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Leitbilder und Themenschwerpunkte zur Förderung von Medienkompetenz 2009/2010

Mechthild Appelhoff, Bereichsleiterin Förderung der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM)

Medien sind heute in allen Lebensbereichen – Arbeit, Familie, Bildung, Freizeit und Politik – von zentraler Bedeutung. Sie sind eine wesentliche Sozialisationsagentur und zugleich ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Dies hat zur Folge, dass die Medienkompetenz zu einer Schlüsselkompetenz in unserer Gesellschaft geworden ist, die jeden Einzelnen herausfordert.

Diesem Umstand hat der Gesetzgeber in Nordrhein-Westfalen Rechnung getragen. So wurde im Rahmen der Novellierung des Landesmediengesetzes NRW im Jahr 2009 der Aufgabenkatalog der LfM im Bereich der Förderung von Medienkompetenz erweitert.

Demnach soll die LfM Medienkompetenz im Land fördern und die Medienerziehung unterstützen, um die Mediennutzerinnen und Mediennutzer zu befähigen, selbstbestimmt, kreativ und verantwortlich mit den elektronischen Medien umzugehen und an der Informationsgesellschaft gleichberechtigt und barrierearm teilzuhaben (vgl. § 39 LMG NRW). Da insbesondere Eltern als Mittler und Multiplikatoren eine wichtige Rolle spielen, sollen sich Projekte und Fördermaßnahmen, so das LMG, auch an sie richten.

Die LfM soll zum Zweck der Förderung von Medienkompetenz mit Schulen und Trägern der öffentlichen und der freien Jugendhilfe zusammenarbeiten und ehrenamtliche Initiativen zur Förderung der Medienkompetenz in der Durchführung unterstützen. Sie soll hierzu insbesondere innovative Projekte der Medienerziehung und Formen selbstorganisierten Lernens initiieren. Die Förderung soll sich darüber hinaus auch auf die Aus- und Fortbildung in Medienberufen erstrecken. Insbesondere soll die LfM einen Beitrag zur Vernetzung von Projekten zur Förderung von Medienkompetenz und -erziehung in NRW leisten. Die LfM hat zudem den Bürgerfunk zu fördern und allgemeine Auskünfte über die Rechte von Rundfunkteilnehmern und die Möglichkeiten der Rechtswahrnehmung zu erteilen (vgl. hierzu § 88 LMG NRW).

I Leitbilder

Vor diesem Hintergrund hat die LfM vielfältige Aktivitäten zur Förderung von Medienkompetenz entwickelt. Dabei ist der Begriff Medienkompetenz als Oberbegriff zu verstehen. Er umschließt Aktivitäten in den Tätigkeitsfeldern Medienkompetenz/Medienbildung, Mediennutzerschutz, Medienforschung und Bürgermedien.

Der Planung und Umsetzung dieser Aktivitäten liegen verschiedene Leitbilder zugrunde; diese Leitbilder definieren die Ziele, die mit den Projekten und Förderaktivitäten der LfM erreicht werden sollen

  • (Jugendmedien-/Mediennutzer-)Schutz
    Von Medien können insbesondere für Kinder und Jugendliche, aber auch für Erwachsene Gefährdungspotenziale ausgehen.

    So können Kinder und Jugendliche durch die Konfrontation mit problematischen Inhalten, wie Pornografie oder Verherrlichung von Gewalt, in ihrer Entwicklung beeinträchtigt oder gefährdet werden. Deshalb sollen in Ergänzung zu dem gesetzlichen Jugendmedienschutz, der Kinder und Jugendliche durch Altersklassifizierungen und Zugangsbeschränkungen vor Gefährdungen schützt, die Förderaktivitäten der LfM im Bereich der Medienkompetenz das Ziel verfolgen, Kinder und Jugendliche so zu qualifizieren, dass sie mit den Medien und ihren Inhalten kompetent und selbstbestimmt umgehen können. Hierzu sollen auch Eltern und Pädagogen befähigt werden, Kinder und Jugendliche beim Erwerb von Medienkompetenz zu unterstützen.

