbuch" enthält Vorschläge zur
Medienreform in Frankreich.

"Es könnte kaum schlechter stehen um Frankreichs Presse. In den letzten sechzig Jahren sind hundert Titel gänzlich vom Markt verschwunden, die Verbliebenen überleben nur mit Hilfe von millionenschweren Staatssubventionen. Die Gewerkschaften halten die Tageszeitungen im Würgegriff. Außerdem ist die Distribution der Tageszeitungen so schlecht organisiert, dass der Springer Verlag sein Projekt einer französischen Bild-Zeitung gestoppt hat. Präsident Sarkozy will jetzt auch noch das Anti-Konzentrationsverbot aufweichen. Kritiker meinen, um die großen Konzerne seiner Freunde noch größer zu machen. Kurzum, Frankreichs Presse ist in einer Krise, eine ernstzunehmende Zeitungslandschaft mit unabhängigen Medien scheint es nach Ansicht vieler Experten nicht mehr zu geben. Nach dem Vorbild der Französischen Revolution haben jetzt die Generalstände der Presse, die Etats Généraux de la Presse, drei Monate lang getagt und auf Abhilfe gesonnen."
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19.12.2008
Wer zuletzt lacht...
Mitten in der größten Finanz- und Wirtschaftskrise seit siebzig Jahren reibt sich ein Medienunternehmer die Hände: Rupert Murdoch.

Rupert Murdoch
Rupert Murdoch

Die Weltwirtschaft geht in die Knie, die Wirtschaftsweisen überbieten sich mit Negativprognosen für das kommende Jahr und auch die Medienbranche fürchtet Schlimmstes. Doch inmitten dieses Wirtschafts- und Finanzfiaskos vermeldet einer Erfolge. Rupert Murdoch scheint alles richtig gemacht zu haben, während sich über US-Zeitungsriesen wie der Tribune Company schwarze Wolken ballen. Murdochs Wall Street Journal zieht gegen den Trend um zwanzig Prozent im Einzelverkauf an. Und dabei hatten viele noch 2007, bei den zähen Verkaufsverhandlungen vor dem Einstieg von Murdoch bei der New Yorker Zeitung, den Untergang des christlichen Abendlandes prognostiziert. Davon ist zurzeit keine Rede mehr - wirtschaftlicher Erfolg in der Krise scheint die Kritiker verstummen zu lassen. Und auch in Europa hat Murdoch anscheinend dieses Quäntchen Fortune, das man besonders in schweren Zeiten braucht. Jüngst punktete er, weil er sich die Übertragungsrechte an den olympischen Spielen für 2014 und 2016 für Italien und die Türkei sicherte. Die European Broadcasting Union (EBU) ging dagegen leer aus. Doch was hat der 77-Jährige Milliardär mit seinen Anteilen am deutschen Bezahlsender Premiere vor?
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25.11.2008
Kreativität zahlt sich aus
Mit dem Campus-Radio-Preis NRW würdigt die LfM erneut herausragende, engagierte und erstaunlich kreative Programmleistungen in den Campusradios.

Die Qualität der in den Campusradios erstellten Sendungen und Beiträge erstaunt jedes Jahr aufs Neue die Jury des Campus-Radio-Preis NRW. Sie haben die Qual der Wahl, aus zahlreichen Einsendungen die Allerbesten auszuwählen. Dabei entpuppten sich die Campusradios 2008 einmal mehr als wahre Oasen der Kreativität. Anders ist es nicht zu erklären, dass in der Kategorie "Kreative Programmleistung", quasi der Kür des Radiomachens, gleich drei Preise verliehen wurden. Zwei Preisträger aus dieser Kategorie möchten wir hier mit ihren Absichten, ihrer Motivation und Arbeitsweise, aber auch ihren Zukunftsperspektiven einmal näher vorstellen.
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25.11.2008
SMS ist keine Zauberei!
Im rheinischen Lohmar lernen Senioren von Realschülern den Umgang mit Mobiltelefonen

 Das Handyprojekt an der Realschule Lohmar
Das Handyprojekt an der Realschule Lohmar.
©Hagen Wolff

Die Zensuren, die ältere Menschen den Herstellern ihrer Mobiltelefone geben würden, sind schlecht. Zu kleine Displays, winzige Tasten und das meiste, was ein Handy kann, das braucht sowieso niemand. Niemand über dreißig, müsste man wohl einschränkend sagen. Denn gerade die jüngeren Mobiltelefonierer telefonieren selten mobil, machen aber dafür alles andere, was man mit einem modernen Handy so alles machen kann: filmen, fotografieren, spielen, Botschaften senden und Musik hören. Dass Senioren davon oft Lichtjahre entfernt sind, davon können sich Realschülerinnen und Realschüler aus Lohmar überzeugen. In diesem rechtsrheinischen Städtchen gibt es nämlich einen Kurs, in dem sich verschiedene Generationen gemeinsam über das technische Wunderding Handy beugen. In einem Projekt der Realschule Lohmar profitieren Senioren von der Medienkompetenz der Neunt- und Zehntklässler, die ihnen die Bedienung von Handys näher bringen.
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10.11.2008
Weltmeisterschaft der schnellen Daumen
In Köln trafen sich die besten Computerspieler der Welt zu den "World Cyber Games".

World Cyber Games
Die World Cyber Games in Köln
© Fox-Foto Uwe Völkner

Sie sind männlich, jung und kommen aus aller Herren Länder. Ihre Leidenschaft heißt "World of Warcraft", "Age of Empires 3" oder "Counterstrike". Sie spielen am Computer und einige können davon mittlerweile sogar schon leben. Die besten von ihnen hatten sich vom 6. bis 8. November in Köln versammelt, um ihre virtuellen Krieger gegeneinander antreten zu lassen. Die World Cyber Games (WCG) fanden zum ersten Mal in Deutschland statt und sind so etwas wie die olympischen Spiele für "Online-Gamer". Die Wachstumsrate der Computerspiele-Branche ist atemberaubend. Zeitgleich zu den WCG fand in Köln die "Computerspiele Camp(us) Cologne" statt, von der Landesanstalt für Medien NRW (LfM) mitorganisiert. Hier stand das Thema "Jugendschutz" auf der Tagesordnung.
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