Pressemitteilung | 01.08.2014

Schuldenfalle Handy: Spartipps für Jugendliche

Deutschlandweit sind gut 7 Millionen Menschen überschuldet. Der Anteil der Jugendlichen unter 25 Jahren steigt dabei rasant an.[1] Grund dafür ist immer wieder auch das Handy: Anschaffungspreise von bis zu 900 Euro, Vertragslaufzeiten von 24 Monaten, In-App-Käufe oder teure Sonderrufnummern lassen viele Jugendliche schnell den Überblick verlieren. www.handysektor.de beschäftigt sich daher im August mit der „Schuldenfalle Handy“ und gibt Tipps, wie Nutzer ihre Kosten stets im Blick behalten.

Unübersichtlicher geht’s nicht: Komplizierte Verträge und teure Handymodelle

Bereits beim Gerätekauf entstehen vor allem bei modernen Smartphones hohe Kosten. Diese werden teilweise auf die monatliche Handyrechnung umgelegt, so dass sie nicht direkt in Auge springen. Auch die Vertragslaufzeiten bei den unzähligen Tarifen binden Jugendliche teilweise bis zu 24 Monate oder länger und verursachen so monatliche Kosten. Hinzu kommen „Flatrates“ mit Begrenzung. Viele Anbieter drosseln beispielsweise das Internet, sobald das Freivolumen überschritten wird. Wer wieder mit voller Geschwindigkeit surfen möchte, muss extra bezahlen.

Tricks mit Sonderrufnummern und Premium-SMS

Vorsicht auch vor teuren Sonderrufnummern (z. B. 0900, 0137). Diese kosten bis zu 2,90 Euro pro Minute. Besonders fies ist hierbei der Lockanruf: Hierbei werden massenhaft Telefonnummer angerufen. Aber schon nach dem ersten Klingeln werden die Anrufe wieder unterbrochen. Auf dem Display des Handys erscheint ein „Anruf in Abwesenheit“. Wer hier aus Neugierde zurückruft, erhält eine satte Rechnung. Dasselbe gilt für fünfstellige Premium-SMS (z. B. 12345)

In-App-Käufe und WAP-Billing

Viele Apps sind in der Standardversion kostenlos. Wer Zusatzfunktionen (z. B. in Spielen) nutzen möchte, der muss mit einem In-App-Kauf draufzahlen. Besondere Vorsicht ist bei Werbeeinblendungen geboten: Bereits mit einem Finger-Wisch kann man schon unbemerkt ein Abo im Hintergrund aktiviert haben. Möglich macht dies das sogenannte WAP-Billing. Hierbei werden die entstehenden Kosten einfach über die Handyrechnung abgerechnet.

Infografik zum Themenmonat

Die neue Handysektor-Infografik zeigt auf einen Blick, was Handynutzer vor dem Kauf und während der Handynutzung beachten sollten. Hinweis an die Redaktion: Gerne darf die Infografik im Rahmen der Berichterstattung abgedruckt werden.

Unsere Tipps gegen die Schuldenfalle Handy

  • Nicht immer das neueste Modell kaufen. Vorgänger-Modelle bieten häufig einen vergleichbaren Funktionsumfang, sind dafür aber wesentlich billiger
  • Prepaid-Karten bieten den besten Kostenüberblick
  • Tarife genau vergleichen und das Kleingedruckte im Vertrag mit eventuellen Zusatzkosten komplett durchlesen. Tarifrechner wie handytarife.de oder verivox.de helfen beim Vergleich
  • Sonderrufnummer am besten nie vom Handy aus wählen
  • Auf fünfstellige Premium-SMS (z.B. 12345) nicht antworten und keine fremden Nummern (z.B. 0900 oder 0137) zurückrufen
  • In-App-Käufe in den Einstellungen des Handys deaktivieren oder mit Passwort versehen
  • Drittanbieter-Sperre beim Mobilfunkanbieter beantragen – somit wird dem WAP-Billing ein Riegel vorgeschoben


Handysektor ist ein werbefreies Informationsangebot für Jugendliche, das diese bei einem kompetenten Umgang mit mobilen Medien unterstützen will. Die Webseite ist ein gemeinschaftliches Projekt der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) und des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest (mpfs). Die Projektleitung hat Markus Merkle (mecodia GmbH) inne.


Kontaktinformationen
Redaktion Handysektor
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Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (mpfs)
c/o Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK)
Thomas Rathgeb
Telefon (0711) - 66 99 1 - 52
E-Mail: t.rathgeb@lfk.de

 

 


[1] https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2014/06/PD14_233_635.html