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01.06.2010
Radiokinder in Herford
Das Schulradioprojekt in Herford ist eine Erfolgsstory.
Der Herforder Grundschüler Jan-Cedric bringt es auf den Punkt: "Da kriegen die Menschen was Ordentliches zu hören, besonders wenn vorher Arminia Bielefeld verloren hat."
Seit Beginn der Medienoffensive im Bereich der Schulprojekte wurden im Kreis Herford mehr als 1.000 Schülerinnen und Schüler an elf Schulen in drei Staffeln von je einem Jahr unterrichtet.
Ihre Beiträge laufen im Rahmen des Projekts samstags am frühen Abend.
Großprojekt
Zuerst stand die Schnupperphase im Vordergrund, dann engagierten sich die pädagogischen Fachkräfte in Medienkompetenzprojekten.
Sie übernahmen nach Lehrerfortbildungen selbstständig Unterrichtsteile, um in der letzten Staffel eigenständig Radioprojekte in ihren
Unterricht integrieren zu können.
Gemeinsam für Medienkompetenz
Mit Kooperationsvereinbarungen zwischen der VG Radio Wittekindsland (94,9 Radio Herford) und den Schulen wurde eine Sondersendezeit
nach der Sportliveübertragung am Samstag 18 bis 19 Uhr vereinbart. In diesem Jahr wurde die Sendezeit wegen des großen Interesses bis 20 Uhr
erweitert.
Die Radiosendungen der Schüler stießen auf große Resonanz, die Themen waren so vielfältig wie die Herkunft der Schüler und die
Bildungsgänge. Mit dabei waren Schüler der Schulformen Abendschule, Grundschule, Hauptschule, Realschule, Gymnasium, Berufskolleg und aus der
Hochbegabtenförderung.
 Radiokinder bei der Feuerwehr Bild: Rolf Ruck
Die Themen deckten ein breites Spektrum des Alltags ab: Menschen in unserer Stadt, Grund- und Menschenrechte, Wirtschaftskrise
und Jugendkriminalität, die Situation der alten Menschen, häusliche Gewalt, wer schlägt, hat Schuld, Wirtschaftskrise in den Familien und
Kindesmissbrauch. Und natürlich fanden sich auch Schulthemen in den Radiosendungen der Kinder und Jugendlichen wieder.
Radiokunst von kleinen Leuten
Als besonderen Hörgenuss berichteten die jungen Radiomacherinnen über die Entstehung ihres Hörspiels: „Die Zauberschule und der
kleine Kobold“, eine Geschichte von Ausgrenzung und Freundschaft völlig unterschiedlicher Koboldwesen.
Allen Aktivitäten des Vereins für Soziales Lernen Herford, der Grundschule Radewig, der Landesanstalt für Medien NRW und „94,9
Radio Herford“ im Bereich Medienkompetenz ist das Ziel gemeinsam, „Medienkompetenz als gesellschaftlich relevanten Faktor bewusst zu machen und
in der Gesellschaft verstärkt zu etablieren.“
 Radiokinder im Museum MARTa. Bild: Rolf Ruck
In sechs Projekteinheiten gestalteten die sieben- bis zehnjährigen Radiokinder, wie sie sich selber nennen, sechs Stunden Radio
unter dem Motto „Menschen in unserer Stadt“ aus dem Hörfunkstudio der VHS Herford. Unterstützt wurden die Schülerinnen und Schüler im
Ganztagsunterricht der Grundschule Radewig von den Erzieherinnen Tina Reinsch und Sarah Pesselt.
Keine Angst vor großen Tieren
In den ersten Projekteinheiten interviewten sie den Bürgermeister der Stadt Herford: “Herr Wollbrink, ist ihre Frau mal sauer,
wenn sie so wenig zu Hause sind?“, den Bezirksbeamten der Polizei: „Haben sie schon einmal einen Menschen erschossen?“, fragten nach, wie die
Arbeit einer Tierärztin aussieht:“ Seit wann lieben sie Tiere?“ und was ein Karatemeister alles wissen muss.
 Radiokinder beim Chefkoch Bild: Rolf Ruck
Die Jungreporterinnen und -reporter informierten die Hörer über den Tierpark Herford und fragten den Chefkoch im Elsbach-Haus:
„Sagen Sie mal Herr Höhne, ist kochen nicht der absolute Stress?“, wollten mehr über MARTa wissen und rückten Greenpeace Bünde in den Mittelpunkt:
„Was schützt einen Baum, Frau Dute?“. Zwei junge Turnerinnen erzählten von den Wettkämpfen und dem Training mit ihrem Verein TK Herford und ein
Bauingenieur berichtete von der Planung bis zum Bau neuer Projekte.
Ein ambitioniertes Programm also. Und nach ihren Erfolgen können sich einige Schülerinnen und Schüler sogar vorstellen, nicht
nur Feuerwehrhauptmann oder Tierärztin, sondern Profireporter zu werden.
Rolf Ruck

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