Pressemitteilung | 19.07.2013

Medienkommissionssitzung vom 19. Juli 2013

Michael Steinbrecher über eineinhalb Jahre nrwision im Regelbetrieb: „Wir sind hoch zufrieden und das Programm wächst“


nrwision, der TV-Lernsender für Nordrhein-Westfalen, ist seit nunmehr 4 Jahren 'on air' und sendet seit eineinhalb Jahrem im Regelbetrieb im digitalen Kabel. Der Leiter des Senders, Michael Steinbrecher, war am 19. Juli in der LfM zu Gast. Während der Sitzung der Medienkommission zog er eine erste Bilanz und referierte über die Entwicklung des Senders, journalistische Qualifizierungsmaßnahmen sowie die Unterschiede zum früheren System der Offenen Kanäle.

Debatte um Rundfunkfrequenzen: Medienkommission der LfM sorgt sich um Erhalt von DVB-T


Die Medienkommission der Landesanstalt für Medien NRW (LfM) sieht mit Sorge, dass der Rundfunk die derzeit noch für digitales terrestrisches Fernsehen (DVB-T) genutzten Kapazitäten verliert und durch die geplante Umwidmung dieser Frequenzen künftig nur der Mobilfunk profitiert.

Die Bundesnetzagentur hatte im Juni den „Konsultationsentwurf zur Anordnung und Wahl des Verfahrens zur Vergabe von Frequenzen“ eingebracht. Damit würde das Verfahren zur Neuvergabe der Kapazitäten im sog. 700-MHz-Band (im Rahmen einer Auktion) bereits im Jahr 2014 gestartet, obwohl die Frequenzen vom Rundfunk noch intensiv genutzt werden und Modelle einer gemeinsamen Nutzung von Rundfunk und Mobilfunk noch gar nicht abschließend diskutiert seien. 

Dr. Frauke Gerlach, Vorsitzende der LfM-Medienkommission, sagte, bei einer Umwidmung von Rundfunkfrequenzen für den Mobilfunk wären die Belange des Rundfunks als öffentliches Kulturgut enorm tangiert. „Der Rundfunk darf nicht im Wettbewerb mit dem Mobilfunk vernachlässigt werden. Ich befürchte, dass mit einer kompletten Umwidmung des Frequenzbandes der Rundfunk in seiner Aufgabenerfüllung eingeschränkt wird“, sagte sie. Es gelte, die Entwicklungsmöglichkeiten der terrestrischen Verbreitung zum Beispiel durch DVB-T im Sinne der Zuschauer zu erhalten und nicht zu beschneiden und auch in dem 700-MHz-Bereich die Möglichkeit einer terrestrischen Verbreitung von Rundfunk weiter offen zu halten. 

DVB-T steht für die Medienkommission der LfM dabei für eine weitgehend freie Zugänglichkeit sowie für eine sichere und kostengünstige Möglichkeit zur Versorgung mit TV-Programmen. Dieser so wichtige Empfangsweg dürfe nicht, wie nun geplant, in einer Auktion den wirtschaftlichen Interessen von Mobilfunkunternehmen geopfert werden.

Ähnlich wie die ARD, das ZDF und der Verband Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT) befürchtet also auch die Medienkommission, dass mit den neuen Vorschlägen Fakten geschaffen werden könnten, die die Zukunftsfähigkeit des Rundfunks beschädigen könnten. Auch die Direktorenkonferenz der Medienanstalten (DLM) hatte sich gegen die Pläne der Bundesnetzagentur ausgesprochen. 

Bürgerfunk: leichterer Zugang, vereinfachte Förderung und mehr Flexibilität 


Die Bedingungen für die Nutzung und Förderung des Bürgerfunks in Nordrhein-Westfalen sollen in drei Punkten geändert werden. Dies beschloss heute (19. Juli) die Medienkommission der Landesanstalt für Medien NRW (LfM). Das Gremium unter Vorsitz von Dr. Frauke Gerlach stimmte für erleichterte Zugangsbedingungen (insbesondere für Einsteiger), vereinfachte Fördermöglichkeiten sowie gesteigerte Flexibilität bei Lokalbezug und Wohnort. Die Änderungen in der entsprechenden Satzung und den Richtlinien wurden großenteils in Rückkopplung mit aktiven Bürgerfunkern, u. a. im Rahmen der LfM-Tagung „Gesichter des Bürgerfunks“ im April 2013, erarbeitet. Die überarbeitete Satzung tritt nach der Veröffentlichung der Satzung im Gesetz- und Verordnungsblatt, voraussichtlich im Oktober, in Kraft.

Landesanstalt für Medien fördert Smart-TV-App 


Die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) wird die Entwicklung einer Smart-TV-App für die lokalen TV-Anbieter in NRW fördern. Die Medienkommission hat dies in ihrer heutigen Sitzung (19. Juli) beschlossen. Privates Lokalfernsehen ist in NRW momentan nur über Kabel-TV verfügbar. Mittels der Smart-TV-App können internetfähige TV-Geräte zukünftig Lokalsender unabhängig von DVB-T und Satellit empfangen. Darüber hinaus wird die Anwendung auch für die gängigsten mobilen Betriebssysteme Android und iOS geeignet sein, so dass lokale TV-Anbieter auch Smartphone- und Tablet-PC-Nutzer erreichen können.

Mit der Förderung einer Smart-TV-App möchte die LfM gleichermaßen die Zukunftsfähigkeit der Lokalsender und die Weiterentwicklung digitaler Übertragungstechnologien unterstützen. Die Bedeutung des lokalen Fernsehens in NRW unterstrich Dr. Frauke Gerlach, Vorsitzende der LfM-Medienkommission: „Die lokalen Fernsehveranstalter tragen zur Vielfalt bei und sind somit ein elementarer Bestandteil der Medienlandschaft in Nordrhein-Westfalen.“