29.07.2016

Statements zum Thema HateSpeech

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Transkription

[Jugendlicher 1] „Die Sarah hat geschrieben: ‚Homosexuelle Menschen gehören getötet. Ist ja widerlich.‘ Also, ich finde es total unvernünftig. Es steht ja jedem frei, wen er liebt und mit wem er zusammen sein möchte.“

[Jugendlicher 2] „Ich meine, sucht man sich das aus, in wen man sich verliebt? Ich meine, leben und leben lassen, oder?!“

[Jugendlicher 3] „So etwas sollte man in der Öffentlichkeit jetzt eigentlich nicht äußern. Das äußert man ja jetzt hier auf dem Platz eigentlich auch nicht so.“

[Jugendlicher 2] „‘Gewalt gegen Merkel‘. Alles klar. Ich meine, es ist lächerlich, so. Keine Ahnung, ich weiß auch nicht, was das soll. Ich meine, er muss sie ja nicht wählen.“

[Frau 1] „Ich finde das total schlimm, dass man sich im Internet sehr stark fühlt und dann einfach einen Kommentar lässt, den man einfach vielleicht einer Person direkt niemals, niemals sagen würde – niemals.“

[Dr. Peter Widlok, Pressesprecher der Landesanstalt für Medien (LfM)] „Hate Speech, also Hass im Netz, ist ein großes Problem. Wir merken es an den Beschwerden, die bei uns zunehmen. Wir beobachten, dass besonders rechtes Gedankengut sich wahnsinnig verbreitet hat.“

[Dr. Thomas Pfeiffer, Ministerium für Inneres und Kommunales NRW, Abteilung Verfassungsschutz] „Grundsätzlich ist das Internet natürlich ein Ort, in dem man Meinungen austauschen kann. Auch kontrovers und leidenschaftlich. Und sich auch streiten kann. Dagegen spricht gar nichts. Rechtsextremisten werden eine entscheidende Grenze verletzten. Sie werden nämlich die Würde des Menschen in Frage stellen, sie werden Menschen Rechte absprechen, das Recht auf Religionsfreiheit. Die gleichen Rechte für alle, egal welche Hautfarbe, egal welche Religion. Und wenn diese Grenze verletzt ist, dann glaube ich, müssen wir ganz hellhörig werden.“

[Jugendliche 1] „‘Ausländer raus‘ oder ‚Weg mit dem Dreck‘ oder ‚Raus aus Deutschland, wir wollen nur Deutsche haben‘, so etwas habe ich auch schon öfter gelesen.“

[Mann 1] „Ich habe mal einmal selbst einen Kommentar bekommen – ich bin ja mit einer Afrikanerin verheiratet –, dass man mir geschrieben hat, dass er das nicht gut findet. Aber das habe ich jetzt nicht als Beleidigung aufgefasst. Manche Leute haben einfach einen engeren Horizont als andere.“

[Mann 2] „Ich habe ja auch eine Seite im Internet, also Facebook und so weiter. Und da kommen auch welche rein und schreiben irgendwie ‚Scheiß Moslem, bald seid ihr alle dran.‘“

[Mann 3] „Bei sogenannten Facebook-Freunden lösche ich sofort die Leute, die diese Tendenzen haben. Das ist natürlich nur eine Winzigkeit, die man da macht. Aber das ist das Mindeste, was man machen kann.“

[Jugendlicher 4] „Solche Leute sollte man einfach ignorieren und nicht auf deren Sachen eingehen. Und die sollte man von Facebook komplett weg machen.“

[Jugendliche 1] „Ich schreibe dann darunter, dass die das sein lassen sollen. Und dann melde ich die. Und ja, ich finde das nicht in Ordnung.“

[Christiane Yavuz, Leitung Bereich politischer Extremismus bei jugendschutz.net] „Eine Mischung aus Gegenrede, aus sich einmischen und aus Aufklärung und auch Gegenargumente liefern. Nicht immer ist es sinnvoll, sich einzumischen. Manchmal kann es auch sinnvoll sein, es wirklich zu ignorieren. Die eigene Sicherheit steht sicherlich immer im Vordergrund. Einfach auch zu gucken, begebe ich mich in Gefahr, wenn ich mich in gewissen Kreisen einmische? Wer auf problematische Inhalte im Netz stößt, kann im Einzelfall entscheiden, die Inhalte immer auch bei dem Dienst selbst zu melden.“

[Dr. Thomas Pfeiffer] „Und das ist kein Anschwärzen oder kein Denunzieren. Das sind die Mechanismen, wo die Internet-Community selbst sagt, das wollen wir hier nicht haben.“