Es handelt sich um die Abkürzung für Terrestrial Digital Video Broadcasting und bezeichnet das System der Übertragung digitaler Fernsehprogramme über terrestrische Sender.
Was steckt hinter dem Begriff ÜberallFernsehen?
Es handelt sich um die nutzerfreundliche Bezeichnung für DVB-T. Der Begriff soll verdeutlichen, dass terrestrisches digitales Fernsehen quasi überall stationär, portabel und auch mobil empfangen werden kann.
Bild 8: Logo ÜberallFernsehen
Welche Bedeutung hat das Qualitätszeichen Das ÜberallFernsehen auf DVB-T-Empfängern (z. B. Set-Top-Boxen für DVB-T)?
Dieser Aufkleber signalisiert, dass der jeweilige DVB-T-Empfänger (z. B. Set-Top-Box für DVB-T) festgelegte Mindestanforderungen erfüllt, die für den typischen DVB-T-Empfang erforderlich sind.
Kann digitales terrestrisches Fernsehen über eine vorhandene Gemeinschafts-Antennenanlage verbreitet werden?
Grundsätzlich können Gemeinschafts-Antennenanlagen für das digitale
terrestrische Fernsehen genutzt werden.
Wenn die Anlage breitbandig arbeitet, also das gesamt empfangene Spektrum unverändert zu den Antennenanschlussdosen bei den Nutzern verteilt, dann muss sie allerdings bis 862 MHz ausgelegt sein.
Handelt es sich dagegen um eine kanalselektive Anlage, bei der in der Kopfstation aus dem gesamt empfangenen Spektrum die gewünschten Kanäle selektiert, auf niedrige Kanäle umgesetzt und als relativ schmales Frequenzband den Antennen-Anschlussdosen bei den Nutzern zugeführt werden, dann bedarf es der Umstellung der Kanalselektion auf die Kanäle für das terrestrische digitale Fernsehen.
Sind auch ältere Gemeinschafts-Antennenanlagen für die Verbreitung des digitalen terrestrischen Fernsehens geeignet?
Ältere Gemeinschafts-Antennenanlagen sind dann geeignet, wenn ihr Frequenzbereich 147 MHz bis 862 MHz beträgt und die verwendeten Koaxialkabel und die anderen Komponenten der Anlage ein Schirmdämpfungsmaß von 85 dB oder mehr aufweisen.
Diese Forderungen lassen sich im Bedarfsfall durch technische
Nachrüstungen erfüllen. Arbeitet die Gemeinschafts-Antennenanlage
mit kanalselektiver
Aufbereitung, dann muss diese auf die Empfangskanäle für das digitale
terrestrische Fernsehen umgeändert werden.
Kann ich auch weiterhin mein richtiges Regionalprogramm des WDR empfangen?
Ja, dies ist auch beim terrestrischen digitalen Fernsehen sichergestellt.
Wann wird nach den Regionen Köln/Bonn und Düsseldorf/Ruhrgebiet der Rest von Nordrhein-Westfalen mit digitalem terrestrischen Fernsehen versorgt?
Nach dem Start des digitalen terrestrischen Fernsehens in den beiden Regionen soll die Versorgung der Regionen Aachen, Bielefeld und Münster untersucht werden. Danach ist der Ausbau zur flächendeckenden Versorgung in noch abzustimmenden Einzelschritten grundsätzlich beabsichtigt.
Für den Ausbau der Sendernetze sind auch die wirtschaftlichen Aspekte maßgebend.
Was ist unter einem Gleichwellennetz zu verstehen?
Es handelt sich um ein Sendernetz, bei dem Sender an verschiedenen Standorten
auf demselben Kanal abstrahlen. Dadurch ergibt sich ein entsprechend großer
Versorgungsbereich.
Die gegenseitige Überlagerung der von den einzelnen Sendern abgestrahlten Signale würde beim analogen Fernsehen Empfangsstörungen hervorrufen. Beim digitalen Fernsehen ist dieser Effekt systembedingt jedoch völlig unkritisch und ermöglicht damit eine optimale Nutzung der verfügbaren Kanäle.
Bild 9: Gleichwellennetz
Wodurch unterscheiden sich stationärer, portabler und mobiler DVB-T-Empfang?
