Pressemitteilung | 06.02.2014

„Medienscouts NRW“ im Kreis Paderborn – alles inklusiv

Von Günther Kröger / Kreismedienzentrum Paderborn

Interessierten Besuch aus der Landeshauptstadt Düsseldorf hatte die Ausbildungsgruppe Elsen in diesen Tagen von der Projektleiterin Dr. Meike Isenberg, Landesanstalt für Medien (LfM). Im Projekt „Medienscouts NRW“ setzen sich insgesamt 24 Beratungslehrer Medien und 48 Medienscouts aus dem Kreis Paderborn mit den Chancen und Risiken der Internetnutzung intensiv auseinander. Sie werden in fünf ganztägigen Workshops zu den Themenbereichen „Internet und Sicherheit“, „Social Communities“, „Computerspiele“, „Handy“ und „Implementation“ geschult und sollen anschließend selbst als Referenten eingesetzt werden, ihre Mitschüler qualifizieren und ihnen als Ansprechpartner bei medienbezogenen Fragen und Problemen zur Verfügung stehen.

„Der Ansatz der sogenannten „Peer-Education“ ist hierbei besonders hilfreich“, meint Günther Kröger, Leiter des Kreismedienzentrums Paderborn, der die Maßnahme vor Ort in Kooperation mit den Kommunen im Kreis koordiniert. Einerseits könnten die Medienscouts aufgrund eines ähnlichen Mediennutzungsverhaltens entsprechend aufklären, andererseits bevorzugten junge Menschen eher, von Gleichaltrigen zu lernen. Alles passiere auf Augenhöhe. „So lernen die Jugendlichen selbst ein Stück Verantwortung zu übernehmen, sie haben aber natürlich immer auch die Möglichkeit, entsprechend ausgebildete Lehrer als Berater zu kontaktieren und zu befragen“.

Das Projekt läuft seit Anfang des Schuljahres 2013/14 in zwei aufeinander folgenden Ausbildungsstaffeln mit insgesamt 12 Schulen aus dem Sekundarbereich. Die Workshops werden in der LWL-Förderschule Moritz-von-Büren-Schule (Förderschwerpunkt Hören und Kommunikation) und der Gesamtschule Paderborn-Elsen durchgeführt, wo die erforderliche Barrierefreiheit für die Teilnahme der Schüler/-innen aus der Liboriusschule (Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung) gegeben ist. „Die Gesamtschule Paderborn Elsen ist seit dem Tag ihrer Gründung mit dem Anspruch angetreten eine „Schule für alle Kinder“ zu sein.“, meint Schulleiterin Annegret Greipel-Bickel. Dahinter stehe das Ziel, Schülerinnen und Schüler aus vielfaltigen sozialen wie kulturellen Milieus, mit verschiedenen Begabungsprofilen und unterschiedlichem sonderpädagogischen Förderbedarf unter einem Dach gemeinsames Leben und Lernen zu ermöglichen.

Besondere Aufmerksamkeit findet das Projekt „Medienscouts“ momentan im Lande deshalb, weil es als Pilotprojekt erstmals „inklusiv“ im Kreis Paderborn durchgeführt wird. Neben 10 allgemeinbildenden Schulen aus den Kommunen im Kreis - 1 Sekundarschule, 4 Realschulen, 3 Gymnasien und 2 Gesamtschulen - nehmen auch zwei Förderschulen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), die Moritz-von-Büren-Schule und die Liboriusschule, an dem Projekt teil. „Chancengleichheit bei der Mediennutzung und eine möglichst barrierefreie Zugänglichkeit zur Informationsgesellschaft sind nicht nur wichtige Ziele der LfM, sondern auch ihr gesetzlicher Auftrag.“, verdeutlicht Dr. Meike Isenberg. Deswegen versuche man, Angebote der Medienbildung so zu gestalten, dass sie allen Menschen offen stünden. Neben der Verbesserung der chancengleichen Nutzung von Medienangeboten wolle die LfM durch innovative Medienbildung auch dazu beitragen, den praktischen Umgang mit Medien und die aktive Beteiligung gezielt zu fördern.

Ist auch die alltägliche, intensive Nutzung von Medien für Kinder und Jugendliche inzwischen eine Selbstverständlichkeit, bedarf es doch einer gewissen Begleitung, einer angemessenen Qualifizierung und eines Mindestmaßes an Medienkompetenz, um einerseits die positiven Chancen der Mediennutzung nutzen zu können, andererseits aber auch ein Bewusstsein für Gefahren und Risiken zu entwickeln. Cybermobbing, Gewaltvideos auf dem Handy, Einstellen von urheberrechtlich geschützten Fotos und Videos bei YouTube oder illegale Film und Musikdownloads sind nur einige Beispiele dafür, wie wichtig es ist, einen kritischen Umgang mit medialen Angeboten zu erlernen und die eigene Medienkompetenz weiterzuentwickeln.

Kröger selbst hat als Lehrer bereits mehrfach erlebt, „wie problematisch gerade das Mobbing im Internet bei Schülern werden kann“. Es sei bisher schwierig gewesen, die Thematik Medien und die Probleme, die dort auftauchen könnten, Schülern und Lehrern näherzubringen, sie damit zu konfrontieren. „Das kann natürlich nicht nur an einem Projekttag geschehen. Die Nachhaltigkeit dieses Projektes und die Implementation in den Schulalltag spielen eine ganz wichtige Rolle“, betont Kröger. Durch die fünf Workshops sei eine intensive Auseinandersetzung mit diesen Themen möglich, Schüler und Lehrer erhielten eine tolle Vorbereitung, so dass sie Medienkompetenzen auch nach längerer Zeit noch weitervermitteln könnten.

Weitere Informationen im Internet unter www.kreis-paderborn.de/medienzentrum.