    Erwachsende können im Internet unter anderem durch Viren, Würmer, Phishing-Attacken, durch sog. „Abzockeangebote“ oder aber durch die Verletzung von Persönlichkeitsrechten und Datenschutz gefährdet sein. Die LfM stellt deshalb auch für diese Zielgruppe Informations- und Qualifikationsangebote zur Verfügung.
    Allen Aktivitäten der LfM im Sinne des Jugendmedienschutzes sowie des Mediennutzerschutzes liegt das Anliegen zugrunde, durch Kompetenzentwicklung und Information potenzielle Risiken, die von Medien ausgehen können, zu minimieren.
  • Bildung
    Das Lernen, der Erwerb von Wissen und der Zugang zu Information sind in unserer Gesellschaft ohne die kompetente Nutzung aller Medien, insbesondere von Onlinemedien, heute kaum mehr vorstellbar. Medienkompetenz wird deshalb auch als vierte Kulturtechnik bezeichnet – neben dem Lesen, Rechnen und Schreiben. Eine Technik, die nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene beherrschen müssen, wie das Konzept des lebenslangen selbstständigen Lernens, mit dem Berufstätige heute konfrontiert werden, zeigt. In der Informations- und Wissensgesellschaft entscheidet somit die Frage, ob Kinder, Jugendliche oder Erwachsene mit Medien kompetent umgehen können, in hohem Maße darüber, welche Bildungschancen und damit welche Entfaltungs- und Entwicklungschancen sich ihnen eröffnen. Die ökonomische und soziale Integration des Einzelnen in der Gesellschaft ist auch von seiner Medienkompetenz abhängig. Deshalb sollen die Förderaktivitäten der LfM in diesem Bereich einen Beitrag dazu leisten, dass möglichst viele, Kinder wie Erwachsene, in der Lage sind, sich die Bildungspotenziale der Medien zunutze zu machen.
  • Demokratiekompetenz/Partizipation
    Medien organisieren nicht nur den Zugang zu Wissen und Information einer Gesellschaft. Die Auseinandersetzung mit und die Entwicklung von gesellschaftlichen Werten und politischen Zielen findet im Wesentlichen über Medien statt. Die selbstbestimmte Begleitung dieser Prozesse sowie deren aktive Mitgestaltung setzen den kompetenten Umgang mit Medien voraus, insbesondere die Fähigkeit zur kritischen Reflexion von Medieninhalten, das Wissen um die Macht- und Wirkungsstrukturen, die den Medien zugrunde liegen, und die eigene Kompetenz, sich (medien-)öffentlich zu artikulieren. In diesem Kontext sind die Bürgermedien von wesentlicher Bedeutung. Die von der LfM geförderten Bürgermedien sollen Bürgerinnen und Bürgern ermöglichen, sich an der Schaffung und Veröffentlichung von Inhalten in Medien zu beteiligen.

    Medienkompetenz bestimmt in einem hohen Maße die sozialen und politischen Ausdrucks- und Partizipationsmöglichkeiten des Einzelnen in der Gesellschaft. Durch die Förderung von Medienkompetenz soll ein Beitrag zur größtmöglichen Teilhabe des Einzelnen am gesellschaftlichen und politischen Leben geleistet werden.
  • Chancengleichheit
    Mit Blick auf die gesetzlichen Vorgaben zur Förderung von Medienkompetenz verfolgt die LfM mit ihren Aktivitäten insbesondere das Ziel, dass die Mediennutzerinnen und Mediennutzer an der Informationsgesellschaft gleichberechtigt und barrierearm teilhaben können (vgl. § 39 LMG NRW).