Bei stationärem DVB-T-Empfang arbeitet der DVB-T-Empfänger (z. B. Set-Top-Box für DVB-T) mit einer Außenantenne und ist für Netzanschluss (230 V) ausgelegt. Bei portablem Empfang ist der DVB-T-Empfänger (z. B. Set-Top-Box für DVB-T) an beliebigen Stellen positionierbar. Er arbeitet deshalb mit einer integrierten Antenne oder einer extern angeordneten Antenne.
Die Stromversorgung erfolgt über Netzanschluss (230 V) oder Batterien. Mobiler DVB-T-Empfang erfolgt in Fahrzeugen (PKW, LKW, Bus, Zug). Dabei ist die Antenne am Fahrzeug fest montiert. Die Stromversorgung erfolgt aus dem Bordnetz.
Wodurch unterscheiden sich Indoor-Empfang und Outdoor-Empfang?
Indoor-Empfang bedeutet DVB-T-Empfang innerhalb von Gebäuden, während Outdoor-Empfang außerhalb von Gebäuden erfolgt.
Beim digitalen terrestrischen Fernsehen kann der DVB-T-Empfänger (z. B. Set-Top-Box für DVB-T) das Signal auf mehreren Wegen erhalten. Es kann unmittelbar von einem oder mehreren Sendern des Gleichwellennetzes stammen, aber auch auf Umwegen über Reflexionen an Geländeerhebungen (Hügeln, Bergen) oder Bauwerken empfangen werden. Der Mehrwegeempfang führt bei DVB-T zu keinem Störeffekt.
Bild 10: Mehrwegeempfang
Welchen Einfluss hat die Umstellung auf das digitale terrestrische Fernsehen (DVB-T), wenn ich über Satellit oder Kabelanschluss empfange?
Die Umstellung auf DVB-T hat keinen Einfluss auf Satelliten- oder Kabelempfang. Der Nutzer muss also keine Maßnahmen zu ergreifen.
Wird digitales terrestrisches Fernsehen in ganz Deutschland verbreitet?
Das digitale terrestrische Fernsehen wird seit dem Jahr 2002 in Berlin und Brandenburg verbreitet. In den Jahren 2004 und 2005 erfolgt der Start in Nordrhein-Westfalen, Norddeutschland und im Rhein-Main-Gebiet. Außerdem bestehen auch Planungen für weitere Regionen in Deutschland. Die Situation ist aus nachfolgender Karte ersichtlich.
Bild 11: DVB-T-Startgebiete
Wo kann ich in Nordrhein-Westfalen digitales terrestrisches Fernsehen empfangen?
Seit 24. Mai 2004 ist DVB-T in der Region Köln/Bonn empfangbar, in der Region Düsseldorf/Ruhrgebiet erfolgt der Start am 8. November 2004.
Die nachfolgenden Karten zeigen einerseits die rechnergestützt erstellte Versorgungsprognose und andererseits die davon abgeleiteten Empfangsprognosen für die einzelnen Kommunen.
Bild 12 a: DVB-T-Versorgungsprognose für die Region Düsseldorf/Ruhrgebiet

Bild 12 b: DVB-T-Versorgungsprognose für die Region Düsseldorf/Ruhrgebiet
Bild 13 a: DVB-T-Versorgungsprognose für die Regionen Düsseldorf/Ruhrgebiet und Köln/Bonn

Bild 13 b: DVB-T-Empfangsprognose für die Regionen Düsseldorf/Ruhrgebiet und Köln/Bonn
Von welchen Sendern wird das digitale terrestrische Fernsehen in Nordrhein-Westfalen abgestrahlt?
In der Region Köln/Bonn werden die Senderstandorte Köln (Colonius) und Bonn (Venusberg) genutzt. In der Region Düsseldorf/Ruhrgebiet sind es die Senderstandorte Dortmund (Floriansturm), Düsseldorf (Rheinturm), Essen, Langenberg und Wesel.
Welche Programme sind in Nordrhein-Westfalen über DVB-T empfangbar?
Es werden ab dem 24. Mai 2004 folgende Programme verbreitet:
Dieses Angebot wird am 8. November 2004 durch folgende Programme ergänzt:

Bild 14: Programm-Logos
Auf welchen Kanälen wird das digitale terrestrische Fernsehen in Nordrhein-Westfalen abgestrahlt?
