Pressemitteilung | 11.12.2015

Entscheidungen der LfM-Medienkommission vom 11. Dezember 2015

 

Initiative Eltern+Medien und Medienscouts NRW: Zwei Medienkompetenzprojekte der LfM werden weiter geführt; Medienkommission ermöglicht Fortsetzung

Zwei der zentralen Medienkompetenzprojekte der Landesanstalt für Medien NRW (LfM) werden auch im nächsten Jahr fortgeführt: die Initiative „Eltern und Medien“, die kostenfrei sog. „Elternabende“ zu Medienthemen in nordrhein-westfälischen Kitas, Schulen und anderen Einrichtungen anbietet, und das Projekt „Medienscouts NRW“, bei dem Schülerinnen und Schüler zu „Medienscouts“ ausgebildet werden und dann ihren Mitschülern als Ansprechpartner in Medienfragen dienen. Mit dem Beschluss der Medienkommission am 11. Dezember 2015 ist die finanzielle Förderung sichergestellt.

Initiative Eltern+Medien: Bislang 150.000 Eltern informiert

Mehr als 150.000 Eltern aus Nordrhein-Westfalen haben sich in den vergangenen Jahren bei den kostenfreien Veranstaltungen der LfM über aktuelle Fragen der Medienerziehung informiert. So wurden im Rahmen der Initiative Eltern+Medien bisher rund 6000 solcher Elternabende angeboten. Mit dem aktuellen Beschluss können auch 2016 wieder rund 960 Elternabende angefragt werden, die für die Einrichtungen (Schulen, u. a.) kostenfrei sind.

„Welche Medien gehören ins Kinderzimmer, welche nicht?“, „Wann ist ein Kind reif für Tablet, Computer und Internet?“, „Was ist bei der Nutzung von sozialen Netzwerken zu beachten?“ Antworten auf diese und weitere Fragen rund um die Medienerziehung erhalten Eltern dann von den etwa 100 Expertinnen und Experten der LfM, die für die Initiative Eltern+Medien in Nordrhein-Westfalen unterwegs sind. Als ausgewiesene Fachleute geben sie Eltern konkrete Informationen zur kindlichen Mediennutzung und praktische Tipps für den Erziehungsalltag. „Unsere Initiative ist ein Angebot an die Eltern im Land, mit dem wir sie bestmöglich bei medienerzieherischen Fragen unterstützen möchten“, sagte LfM-Direktor Dr. Jürgen Brautmeier. „Die über die Jahre hohe Nachfrage zeigt, dass Eltern angesichts der rasanten Medienentwicklung nach wie vor auf sachliche und verständliche Informationen angewiesen sind“, so Brautmeier weiter.

Seit Mitte 2007 unterstützt die LfM Kitas, Schulen und nordrhein-westfälische Bildungseinrichtungen bei der Planung und Durchführung von medienpädagogischen Informationsveranstaltungen und stellt kostenfrei Referentinnen und Referenten zur Verfügung, die in eigenen Workshops für diese Aufgabe qualifiziert werden. Buchungen sind ab sofort über das Projektbüro der Initiative Eltern+Medien beim Grimme-Institut möglich.

Weitere Informationen unter www.elternundmedien.de.

Medienscouts NRW

Dem Medienkompetenz-Projekt Medienscouts NRW liegt der Ansatz der „Peer-Education“ zugrunde: Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I werden in Schulen zu „Medienscouts“ ausgebildet und stehen anschließend ihren Mitschülern als Ansprechpartner in Medienfragen zur Seite, etwa bei Themen wie Cybermobbing u. a.. Insgesamt sind bislang über 2.200 Medienscouts und mehr als 1100 Beratungslehrkräfte in den bisherigen Projektdurchläufen qualifiziert worden. In 47 der insgesamt 53 NRW-Kommunen nehmen Schulen an dem LfM-Projekt bereits teil.

Alle Informationen zum Projekt finden Sie unter www.medienscouts-nrw.de.

Haushalt der LfM 2016

Die Medienkommission der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) hat in der Sitzung am 11. Dezember 2015 in Düsseldorf den LfM-Haushalt für das Jahr 2016 verabschiedet. Die Erträge der LfM im Jahr 2016 belaufen sich auf rund 19,8 Millionen Euro. Bei den geplanten Ausgaben werden die Schwerpunkte wie in den vergangenen Jahren auf der Förderung der Medienkompetenz, der Forschung, der Förderung der Bürgermedien sowie der Digitalisierung in NRW liegen. Hinzu kommen Fördermaßnahmen der LfM-Stiftung Vielfalt und Partizipation, mit der die LfM ihrer Aufgabe nachkommt, den lokalen und regionalen Journalismus zu fördern.

In den Haushaltsmitteln der LfM ist nur der landesrechtlich gekürzte Anteil am Rundfunkbeitrag (55 Prozent) berücksichtigt. 45 Prozent des auf die LfM entfallenden Anteils am Beitragsaufkommen werden vorab über den WDR der Film und Medien Stiftung NRW zugeleitet.

LfM verlängert DAB+-Pilotversuch bis Ende 2016

Die Medienkommission der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) hat in ihrer Sitzung vom 11. Dezember 2015 den DAB+-Pilotversuch in NRW um ein Jahr verlängert. Demzufolge kann das domradio digital bis zum 31. Dezember 2016 weiter auf Sendung bleiben.

Ende September hatte LfM-Direktor Dr. Jürgen Brautmeier das Ergebnis der DAB+-Bedarfsabfrage in NRW bekanntgegeben: 22 Veranstalter, Verbände und Firmen hatten ihr Interesse an einer Programmverbreitung via DAB+ bekundet. Aus den Ergebnissen wurde deutlich, dass die meisten Veranstalter an einer landesweiten und weniger an lokaler und regionaler Verbreitung interessiert sind.

LfM-Appell für Meinungsfreiheit

Den Aufruf der LfM für Meinungsfreiheit und gegen Hetze im Internet haben mittlerweile rund 670 Menschen unterzeichnet. Ende November hatte die LfM an Nutzer, aber auch an die Anbieter von Internetplattformen appelliert, sich gegen Rassismus, Antisemitismus, Diskriminierung und Hetze im Internet zu stellen. „Diffamierungen sind zu verurteilen und dürfen nicht heruntergespielt oder verharmlost werden. Hasserfüllte Kampagnen im Netz sind Katalysator realer Gewalt. Gerade die aktuellen politischen Debatten und Geschehnisse rund um die Flüchtlingssituation zeigen, dass `Hate Speech´ und reale Gewalt oft nah beieinander liegen“, heißt es u. a. in dem Aufruf.

Er kann hier abgerufen und unterzeichnet werden: www.lfm-nrw.de/appell