Video | 24.06.2016

Blick in die Zukunft

Dr. Tobias Schmid über schützenswerte Aufgaben der Medienaufsicht

Lade Player

Transkription

[Dr. Tobias Schmid] Ausgangspunkt der Überlegung ist, in der Tat, dass ich glaube, dass in einer konvergenten Realität, die Schutzgüter, die das Medienrecht vorsieht, nicht obsolet werden. Sondern sie werden vielleicht sogar an Relevanz gewinnen. Die Bedeutung ist gleichbleibend hoch. Die Schutzgüter über, die wir hier reden, sind: Schutz der Menschenwürde, Schutz der Jugend, Schutz der Vielfalt, Schutz der Verbraucher.

Wenn wir diesem Recht weiterhin Geltung verschaffen wollen – das muss ja vordringlichste Aufgabe einer Medienaufsicht sein – dann müssen wir erstens konvergenter denken. Es kann nicht mehr darauf ankommen, über welchen Auspielweg audio und audiovisuelle Inhalte zum Konsumenten kommen, sondern es kommt darauf an, wie die Bedrohungslage oder wie die potentielle Schädigung beim Konsumenten ist. Und darauf müssen wir einen Fokus setzen.

Das bedeutet, so glaube ich, bei der Arbeitsweise vor allen Dingen, dass wir antizipatorischer sind – wir sozusagen von Abblendlicht auf Fernlicht umstellen – und wir versuchen herauszufinden: Wie sind die Medienentwicklungen? Wo müssen wir uns als Medienaufsicht frühzeitig überlegen, was wir machen? Insofern glaube ich, Grundgedanke ist: Die Gründe, für die es eine Medienaufsicht gibt, bleiben die gleichen und verlieren auch nicht an Brisanz. Die Methodik, mit der wir sie schützen und durchsetzen, die wird sich sicherlich im Laufe der Zeit ändern und das wird die Aufgabe sein.