Es sind bisher nur Kanäle im UHF-Bereich vorgesehen. Der kleinste Kanal ist K 25, der größte Kanal ist K 66. Die Kanaleinstellung erfolgt beim DVB-T-Empfänger (z. B. Set-Top-Box für DVB-T) automatisch durch Programmsuchlauf.
Kann ich eine vorhandene terrestrische Antenne weiterverwenden?
Eine vorhandene Antenne kann grundsätzlich weiterverwendet werden. Sie muss allerdings mindestens für den Bereich von Kanal 25 bis Kanal 66 geeignet sein. Da beim digitalen terrestrischen Fernsehen in Nordrhein-Westfalen ausschließlich mit vertikaler Polarisation gearbeitet wird, sollte auch die Antenne darauf umgestellt werden. Dies bedeutet bei der bisher waagerecht montierten Antenne eine Drehung um 90 Grad in die vertikale Position.
Was muss ich bei der Auswahl der Antenne für DVB-T beachten?
Eine Antenne soll am Empfangsort die von einem Sender abgestrahlte Energie in ein Eingangssignal für den DVB-T-Empfänger (z. B. Set-Top-Box für DVB-T) wandeln. Diese Energie lässt sich als Feldstärke messen.
Für die einwandfreie Funktion muss die Antenne zuerst einmal bis Kanal 66 ausgelegt sein und vertikal polarisierte Wellen empfangen können. Abhängig von der vorhandenen Feldstärke wird ein bestimmter Antennengewinn (Angabe in dB) benötigt.
Die Antenne muss keine Richtwirkung aufweisen. Sollte diese jedoch vorliegen, dann ist die Ausrichtung auf einen Sender des Gleichwellennetzes erforderlich.
Abhängig von Bauform und Verwendungszweck sind Zimmerantennen, Außenantennen und Dachantennen unterscheidbar. Dabei kann es sich um passive oder aktive Antennen handeln.
Bild 15: DVB-T-Außenantenne
Was wird unter einer passiven Antenne verstanden?
Eine passive Antenne ist jede beliebige Antenne, die für ihre Funktion keine elektronischen Komponenten oder Baugruppen verwendet.
Es handelt sich um eine passive Antenne mit einem integrierten Verstärker. Dieser verstärkt die von der passiven Antenne empfangenen Signale unmittelbar.
Aktive Antennen werden über ein Koaxialkabel an den DVB-T-Empfänger (z. B. Set-Top-Box für DVB-T) angeschlossen und benötigen für den Verstärker stets eine Betriebsspannung. Diese wird entweder in einem Steckernetzteil erzeugt oder vom DVB-T-Empfänger (z. B. Set-Top-Box für DVB-T) über das Koaxialkabel zugeführt, wenn der DVB-T-Empfänger (z. B. Set-Top-Box für DVB-T) dafür ausgelegt ist.
Wie positioniere ich eine Zimmerantenne?
Die erforderliche Position der Zimmerantenne lässt sich nicht ausreichend sicher vorhersagen, da sie von verschiedenen Einflussgrößen abhängt. Es ist deshalb stets ein Ausprobieren erforderlich.
Vergleichbar der Nutzung des Handys bestehen häufig in der Nähe von Fenstern die besten Empfangsmöglichkeiten.
Ist der Indoor-Empfang von DVB-T in Gebäuden vom Stockwerk abhängig?
Es kann grundsätzlich davon ausgegangen werden, dass der DVB-T-Empfang mit zunehmender Stockwerkzahl besser wird. Im Grenzfall ist im Erdgeschoss kein DVB-T-Empfang möglich.
Muss ich die Antenne auf den Sender ausrichten?
Wenn die vertikal polarisierte Antenne aus allen Richtungen gleich gut empfängt, also Rundstrahlcharakteristik aufweist, dann ist eine Ausrichtung nicht erforderlich. Bei einer Antenne mit Richtwirkung ist jedoch die Ausrichtung auf einen der Sender des Gleichwellennetzes empfehlenswert, um störungsfreien Empfang sicherzustellen.
Bild 16: Unterschiedliche Ausführungen von DVB-T-Zimmerantennen
Ist auch mobiler Empfang des digitalen terrestrischen Fernsehens möglich?