    Vor diesem Hintergrund gilt es zu berücksichtigen, dass große Teile der Bevölkerung aufgrund von Behinderung, Alter, sozialem Status, Geschlecht oder Migrationshintergrund nicht oder nur eingeschränkt Zugang zu den Medien und ihren Bildungs- und Partizipationspotenzialen finden. Die Warnungen vor der sogenannten „wachsenden Wissenskluft“ zwischen sozial abgesicherten und sozial benachteiligten Schichten oder Redewendungen wie die vom „User versus Loser“ machen dieses Problem sehr anschaulich. Sie verdeutlichen zugleich, dass der eingeschränkte Zugang zu den Nutzungspotenzialen der Medien zur gesellschaftlichen Ausgrenzung und zur Verstärkung der Benachteiligung der Betroffenen beitragen kann. Deshalb ist allen Aktivitäten der LfM zur Förderung von Medienkompetenz das Ziel gemeinsam, dass möglichst viele Menschen, unabhängig von Behinderung, Alter, Geschlecht, Herkunft oder materieller Ausstattung, an den Medien und den neuen Kommunikationstechniken partizipieren und die von ihnen ausgehenden Chancen nutzen können. Medienkompetenz soll in der Gesellschaft verstärkt etabliert und ein Beitrag zur Chancengleichheit geleistet werden.
  • Vernetzung und Koordination
    Die LfM hat den gesetzlichen Auftrag zur institutionenübergreifenden Vernetzung und Zusammenarbeit. Sie soll einen Beitrag zur Vernetzung von Projekten zur Förderung von Medienkompetenz leisten (vgl. §§ 39, 88 LMG NRW). Die LfM misst dieser Aufgabe angesichts der Tatsache, dass es neben der LfM in Nordrhein-Westfalen eine Vielzahl weiterer Akteure und Institutionen gibt, die auf landesweiter, regionaler und lokaler Ebene Angebote zur Förderung von Medienkompetenz machen, große Bedeutung bei. Durch die Vernetzung und Koordination der Aktivitäten können Wissen und Erfahrungen ausgetauscht, Synergien erschlossen und bedarfsgerechtere Angebote entwickelt werden. Nur durch Vernetzung und Koordination ist zu gewährleisten, dass die vorhandenen Ressourcen – Kenntnisse, Kompetenzen und Kapital – in Nordrhein-Westfalen möglichst sinnvoll verwendet werden. Deshalb will die LfM mit ihren Aktivitäten die Vernetzung der Institutionen und die Koordination der Aktivitäten unterstützen.

Leitbild

Auf der Basis dieser Leitbilder fördert die LfM mit ihren Maßnahmen insbesondere die Fähigkeit des Einzelnen zur Medienkritik. Sie stellt Möglichkeiten zur eigenständigen Mediengestaltung bereit, sie will zur fundierten Medienkunde beitragen und zur selbst bestimmten und reflektierten Mediennutzung befähigen.

II Handlungsfelder

Mit Blick auf die Umsetzung der Leitbilder agiert die LfM im Bereich der Förderung von Medienkompetenz in den im Folgenden genannten Handlungsfeldern:

  • Medienforschung zu Medienkompetenzthemen
  • Medienkompetenzprojekte
  • Netzwerkarbeit Medienkompetenz
  • Bürgermedien
  • Qualifizierung in Medienberufen
  • Mediennutzerschutz

Themenschwerpunkte 2009/2010

Die LfM hat im Jahr 2009 im Wesentlichen die Arbeitsschwerpunkte der vergangenen Jahre im Bereich der Förderung von Medienkompetenz fortgeschrieben. So sind nach wie vor die Themenschwerpunkte „Onlinemedien“, „Informations- und Beratungsangebote für Eltern“ und „Medienerziehung im Kindergarten“ von hervorgehobener Bedeutung. Als neuer Arbeitsschwerpunkt ist im Jahr 2009 das Thema „Netzwerkarbeit Medienkompetenz in Nordrhein-Westfalen“ hinzugekommen. Im Folgenden werden die Arbeitsschwerpunkte kurz vorgestellt:

Onlinemedien
Die LfM unterstützt und entwickelt Maßnahmen zur Förderung von Medienkompetenz im Hinblick auf alle Medien (Fernsehen, Buch, Hörfunk und Onlinemedien). Angesichts der aktuellen Entwicklungen im Bereich der Onlinemedien (z. B. Web 2.0, Handy-TV, IP-TV etc.), der zunehmenden Medienkonvergenz und dem großen Interesse, das gerade junge Zielgruppen diesen neuen Medienangeboten entgegenbringen, ist der Bereich der onlinebezogenen Medien jedoch bei der Planung neuer Medienkompetenzangebote von besonderer Bedeutung.

