Pressemitteilung | 25.03.2013

Klausurtagung der Medienkommission am 22. und 23. März

„Location Based Services: Herausforderungen für lokale Medien nehmen weiter zu“ – LfM-Medienkommission debattiert über Gegenwart und Zukunft von Lokalmedien in NRW - Medienstaatssekretär Eumann bei der Medienkommission: Arbeitsentwurf für novelliertes Lan

„Wer eine Lizenz für ein landesweites Programm haben möchte, muss zu einem angemessenen Teil in der Berichterstattung auf das politische, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Leben im Sendegebiet Bezug nehmen“, kündigte Medienstaatssekretär Dr. Marc Jan Eumann eine entsprechende Neuregelung im Landesmediengesetz NRW (LMG) an. Das könnte Auswirkungen auf die Pläne der ProSiebenSat.1 Media AG haben, regionalisierte Werbung aufzunehmen. Auch für andere Punkte kündigte Eumann Änderungen und Ergänzungen im LMG an. Dies gilt z.B. für die Rolle der Medienkommission der LfM, die nach Vorstellung der Landesregierung gestärkt werden soll.

Eumann äußerte sich auf der diesjährigen Klausurtagung der Medienkommission der Landesanstalt für Medien NRW (LfM), die unter dem Thema „Gegenwart und Zukunft der lokalen Medien in Nordrhein-Westfalen“ stand und von Freitag (22. März) bis Samstag (23. März) dauerte.

Mit Blick auf die Novellierung des Landesmediengesetzes verwies er auf eine Online-Konsultation. Unter www.landesmediengesetz.nrw.de können Interessierte seit heute Kommentare und Anregungen zum Arbeitsentwurf des LMG abgeben.

Dr. Frauke Gerlach, die Vorsitzende der Medienkommission, hatte zuvor auf die schwierige Lage des Lokalfunks und anderer lokaler Medien in NRW hingewiesen. „Der lokale Werbemarkt hat sich angesichts neuer globaler Anbieter zu einem Marktplatz der Begehrlichkeiten entwickelt. Die 44 Lokalradios stehen angesichts neuer `Location based services´ vor großen Herausforderungen. Die Potenziale dieser neuen Dienste müssen auch von den Radios ausgenutzt werden.“ Die Sicherung der Medienvielfalt bleibe auch angesichts einer verstärkten Medienkonzentration in Nordrhein-Westfalen oberstes Ziel der Kommission, sagte sie weiter.

Weiterlesen: Medienkonzentrationsbericht der LfM 

Dr. Udo Becker, Geschäftsführer von radio NRW,, merkte an, die Radionutzung nehme im Wettbewerb der Medien um Aufmerksamkeit weiter ab und stelle deshalb auch radio NRW, den Rahmenprogrammveranstalter der Lokalradios, vor Probleme. Mit einer Mediennutzungsdauer von rund zehn Stunden am Tag insgesamt sei die „Sättigung erreicht“. Becker meinte: „Das bedeutet einen noch schärferen Kampf der Medien untereinander. Auch der Rückgang der Werbung bei Zeitungen und Zeitschriften kommt nur zum Teil den lokalen Hörfunkstationen zugute.“ Radio NRW sei seit langem und weiterhin unangefochtener Reichweitensieger im bundesweiten Vergleich. „Durch die Flottenstrategie des WDR mit einer strategisch-inhaltlichen Formatierung der Programme EinsLive, WDR 2 und WDR 4 ist die Konkurrenz aber stärker geworden.“

Thorsten Kabitz vom Verein der Chefredakteure im Lokalfunk (VdC) und Chefredakteur von Radio RSG (Remscheid/Solingen) sagte: „Der NRW-Lokalfunk als inhaltsreichstes Privatprogramm in Deutschland muss weiter gestärkt werden. Vor allem mit dem mobilen Internet entsteht ein Veränderungsbedarf für die Sender, bei dem aber noch nicht klar ist, worin genau dieser besteht.“ Die sogenannten crossmedialen Kompetenzen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im lokalen Radio seien ausbaufähig.

Die Debatten in der Klausurtagung schließen sich damit fast nahtlos an das diesjährige Symposium der Medienanstalten an. Dieses fand am Donnerstag vergangener Woche in Berlin statt unter dem Titel „Lokale Medien in der digitalen Welt“. Bei der Gelegenheit hatte LfM-Direktor Dr. Jürgen Brautmeier, der Vorsitzende der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM), ebenfalls erklärt, es sei noch nicht deutlich, „wie traditionelle Lokalmedien die neuen technischen Möglichkeiten ökonomisch und publizistisch sinnvoll für sich einsetzen könnten“.

Weiterlesen: Pressemitteilung und Tagungsbericht: www.die-medienanstalten.de