Mit Hilfe einer geeigneten Antenne ist auch mobiler Empfang in Fahrzeugen möglich.
Bild 17: DVB-T-Empfang im Auto
Bild 18: DVB-T-Autoantenne |
Kann ich mit der vorhandenen Stabantenne für das Autoradio auch das digitale terrestrische Fernsehen empfangen?
Im Regelfall ist die Stabantenne für das Autoradio nicht
für DVB-T geeignet, weil sie nicht für die dabei eingesetzten Kanäle
ausgelegt ist. Es sind deshalb spezielle DVB-T-Antennen erforderlich.
Wie kann ich feststellen, welche Antenne erforderlich ist?
Sollen mehrere DVB-T-Empfänger (z. B. Set-Top-Box für DVB-T) in einem Haus betrieben werden, dann bietet sich eine Dachantenne an, die über ein Kabelnetz alle DVB-T-Empfänger (z. B. Set-Top-Box für DVB-T) mit dem erforderlichen Eingangssignal versorgt.
Für den Einzelempfang reicht in Sendernähe meist eine Zimmerantenne aus. Sofern der Empfang unzureichend ist, sollte eine Zimmerantenne mit integriertem Verstärker, also eine aktive Antenne, erprobt werden.
Im Bedarfsfall muss der Einsatz einer Außenantenne erfolgen. Ist diese auch nicht ausreichend, dann wird eine entsprechende Dachantenne benötigt.
Mit Hilfe geeigneter Messgeräte kann die Art der erforderlichen Antenne mit ausreichender Sicherheit ermittelt werden. Solche Messungen können Fachbetriebe durchführen.
Muss ich eine vorhandene Dachantenne neu ausrichten?
Die Dachantenne muss nicht neu ausgerichtet werden, wenn sie bereits auf einen Sender des Gleichwellennetzes ausgerichtet ist. Wegen der vertikalen Polarisation des DVB-T-Signals in Nordrhein-Westfalen sollte die Antenne allerdings von der bisher horizontalen Montageposition auf die vertikale Montageposition geändert werden.
Kann ich eine vorhandene Unterdach-Antenne auch für DVB-T nutzen?
Eine Unterdach-Antenne ist für DVB-T nutzbar, wenn sie die erforderliche Bandbreite aufweist, auf einen Sender des Gleichwellennetzes ausgerichtet ist und ein, bei vertikaler Polarisation, ausreichendes Eingangssignal liefert.
Bild 19: DVB-T-Dachantenne
Warum sollte die Dachantenne in Nordrhein-Westfalen vertikal angebracht werden?
Die vertikale Anbringung führt zu einem größeren Ausgangssignal der Antenne, weil DVB-T in Nordrhein-Westfalen mit vertikaler Polarisation der Wellen arbeitet. Wird mit einer horizontal polarisierten Antenne empfangen, dann beträgt das Antennensignal nur 10 Prozent bis 20 Prozent des Signals einer vertikal polarisierten Antenne. Die beiden Polarisationsrichtungen weisen also eine erhebliche Entkopplung auf.
Warum wird das digitale terrestrische Fernsehen in Nordrhein-Westfalen vertikal polarisiert abgestrahlt?
Die vertikale Polarisation ist wegen der Wellenausbreitung besser für den portablen und mobilen Empfang geeignet. Als Antennen sind im einfachsten Fall senkrecht angebrachte Stabantennen ausreichend.
Wird durch das digitale terrestrische Fernsehen die elektromagnetische Strahlung größer?
Im Vergleich zu einem Sender für das analoge terrestrische Fernsehen benötigt ein Sender für das digitale terrestrische Fernsehen nur etwa zwanzig Prozent der Strahlungsleistung, um dieselbe Fläche zu versorgen. Durch DVB-T verringert sich also der Elektrosmog.
Mit welchem Modulationsverfahren werden digitale Fernsehprogramme terrestrisch abgestrahlt?
Es handelt sich um das als COFDM [Coded Orthogonal Frequency Division Multiplex] bezeichnete Mehrträgerverfahren. Dabei werden viele in geringem Frequenzabstand nebeneinander liegende Trägersignale einzeln moduliert und als Gesamtsignal übertragen.