Pressemitteilung | 26.05.2014

Qualitätsjournalismus als Wächter und Navigator

Der Direktor der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM), Dr. Jürgen Brautmeier, hat sich heute (26. Mai 2014) beim Medienbeobachterkongress in Düsseldorf für die Sicherung und Weiterentwicklung des Qualitätsjournalismus in Deutschland ausgesprochen. In seiner Keynote „Elektronische Medien und Qualitätsjournalismus“ skizzierte Brautmeier die derzeitigen Herausforderungen des hochwertigen Journalismus in Presse und Internet sowie im privaten und öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Brautmeier betonte, dass, trotz des wirtschaftlichen Drucks und Quotenorientierung, hochwertige Inhalte nicht zu kurz kommen dürften. Besonders im Hinblick auf das fortschreitende Zeitungssterben warnte er vor dem Verlust der journalistischen Wächterfunktion. Er betonte, dass für den Fortbestand des Qualitätsjournalismus ein „Bekenntnis von Gesellschaft, Politik und Wirtschaft“ nötig sei, um weiterhin Information und Orientierung, Kritik und Kontrolle sowie Diskurs und Partizipation durch Journalismus zu erhalten. 


Brautmeier ging ebenfalls auf die Rolle der zukünftigen „Stiftung für Vielfalt und Partizipation“ ein, nämlich „journalistische Qualität im Zeitalter digitaler Plattformen zu fördern“. Die Stiftung solle und könne aber nicht zur Rettung der Lokalzeitungen dienen. Diese Aufgabe bliebe weiterhin den Betroffenen Medienunternehmen selbst überlassen. An dieser Stelle betonte er auch die veränderte Rolle von Journalisten in der Medienlandschaft: Der Journalist im digitalen Informationszeitalter müsse sich vom „Gatekeeper zum Navigator“, der Nutzerinnen und Nutzer durch die Informationsflut führt, entwickeln.