Digitalradio DAB+ in NRW

(c) Digitalradio
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Um zu eruieren, wie groß das Interesse an Übertragungskapazitäten seitens privater Hörfunkanbieter in Nordrhein-Westfalen ist, hat die LfM im September 2015 einen Call for Interest gestartet. Wie LfM-Direktor Dr. Jürgen Brautmeier Ende September bekannt gab, erhielt die LfM mit Blick auf den Aufruf insgesamt 22 Rückmeldungen. Allerdings wurde nur in 19 Fällen ein konkretes Interesse an einer Übertragung über DAB+ angemeldet. Unter den Interessenten befinden sich neben privatwirtschaftlichen Hörfunk- und Plattformanbietern auch Verbände, ein Gymnasium sowie ein Hochschulradio. Das Ergebnis zeigt deutlich, dass die überwiegende Mehrzahl der Veranstalter an einer landesweiten und weniger an lokaler und regionaler Verbreitung interessiert ist.

Auf der Grundlage des Call for Interest hat die LfM der Staatskanzlei NRW im März 2016 den Bedarf an einem Konzept übermittelt, das vorsieht, eine landesweite Verbreitung von DAB+ - z. T. mit regionaler Abstufung - zu ermöglichen. In Zusammenarbeit mit der Bundesnetzagentur prüft die Staatskanzlei NRW die Anfrage und entwickelt einen entsprechenden Plan. Wenn dieser vorliegt, kann die LfM in einem zweiten Schritt einen konkreten Frequenzbedarf anmelden. Erst wenn die Staatskanzlei NRW diesen Bedarf geprüft, ihn mit der Bundesnetzagentur abgestimmt und der LfM Frequenzen zugewiesen hat, können die Frequenzen von der LfM schließlich ausgeschrieben und vergeben werden.

Unabhängig vom laufenden Verfahren äußert LfM-Direktor Dr. Jürgen Brautmeier allerdings Bedenken, wie es um das angemeldete Interesse tatsächlich bestellt ist: "Ich habe Zweifel daran, dass die Geschäftsmodelle der Interessenten tragfähig sind und einige Anbieter überhaupt jemals ein Hörfunkprogramm werden anbieten können." Ähnliche Erfahrungen seien auch mit dem bis zum Ende diesen Jahres laufenden DAB+-Pilotprojekt gemacht worden. Trotz einer Zulassung von ursprünglich vier Programmveranstaltern ist hier mit domradio.de derzeit nur ein einziges Programm auf Sendung.