Pressemitteilung | 24.06.2016

Weitere Entscheidungen der Medienkommission

LfM fördert Digitalisierungsmaßnahmen im lokalen/regionalen Fernsehen; Brautmeier: „Ohne öffentliche Förderung kein Wettbewerb“

Regionale und Lokale Fernsehveranstalter in Nordrhein-Westfalen können mit Blick auf die Herausforderungen einer zunehmend digitalisierten Medienlandschaft mit finanzieller Hilfe der LfM rechnen. Die Medienkommission beschloss heute (24. Juni), dass sich TV-Veranstalter um entsprechende Fördermittel für Digitalisierungsmaßnahmen bewerben können. Die LfM stellt dafür Mittel in Höhe von insgesamt bis zu 200.000 Euro bereit.

LfM-Direktor Dr. Jürgen Brautmeier sagte zu der Entscheidung, es gebe gravierende Wettbewerbsnachteile für das private Fernsehen gegenüber öffentlich-rechtlichen Angeboten, die die LfM mit den neuen Fördermitteln zumindest etwas ausgleichen wolle: „Von einem Wettbewerb auf Augenhöhe, wie früher einmal, können wir beim privaten Fernsehen schon seit langer Zeit nicht mehr sprechen. Der private Rundfunk muss, anders als der WDR, Investitionen selbst erwirtschaften. Vier der einst sieben Lokal-Regional-TV-Sender existieren bereits nicht mehr. Das zeigt deutlich, dass die Sender mit der fortschreitenden Digitalisierung ohne Hilfe nicht immer Schritt halten können. Ohne öffentliche Förderung ist ein publizistischer Wettbewerb kaum mehr möglich.“

In NRW sind mit center.tv (Region Düsseldorf-Neuss), CityVision (Mönchengladbach) und Studio 47 (Duisburg) noch drei Veranstalter aktiv.

LfM-Medienkommission beschließt finanzielle Förderung für Bürgerfunk und Bürgerfernsehen

Die Landesanstalt für Medien NRW (LfM) wird in diesem und im nächsten Jahr erneut Finanzmittel in erheblicher Höhe für die Bürgermedien (Bürgerfunk und Bürgerfernsehen) bereitstellen. Die Medienkommission der LfM beschloss heute (24. Juni) einerseits die Förderung der sogenannten technischen und organisatorischen Infrastruktur im Bürgerfunk. Dadurch sollen Servicestellen für den Bürgerfunk eingerichtet werden. Sie gibt damit gleichzeitig Mittel in Höhe von insgesamt 450.000 Euro (für 2016) und 210.000 Euro (für 2017) frei.

Mit dem heutigen Beschluss können die Servicestellen Bürgerfunk interessierte Bürgerinnen und Bürger beraten und technische Produktionshilfe für deren eigene Hörfunkbeiträge geben. Dadurch soll eine Vielzahl von Bürgerfunkeinrichtungen in den 44 Verbreitungsgebieten der NRW-Lokalradios in ihrer Arbeit unterstützt werden.

Mit bis zu 300.000 Euro wird die LfM andererseits Qualifizierungsmaßnahmen für Bürgergruppen im Bürgerfernsehen im Jahr 2017 unterstützen. Die Produktion von Fernsehbeiträgen setzt journalistische, gestalterische und redaktionelle Kenntnisse voraus, die im Rahmen dieser Maßnahmen vermittelt werden sollen. Ziel ist es, dass die teilnehmenden Personen Fernsehbeiträge eigenständig produzieren und mit ihren Beiträgen über den TV-Lernsender nrwision eine Öffentlichkeit erreichen.

Zu beiden Förderungen wird in Kürze jeweils eine sogenannte Bekanntgabe veröffentlicht, die Details zum Antragsverfahren und zu Fristen der Antragstellung enthält.

Die LfM hat die gesetzliche Aufgabe, Bürgermedien zu fördern. Bürgermedien ermöglichen es medieninteressierten Menschen, aktiv in der Medienlandschaft mitzuarbeiten. Sie ergänzen das öffentlich-rechtliche und private Medienangebot und tragen zur gesellschaftlichen Meinungsbildung bei.

Lokaler Hörfunk: Zulassungen für Sender in Krefeld/Viersen, im Ennepe-Ruhr-Kreis, im Kreis Gütersloh und in Dortmund verlängert

Nach dem Beschluss der Medienkommission der Landesanstalt für Medien NRW (LfM) vom 24. Juni 2016 können die Lokalsender Welle Niederrhein (Stadt Krefeld/Kreis Viersen), Radio Ennepe Ruhr (Ennepe-Ruhr-Kreis), Radio Gütersloh (Kreis Gütersloh) und Radio 91.2 (Stadt Dortmund) für je weitere zehn Jahre auf Sendung bleiben. Auch die Lizenz für das Rahmenprogramm von radio NRW wird für diese Verbreitungsgebiete entsprechend verlängert.

Lizenz für „center.tv Region Düsseldorf/Neuss“ wird verlängert

Die Zulassung für das private regionale Fernsehprogramm „center.tv Region Düsseldorf/Neuss“ wird um zehn Jahre verlängert. Dies beschloss die LfM-Medienkommission in ihrer Sitzung am 24. Juni 2016. 

Helmut Hellwig, früherer Vorsitzender der Rundfunkkommission, gestorben

Helmut Hellwig, Vorsitzender der damaligen LfR-Rundfunkkommission (heute LfM-Medienkommission), ist am 7. Juni 2016 im Alter von 82 Jahren gestorben. Hellwig war in den ersten beiden Amtsperioden        Vorsitzender des Gremiums. Prof. Dr. Werner Schwaderlapp, Vorsitzender des LfM-Medienkommission, würdigte ihn und sagte: „Helmut Hellwig war neben dem damaligen Direktor Klaus Schütz ein Mann der ersten Stunde und als Gründungsvorsitzender des Gremiums maßgeblich am Aufbau der Regulierung und Förderung des privaten Rundfunks in NRW beteiligt.“