Pressemitteilung | 09.12.2016

Entscheidungen der Medienkommission

Haushalt der LfM 2017

Die Medienkommission der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) hat in der Sitzung am 9. Dezember 2016 in Düsseldorf den LfM-Haushalt für das Jahr 2017 verabschiedet. Die LfM plant im Jahr 2017 mit Erträgen in Höhe von rund 17,1 Millionen Euro. Bei den geplanten Ausgaben werden die Schwerpunkte wie in den vergangenen Jahren auf der Förderung der Medienkompetenz, der Forschung, der Förderung der Bürgermedien sowie der Digitalisierung in NRW liegen. Hinzu kommen Maßnahmen zur Förderung von Vielfalt und Partizipation der LfM-Stiftung „Vor Ort NRW“, mit der die LfM ihrer Aufgabe nachkommt, den lokalen und regionalen Journalismus zu fördern.

In den Haushaltsmitteln ist der landesrechtlich gekürzte Anteil am Rundfunkbeitrag für die LfM (50 Prozent statt wie bisher 55 Prozent) berücksichtigt.

LfM-Direktor Prof. Dr. Jürgen Brautmeier sagte: „Die Mittel, die für die LfM für das Jahr 2017 vorgesehen sind, sind geringer als in den Vorjahren. Gleichwohl sind sie für das nächste Jahr belastbar berechnet. Aber auch für die LfM wachsen, finanziell gesehen, die Bäume künftig nicht in den Himmel. Wir müssen sicherstellen, dass die LfM in Zukunft auch mit geringerem Etat ihren Aufgaben nachkommen kann.“

Otfried Jarren (Präsident der Schweizerischen Medienkommission): Über die Vorteile einer konvergenten Medienregulierung und über die Krise des Journalismus

Prof. Dr. Otfried Jarren, Präsident der Eidgenössischen Medienkommission (EMEK) der Schweiz und Publizistikwissenschaftler, hat die Vorteile des geplanten neuen Mediengesetzes der Schweiz für eine effiziente Regulierung unter Konvergenzbedingungen gewürdigt.

In einem Vortrag vor der LfM-Medienkommission sagte Jarren heute (9. Dezember) in Düsseldorf, mit dem „Elektronischen Mediengesetz“ – so die offizielle Bezeichnung – soll in der Schweiz ein zeitgemäßer Rechtsrahmen in Kraft treten, der Medien nicht mehr wie bisher nach Gattungen (wie Hörfunk, TV und Internet) unterscheide, sondern übergreifend Handlungsmöglichkeiten eröffne, etwa in Lizenz- und Aufsichtsfragen. Auch die Medienförderung, so der EMEK-Präsident, müsse hier neu geregelt werden. Das Gesetz wird derzeit erarbeitet. „Damit wird eine konvergente Medienaufsicht ermöglicht, die auch Aspekte der Plattformregulierung wie – hoffentlich – Formen einer zeitgemäßen, staatsfernen Medienförderung beinhaltet. Mit diesem integralen Modell kann Medienaufsicht wirksamer geleistet werden als mit dem herkömmlichen Medienrecht“, sagte er.

Zur Krise im Journalismus und bei den traditionellen Massenmedien sagte Jarren, der Abbau von Beobachtungs-, Analyse- und Kritikkapazitäten sei höchst problematisch: „Das Hauptziel von Medienregulierung müssen die Erhaltung, Förderung und der rasche Aufbau unabhängiger, kritischer Einrichtungen sein. Jeder Eingriff in die sich etablierende neue Medien- und Kommunikationsordnungen bedarf einer Begründung.“

LfM verlängert DAB+-Pilotversuch bis Ende 2019

Die Medienkommission der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) hat heute (9. Dezember) den DAB+-Pilotversuch in NRW um drei Jahre verlängert. Demzufolge kann das domradio (Köln) bis zum 31. Dezember 2019 weiter auf Sendung bleiben.

Hinweis: Auf Facebook und im Hangout auf Youtube hat LfM-Direktor Jürgen Brautmeier seine Position in der aktuellen Debatte über DAB+ verdeutlicht.

 

LfM veröffentlicht Bericht „Programmbeobachtung und Programmbeschwerden“

Gemäß ihrer gesetzlichen Aufgabe beobachtet die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) fortlaufend die vielfältige Medienlandschaft in NRW – und damit u. a. die Programme der 44 privaten Lokalradios. Der heute (9. Dezember) veröffentlichte Bericht „Programmbeobachtung und Programmbeschwerden“ gibt für das vergangene Jahr einen Überblick über die Radio- und Fernsehprogramme sowie über die Telemedien in NRW.

Der Bericht ist hier abrufbar.

 

Initiative Eltern+Medien wird auch 2017 von der LfM gefördert

Die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) führt auch im nächsten Jahr mit der „Initiative Eltern+Medien“ eines ihrer zentralen Projekte fort, mit denen sie die Medienkompetenz in NRW fördert. Die Initiative bietet kostenfreie Elternabende zu Medienthemen in Kitas, Schulen und anderen Einrichtungen an. Mit ihrem Beschluss von heute (9. Dezember 2016) stellt die Medienkommission der LfM die finanzielle Förderung weiterhin sicher.

Mehr als 170.000 Eltern aus NRW haben sich in den vergangenen Jahren bei den kostenfreien Veranstaltungen über aktuelle Fragen der Medienerziehung informiert. Seit Projektbeginn im Jahr 2007 konnte die Initiative Eltern+Medien mit Hilfe der LfM über 6.900 solcher Elternabende veranstalten. Der heutige Kommissionsbeschluss bedeutet, dass in Schulen, Kitas und anderen Einrichtungen auch 2017 rund 875 kostenfreie Elternabende stattfinden können.

Wie viel Fernsehen und wie viel Smartphone dürfen sein? Fördern Computerspiele die kindliche Entwicklung? Und was machen Kinder im Netz überhaupt? Antworten auf diese und weitere Fragen rund um die Medienerziehung erhalten Eltern von etwa 100 Expertinnen und Experten, die im Auftrag der LfM in Nordrhein-Westfalen unterwegs sind. Als ausgebildete Fachleute geben sie Eltern konkrete Informationen zur kindlichen Mediennutzung und praktische Tipps für den Erziehungsalltag. „Mit unserer Initiative bieten wir Eltern in ganz NRW ein Angebot, mit dem wir sie sehr konkret bei ihren Fragen rund um die Mediennutzung ihrer Kinder unterstützen“, sagte Prof. Dr. Werner Schwaderlapp, der Vorsitzende der LfM-Medienkommission. „Dass Eltern angesichts der rasanten Medienentwicklung einen großen Beratungs- und Orientierungsbedarf haben, zeigt die seit Jahren unvermindert hohe Nachfrage“, ergänzte er.

Buchungen sind über das Projektbüro der Initiative Eltern+Medien möglich. Weitere Informationen unter www.elternundmedien.de.