Dies gilt umso mehr, als mit der Nutzung von Onlineangeboten und ihrer Angebote insbesondere für Kinder und Jugendliche, aber auch für Erwachsene erhöhte Risiken (Verletzung der Persönlichkeitsrechte, Datenschutz, Cyber-Mobbing, jugendgefährdende Inhalte etc.) verbunden sind. Zudem sind Eltern und Multiplikatoren, die die Kinder unterstützen sollten, oft selbst nicht ausreichend über diese neuen Angebote, ihre Nutzungspotenziale und -risiken informiert. Insofern benötigen Kinder, Jugendliche und Erwachsene Unterstützung beim Erwerb bzw. Ausbau ihrer Medienkompetenz.

In diesem Zusammenhang sind die Informations-, Beratungs- und Qualifizierungsangebote der LfM von Bedeutung. Hervorzuheben sind hier die „Initiative Eltern+Medien“, die Internetplattformen „Internet-ABC“, „klicksafe“ und „handysektor“ sowie die Flyer-Reihe der LfM „Mit Medien leben – gewusst wie!“.

Informations- und Beratungsangebote für Eltern
Die elementaren Veränderungen der Medienlandschaft, die eine Veränderung der Medientechnik, der angebotenen Medieninhalte, der Mediennutzungsgewohnheiten und der Nutzungsrisiken mit sich bringt, führen zu einer steigenden Verunsicherung und zunehmenden („gefühlten“) Überforderung bei vielen Eltern. Insbesondere mit Blick auf technische Kompetenzen fühlen sich Eltern ihren Kindern gegenüber oft unterlegen. Zugleich sind jedoch die Eltern diejenigen, die durch ihr Erziehungsverhalten und ihre Vorbildfunktion in den ersten Lebensjahren ihres Kindes wesentliche Grundlagen für die Art der Mediennutzung ihrer Kinder legen.

Vor diesem Hintergrund müssen Eltern bei der familiären Medienerziehung noch stärker als bisher unterstützt werden. Diese Unterstützungsmaßnahmen sind – dies zeigen die Erfahrungen der LfM aus den abgeschlossenen Projekten – auf die unterschiedlichen Lebenssituationen der Familien auszurichten. So sind für eine Vielzahl interessierter und problembewusster Eltern Informationsmaterialien, wie der Ratgeber „Mit Medien leben lernen“, hilfreich. Auch Elternabende, wie sie von der „Initiative Eltern+Medien“ der LfM durchgeführt werden, stoßen bei Eltern auf große Akzeptanz. Andere Eltern – insbesondere im Kontext sozialer Benachteiligung und Migration – erreichen solche Informationsangebote jedoch oft nur eingeschränkt. Für diese Zielgruppe wurden im Jahr 2009 verschiedene Maßnahmen entwickelt, die den Familien im Alltag beim Umgang mit den Medien helfen sollen. So wurden über das Projekt „klicksafe“ Elternberater, die sich an Eltern mit türkischem und russischem Migrationshintergrund wenden, zu Fragen der Medienkompetenz und Internetsicherheit geschult. Darüber hinaus unterstützt die Landesanstalt für Medien das Projekt „Rucksack KiTa“ der Regionalen Arbeitsstellen zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien. Zusätzlich werden über das Projekt „klicksafe“ Informationsmaterialien in russischer und in türkischer Sprache entwickelt, die sich an Eltern richten. Im Jahr 2010 werden weitere Qualifizierungen von Multiplikatoren sowie weitere Informationsmaterialien auch in anderen Fremdsprachen auf den Weg gebracht.

Medienerziehung im Kindergarten
Die Ende 2007 veröffentlichte Studie zur Medienerziehung im Kindergarten von Prof. Dr. Ulrike Six stellte erhebliche Defizite fest. So hat sich an der Situation der Medienerziehung in nordrhein-westfälischen Kindergärten in den vergangenen zehn Jahren weder bei der medienpädagogischen Qualifikation der Erzieherinnen und Fachschullehrerinnen noch bei der praktischen Medienerziehung in den Kindergärten viel zum Positiven entwickelt. Die Studie zeigt, dass ein nennenswerter Teil von Erzieherinnen weder in ihrer Ausbildung mit medienpädagogischen Themen konfrontiert worden ist, noch eine – wie auch immer geartete – medienpädagogische Zusatzqualifikation erworben hat. Um demnach die Voraussetzungen dafür zu verbessern, dass in Kindergärten Nordrhein-Westfalens eine fundierte Medienerziehung stattfindet, sollte eine Professionalisierung des Fachpersonals nicht nur in den Kindergärten, sondern auch in den Ausbildungseinrichtungen erfolgen.

