Pressemitteilung | 28.04.2016

Eurovision Song Contest (ESC) mit der Karlsmedaille für europäische Medien ausgezeichnet

Karlsmedaille 2016 - Preisträger ESC
© Stadt Aachen, Andreas Herrmann
  • ESC wird für seine Verdienste als transnationale beziehungsweise europaübergreifende Veranstaltung gewürdigt.
  • Vor 60 Jahren wurde der ESC mit dem Ziel erfunden, die einzelnen Nationen einander näherzubringen.
  • Laudator Björn Ulvaeus repräsentiert den möglicherweise erfolgreichsten Eurovisionsgewinner aller Zeiten: ABBA.

Der Eurovision Song Contest (ESC) hat heute in Aachen die Karlsmedaille für europäische Medien, die "Médaille Charlemagne pour les Médias Européens", erhalten. Mit dieser Medaille wird seit dem Jahr 2000 im Vorfeld der Karlspreis-Feierlichkeiten eine europäische Persönlichkeit oder Institution ausgezeichnet, die sich auf dem Gebiet der Medien in besonderer Weise um den Prozess der europäischen Einigung und um die Herausbildung einer europäischen Identität verdient gemacht hat.

Der ESC ist ein Beispiel für die positive Bedeutung Europas

Mit dieser Vergabe der 16. Karlsmedaille würdigt das Kuratorium des Vereins „Médaille Charlemagne“ die Verdienste des Eurovision Song Contests als transnationale beziehungsweise europaübergreifende Veranstaltung. Die Auszeichnung nahm Ingrid Deltenre, Generaldirektorin der European Broadcasting Union, entgegen. Die Laudatio auf den ESC hielt der schwedischer Musiker, Sänger, Komponist, Musikproduzent und Band-Mitglied der Pop-Gruppe ABBA, Björn Kristian Ulvaeus. Auch die deutsche Schlagersängerin Nicole war Gast der Preisverleihung.

Die Aachener Bürgermeisterin Hilde Scheidt betonte in ihre Begrüßungsrede, dass der European Song Contest ein Ereignis sei, von dem wohl fast jeder Europäer schon einmal gehört habe. Für sie persönlich sei er mit Kindheits- und Jugenderinnerungen untrennbar verbunden. Hilde Scheidt weiter: „Europa und Eurovision – das war für uns damals eins. Europa, das war das Zauberwort für eine bessere Zukunft, und der Song Contest war ein Zeichen dafür, dass es möglich ist, friedlich miteinander etwas Gemeinsames aufzubauen und zu gestalten. Heute ist der ESC ein Beispiel für die positive Bedeutung Europas geblieben. Es ist ein Fest der Einheit in der Vielfalt, ein Wettbewerb ohne Chauvinismus, ein Großereignis, bei dem es zwar Fans, aber keine Hooligans gibt. Der ESC ist gewiss populär, aber doch auch ein Lernort“. 

Musik kennt keine nationalen Grenzen

Ingrid Deltenre, Generaldirektorin der European Broadcasting Union, erinnerte daran, dass der ESC vor 60 Jahren mit dem Ziel erfunden worden sei, die einzelnen Nationen einander näherzubringen. Sie sagte: „Musik kennt keine nationalen Grenzen und ist eine Sprache, die wir alle verstehen. Die Tatsache, dass der Eurovision Song Contest in einer sich ständig polarisierenden Welt so beliebt ist, zeigt, dass die Unterschiede viel kleiner sind, als wir alle denken.“ Jon Ola Sand, seit 2011 Executive Supervisor des ESC, freute sich sehr, dass als Laudator dieser Auszeichnung Björn Ulvaeus gewonnen werden konnte, der den möglicherweise erfolgreichsten Eurovisionsgewinner aller Zeiten, die Gruppe ABBA, repräsentiere. Er inspiriere auch heute noch aktuelle Künstler, in der größten musikalischen Unterhaltungssendung der Welt gegeneinander anzutreten.

