Pressemitteilung | 15.03.2016

LfM-Medienkommission diskutiert den möglichen Einfluss von Intermediären auf Meinungsvielfalt

Forderung nach neuem medienübergreifenden Vielfaltssicherungsrecht

Suchmaschinen, soziale Netzwerke und andere virtuelle Plattformen entscheiden im Internet zunehmend darüber, ob und wie Inhalte von wem gefunden werden. Diese sogenannten Intermediäre machen Inhalte auffindbar, verlinken sie oder betten sie in den personalisierten Strom der Nachrichten ein. Die LfM-Medienkommission hat auf einer Klausurtagung in Düsseldorf mit Experten über den (versteckten) Einfluss von Intermediären und virtuellen Plattformen auf Meinungsvielfalt und Meinungsbildung diskutiert. Bei der Tagung unter dem Titel „Die versteckte Meinungsmacht? Herausforderungen für die Medienregulierung durch Intermediäre und virtuelle Plattformen“ stellten die Wissenschaftler Dieter Dörr, Birgit Stark, Pascal Jürgens und Hardy Gundlach erste Einschätzungen vor. Dörr forderte dabei ein neues medienübergreifendes Vielfaltssicherungsrecht, das auf eine „Fernsehzentrierung“ verzichten müsste.

Mit Nico Lumma (next media accelerator GmbH, Hamburg) kam ein Unternehmensvertreter zu Wort.

Die Vielzahl der digitalen Angebote könne den Eindruck vermitteln, dass die Vielfalt im Internet automatisch gegeben sei, sagte Prof. Dr. Werner Schwaderlapp, der Vorsitzende der LfM-Medienkommission. Er wies darauf hin, dass die LfM die gesetzliche Aufgabe zur Sicherung der Meinungsvielfalt habe. Vielfalt aber könne im Rahmen ökonomischer Marktprozesse im Internet dann bedroht sein, wenn eine „ökonomisch induzierte Knappheit“ den Pluralismus und die Auffindbarkeit von Inhalten im Internet einschränke.

Der Bericht über die Tagung ist hier abrufbar.

Hinweis:
Intermediäre sind auch das Thema des diesjährigen Symposiums der DLM in Berlin.
„Neue Nadelöhre - Wer bestimmt unseren Zugang zu den Medien?“
DLM-Symposium der Medienanstalten am 17. März 2016.
Infos und Anmeldung unter www.die-medienanstalten.de