Pressemitteilung | 20.05.2015

Cybermobbing, Sexting, Social Extremismus & Co. – 400 Teilnehmer diskutieren in Dortmund aktuelle Themen in der Medienkompetenzförderung

6. Fachtagung Medienkompetenz und Jugendmedienschutz der LfM in Kooperation mit dem Fachbereich Schule der Stadt Dortmund / Koordinierungsstelle Schulsozialarbeit und dem Medienzentrum

Bild des Veranstaltungssaals im Dortmunder U
Foto: Uwe Völkner / FOX

„Cybermobbing, Sexting, Social Extremismus & Co.“. Unter diesem Motto führte die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) heute (20. Mai 2015) in Dortmund ihre Fachtagung „Kompetent beraten in Medienfragen!“ durch. Etwa 400 Fachkräfte aus der Kinder- und Jugendarbeit, Familienbildung und Kriminalprävention waren vor Ort, um sich über die aktuellen Medienentwicklungen zu informieren. Die diesjährige Veranstaltung fand erstmals in Kooperation mit dem Fachbereich Schule der Stadt Dortmund/Koordinierungsstelle Schulsozialarbeit und dem Medienzentrum im Dortmunder U statt. Damit nahm „Kompetent beraten in Medienfragen!“ als neue Zielgruppe die Schulsozialarbeit in den Blick.

„Die diesjährige Kooperation mit Dortmund zeigt, wie sinnvoll es ist, dass sich zwei Akteure mit ihren Kompetenzen zusammentun“, sagte LfM-Direktor Dr. Jürgen Brautmeier im Eröffnungsgespräch der Veranstaltung. „Wer mit Kindern und Jugendlichen arbeitet, muss sich mit deren Mediennutzung beschäftigen. Schule und Bildungsarbeit kann und darf Medien nicht ausblenden“, so Brautmeier weiter. „Im Gegenteil: Insbesondere Schule ist ein zentraler Ort, wo Heranwachsende darin unterstützt werden können und sollen, einen kritisch-reflektierten Medienumgang zu erlernen.“


Am Nachmittag informierten sich die Teilnehmer in dem breiten Angebot an Praxis-Inputs zu den Themen Mediennutzung und Mediennutzungsverträge in Familien, zu (Safer-)Sexting und zum Umgang von Kindern mit Werbung im Internet. In weiteren Praxis-Inputs wurden die Fragen erörtert, wie sich Smartphone & Co. in Schule und Jugendarbeit kreativ nutzen lassen, in welcher Weise extremistische Gruppierungen die sozialen Netzwerke für die Ansprache von Jugendlichen nutzen und wie man Heranwachsende unterstützen kann, solche Angebote zu entlarven. Zudem hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, Rechtsexperten medienrechtliche Fragen zu ihrem Berufsalltag zu stellen und die Arbeit der Medienscouts NRW kennenzulernen. 


Oberbürgermeister Ullrich Sierau
 erläuterte den besonderen Stellenwert der Schulsozialarbeit in seiner Stadt: „Die Stadt Dortmund unterstützt und fördert seit zehn Jahren den Ausbau der Schulsozialarbeit. Seit 2005 gibt es ein trägerübergreifend verbindendes Rahmenkonzept und seit 2009 haben wir eine trägerübergreifende Koordinierungsstelle als erste Kommune bundesweit eingerichtet, die als Best-Practice-Beispiel gilt.“ Zum hohen Stellenwert der Medienkompetenzförderung in Dortmund erklärte Sierau: „Wir haben in den vergangenen zehn Jahren bei der Umsetzung der Medienentwicklungspläne mehr als 20 Millionen Euro in die digitale Medienausstattung der Schulen investiert. Zudem unterstützt das Dortmunder Netzwerk Medienkompetenz (DoNeM) mit vielfältigen Angeboten die Medienkompetenzförderung in der Stadt.“ 


In einem Input zeigte Prof. Dr. Matthias Brand (Universität Duisburg-Essen) aktuelle Befunde und Präventionsmöglichkeiten zum Thema Cybermobbing auf. Aus einem laufenden Forschungsprojekt, das seine Universität in Kooperation mit der LfM durchführt, stellte er ein zentrales Ergebnis heraus: „Entgegen bisheriger Annahmen kommt es weniger auf die technische Expertise der jungen Nutzer an als auf Reflexion und Selbstregulation. Das heißt: Auch wenn Kinder und Jugendliche sich technisch gut auskennen, bedeutet dies nicht, dass sie auch die Wirkung und Folgen von Cybermobbing einschätzen und Mobbingprozesse in der Gruppe unterbinden können.“ 

Den Abschluss wird ein Live-Hacking von Stefan Tomanek vom Institut für Internet-Sicherheit – if(is) in Gelsenkirchen bilden. Er wird z. B. zeigen, wie leicht es geht, SMS und Kontakte auszulesen, wenn man im Smartphone das offene WLAN einer Burgerkette abgespeichert hat.

Über die LfM-Veranstaltungsreihe „Kompetent beraten in Medienfragen!”:


Die LfM will Institutionen, die sich mit den Themen Jugendmedienschutz und Medienkompetenzförderung beschäftigen, zu einem stetigen Wissens- und Erfahrungsaustausch einladen und sie hinsichtlich der aktuellen Medienentwicklungen informieren und beraten. Vor diesem Hintergrund hat die LfM die Reihe „Kompetent beraten in Medienfragen! – Aktuelle Entwicklungen in der Medienwelt“ ins Leben gerufen. Die in dieser Reihe ca. einmal jährlich stattfindenden Veranstaltungen dienen dazu, zentrale und aktuelle Themen der Medienkompetenzförderung und der Medienaufsicht vorzustellen und innerhalb unterschiedlicher Beiträge aktuelle Entwicklungen der Medienwelt vertiefend zu besprechen. Informationen, Tagungsdokumentationen und Fotos unter: www.lfm-nrw.de/kbim