Vor dem Hintergrund der Bedeutung, die der Kindergarten für die Förderung der frühkindlichen Bildung besitzt, und angesichts der Tatsache, dass gerade der Kindergarten die elterliche Medienerziehung stützen und ergänzen könnte, hat die LfM im Jahr 2009 das Projekt „Medienkompetenz-Kitas NRW“ in Auftrag gegeben. Darüber hinaus beabsichtigt die LfM, im Jahr 2010 Maßnahmen zur Qualifizierung von Lehrkräften an Fachschulen für die Sozialpädagogik zu unterstützen. Im Rahmen des Projektes „Initiative Eltern+Medien“ wurden im Jahr 2009 261 Elternabende in Kindertageseinrichtungen in Nordrhein Westfalen veranstaltet.

Bürgermedien
Durch die Novellierung des LMG NRW im Juni 2007 sowie im Dezember 2009 haben sich die Voraussetzungen für die Förderung des Bürgerfunks sowie des Bürgerfernsehens in Nordrhein-Westfalen grundlegend geändert. Der Bürgerfunk erhielt erstmalig einen Funktionsauftrag, Radioprojekte in der Schule sind zentraler Gegenstand der Förderung, und die Bereitschaft zur Qualifizierung wird nun von jedem Bürgerfunker als Voraussetzung für den Zugang zum Programm eingefordert. Auf der Basis dieser Novellierung hat die LfM im Jahr 2009 die Fördersatzungen und -richtlinien fortgeschrieben. Die Angebote zur Qualifizierung von Bürgern und Multiplikatoren sowie für die Beratung der an der Durchführung von Schul- und Jugendprojekten Interessierten werden konzeptionell weiterentwickelt und weiter ausgebaut werden.

Auch für das Bürgerfernsehen haben sich im Jahr 2009 die Grundlagen der Förderung verändert. So startete im Januar 2009 der dreijährige Pilotversuch „Ausbildungs- und Erprobungsfernsehen NRW“. Im Rahmen dieses Projektes wird ein landesweit verbreitetes Programm eines Ausbildungs- und Erprobungskanals aufgebaut und getestet. Die Fernsehbeiträge für dieses Programm werden von Auszubildenden und Studierenden aus Lern- und Lehrredaktionen zugeliefert, die durch Hochschulen und Ausbildungseinrichtungen aufgebaut werden, sowie durch Bürger. Auch hier ist von entscheidender Bedeutung, dass Qualifizierungsangebote für Bürger, Studenten und Auszubildende weiterentwickelt und ausgebaut und Institutionen, die sich an dem Projekt beteiligen möchten, beraten werden. Darüber hinaus ist es das zentrale Ziel, neue Formen der Partizipation von Bürgern zu erproben.

Die weitere Begleitung des (Neu-)Aufbaus der bürgermedialen Strukturen, die Bemühung, Zugangsbarrieren für interessierte Institutionen zu reduzieren sowie die Schaffung tragfähiger Grundlagen zur Qualifizierung von Bürgern sowohl im Bürgerfunk als auch im Bürgerfernsehen sind ein zentrales Anliegen der Förderung der Bürgermedien in den kommenden Jahren.

Für das Jahr 2010/2011 wird derzeit der neue Arbeitsschwerpunkt „Computerspiele“ vorbereitet. Zu diesem Zweck hat die LfM die Forschungsprojekte

  • „Kompetenzerwerb, exzessive Nutzung und Abhängigkeit. Chancen und problematische Aspekte von Computerspielen aus medienpädagogischer Perspektive“
  • „In-Game-Werbung – Erscheinungsformen, aufsichtsrechtlicher Regulierungsbedarf und medienpädagogische Handlungsoptionen“ und die Expertise
  • „Computerspiele und virtuelle Welten als Reflexionsgegenstand von Unterricht“ in Auftrag gegeben.

Auf der Basis der Auswertung der Forschungsberichte wird geprüft werden, in welcher Weise die LfM im Sinne eines kompetenten Umgangs mit Computerspielen, der die Risiken und die Potenziale im Blick hat, aktiv wird.