Björn Ulvaeus erklärte in seiner Laudatio, dass der Eurovision Song Contest ein ganz starkes und wichtiges Symbol sei. Durch den ESC würden die Menschen in Europa ein Gefühl entwickeln, wie man in über die Grenzen hinweg in Harmonie zusammenleben könne. Ulvaeus fügte hinzu: „Musik kennt keine Grenzen und hat die Macht, zu vereinen. Die „Ehe“ von Fernsehen und Musik beim Eurovision Song Contest bringt seit 60 Jahren die  Nationen näher zueinander – 1956 waren sieben Länder am ESC beteiligt, in diesem Jahr werden es 42 sein.“

ESC bringt die Menschen als europaweite Musikshow zusammen

Michael Kayser, Vorsitzender des Vereins „Médaille Charlemagne“, mahnte in seiner Ansprache: „Wenn man sich die öffentliche Diskussion in und um Europa ansieht, kann man feststellen, dass sie von dem Gedanken getrieben ist, zunächst einmal die eigenen nationalen Interessen durchzusetzen. Bei den Bürgerinnen und Bürgern kann auf diese Weise nur schwer ein richtiges europäisches Gemeinschaftsgefühl aufkommen. Als europaweite Musikshow vereint der  Eurovision Song Contest die Menschen dagegen für einen Abend. Er bringt sie durch Musik und Show zusammen – etwas, was derzeit auf nationalen Ebenen nur schwer gelingt.“

Dr. Jürgen Linden, Vorsitzender des Karlspreis-Direktoriums, betonte, dass der ESC zunächst einmal eine riesige Musikshow sei. Über einige Auftritte könne man nur staunen, stehe doch hin und wieder mehr die Show als die Musik im Vordergrund. Er sagte weiter: „Aber dennoch handelt es sich hierbei um ein Event, das die Massen seit vielen Jahren begeistert. Über 200 Millionen Menschen werden am 14. Mai das diesjährige Finale des ESC in Stockholm am Bildschirm verfolgen. Sicher wird der ESC nicht dazu beitragen, Krisen, wie zum Beispiel die Flüchtlingskrise, zu lösen. Aber das erwartet auch niemand. Es ist bereits ein Erfolg, wenn sich die Menschen einen Abend lang mit anderen Ländern und Europa befassen.“

Bisherige Preisträger

Bisherige Preisträger der Karlsmedaille waren der Publizist Lord George Weidenfeld (GB), der Autor Cees Nooteboom (NL), der Produzent Jan Mojto (D), der Regisseur Jean-Jacques Annaud (F), der ehemalige Intendant des Westdeutschen Rundfunks Köln Fritz Pleitgen (D), die polnische Schauspielerin Krystyna Janda (PL), die Stiftung Berliner Philharmoniker, gemeinsam die Regisseure Fatih Akin (D) und Abdellatif Kechiche (F), die Organisation „Reporter ohne Grenzen“, der Musiker André Rieu (NL), die Verlegerin Inge Schönthal-Feltrinelli (I), die russische Zeitung Novaya Gazeta, der Historiker und Journalist Timothy Garton Ash (GB), die European Film Academy (EFA) sowie im vergangenen Jahr die OSZE-Beauftragte für die Freiheit der Medien, Dunja Mijatovíc (BIH).

Gestiftet wird der Preis vom Verein „Médaille Charlemagne pour les Médias Européens“, dem folgende Institutionen angehören: Stadt Aachen, Stadt Maastricht, Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens, Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM), Film- und Medienstiftung NRW, Arte - der Europäische Kulturkanal, BBC World News, Deutsche Welle, EOS Entertainment, Discovery Communications Deutschland, Euronews, der Zeitungsverlegerverband Nordrhein-Westfalen sowie die Gesellschaft für die Verleihung des Internationalen Karlspreises zu Aachen. Der Verein wurde 2006 auf Initiative der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen und der Stadt Aachen ins Leben gerufen.

Angela Katzy gestaltet die Medaille

Die Medaille wird von der in Köln lebenden Künstlerin Angela Katzy gestaltet. Sie hat einen Durchmesser von etwa 10 cm und ist in 925er Silber gearbeitet. Der Lapislazuli ist in 750er Gelbgold gefasst, auch die innere Strebe ist in gelbgold gestaltet. Sie steht für den Strich, den Karl der Große einer Unterschrift gleich seinem Siegel selbst beifügte, da er nicht schreiben konnte.

Mehr zum Preis unter www.medaille-charlemagne.eu

 

 

 

Hinweis für die Redaktion:

Unter dem Link www.aachen.de/images/pressefotos/charlemagne.zip stehen ab Freitagvormittag, 29. April, Fotos der Preisverleihung zum kostenlosen Download zur Verfügung. Bitte beachten Sie das Copyright © Stadt Aachen, Andreas Herrmann.