Sowohl aus den durch Medienforschung gewonnenen Erkenntnissen als auch aus Anregungen aus der täglichen Medienarbeit heraus stellt die LfM inzwischen ein breites Informations-, Beratungs- und Qualifizierungsangebot zur Verfügung. Die Angebote, die in Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern aus Forschung und Praxis durchgeführt werden, richten sich überwiegend an Multiplikatoren aus der pädagogischen Arbeit. Hierzu gehören beispielsweise die Fortbildungsinitiative "Familie und Medien", die an Mitarbeiter/innen der Familienhilfe adressiert ist, Medienpädagogische Materialien zur Boulevardberichterstattung für den Einsatz im Schulunterricht oder der Kindergarten- Kalender "Mit Medienpädagogik durch´s Kitajahr" mit praktischen Tipps für den Einsatz von Medienerziehung im Kindergarten. Neben diesen Angeboten für die Umsetzung in der Praxis bietet die LfM den Akteuren verschiedene Online-Datenbanken an, die ihnen einen weit reichenden Überblick über Institutionen, Maßnahmen und Projekte im Bereich der Medienkompetenz gewähren und somit als Planungsgrundlage für eigene Aktivitäten und mögliche Kooperationen dienen können. Hierzu zählen beispielsweise die Datenbank Medienkompetenzprojekte in NRW und die Referenten-Datenbank Medienkompetenz NRW. "mekonet das Medienkompetenznetzwerk in NRW" bietet eine Plattform der Vernetzung und des Erfahrungsaustauschs sowie umfangreiche Serviceleistungen zu verschiedenen Themenschwerpunkten.
Die LfM entwickelt jedoch auch zunehmend Informationsmaterialien für den Endverbraucher, wie z. B. für Eltern sowie Kinder und Jugendliche, um die Bereitschaft und die Möglichkeiten zum selbstständigen Lernen zu fördern. Dabei bietet zum Beispiel das "Internet-ABC" sowohl Eltern als auch Kindern Informationen über den sicheren Einstieg ins Internet. Die Internetseite "handysektor.de" eröffnet Jugendlichen die Möglichkeit, sich über Sicherheitsrisiken in mobilen Netzen zu informieren. Die Broschüre "Mit Medien leben lernen" und die "Ratgeber Neue Medien" geben insbesondere Eltern Tipps zum Umgang mit Medien. Mit Fortbildungsinitiativen und Modellprojekten, Internetangeboten und Datenbanken sowie Unterrichtsmaterialien und Informationsbroschüren stellt die LfM Angebote zur Verfügung, die auf die Bedürfnisse der verschiedenen Zielgruppen eingehen, um eine größtmögliche Reichweite zu erzielen.
Der Planung dieser Angebote liegen in der Regel Schwerpunktthemen zu Grunde, die über mehrere Jahre angelegt sind: Von 1998 bis 2003 stand der Schwerpunkt Medienerziehung im Kindergarten im Fokus der Betrachtung. Im Rahmen einer im Auftrag der LfM durchgeführten Studie konnten erstmals Defizite im Bereich der Medienerziehung konkret benannt werden. Auf der Basis dieser Erkenntnisse hat die LfM dann in Kooperation mit dem Ministerium für Frauen, Jugend, Familie und Gesundheit eine Fortbildungsinitiative für Erzieher/innen durchgeführt. Von 2000 bis 2005 wurden insbesondere Projekte und Maßnahmen durchgeführt sowie Informationsmaterialien bereitgestellt, die das Thema Medienerziehung in der Familie zum Schwerpunkt hatten. Die Vernetzung und Koordination der Medienkompetenzaktivitäten in NRW ist seit 2002 ein wichtiges Anliegen der LfM, das insbesondere durch die Bereitstellung der zuvor genannten Datenbanken und der Bereitstellung von mekonet umgesetzt wird. Seit 2004 liegt ein neuer Themenschwerpunkt auf der Förderung der Medienkompetenz sozial benachteiligter Kinder und Jugendlicher. Im Jahr 2005 sind hierzu vier Modellprojekte, die von der LfM gefördert werden, an den Start gegangen, in deren Mittelpunkt insbesondere die nachhaltige Qualifizierung sozialpädagogischer Fachkräfte vor Ort steht. Hierbei ist es Ziel, durch eine begleitende Evaluation der Projekte übertragbare Empfehlungen auch für andere Einrichtungen ableiten zu können. Die Ausrichtung der Informations-, Beratungs- und Qualifizierungsangebote der LfM an Schwerpunkten soll dazu beitragen, dass die Aktivitäten nachhaltig wirksam werden.