Pressemitteilung | 15.11.2016

Förderung der Medienkompetenz ist notwendiger denn je: D21-Digital-Index 2016 zur Lage der Digitalen Gesellschaft veröffentlicht

Digitale Kompetenzen gering ausgeprägt // Digitale Realität der Lebenswelt in Schulen wenig abgebildet // LfM unterstützt bei Kompetenzerwerb

In Kooperation mit der LfM hat die Initiative D21 e. V. heute (15. November) ihre aktuellen Forschungsergebnisse zum Stand der Digitalisierung in Deutschland vorgelegt.

Präsentiert wurde der "D21-Digital-Index 2016" gemeinsam mit Staatssekretär Matthias Machnig im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi). Die Studie liefert seit 2013 jährlich ein umfassendes Lagebild zum Digitalisierungsgrad der deutschen Bevölkerung ab 14 Jahren, inklusive der Offliner. Durchgeführt wird sie von Kantar TNS (ehem. TNS Infratest).

Digitale Kompetenzen gering ausgeprägt

Inzwischen nutzen 79 Prozent der Deutschen das Internet. Insbesondere im Bereich der digitalen Kompetenz schneidet die Bevölkerung im Vergleich zum Vorjahr schlechter ab (-5 Indexpunkte). Das Schwerpunktkapitel Digitalkompetenzen verdeutlicht: Der digitalen Zukunft begegnen die Menschen mit geringen Kompetenzen. So nutzen zwar etwa 72 Prozent der Gesamtbevölkerung Suchmaschinen, doch nur 58 Prozent können mit hoher Kompetenz Internetrecherchen durchführen. Nur 37 Prozent beziehen mehrere Quellen mit ein und nur 15 Prozent betrachten Ergebnisse jenseits der ersten Seite der Suchmaschinen.

Medienkompetenz gegen eine digitale Spaltung der Gesellschaft

Dass die Digitalisierung insbesondere auch Kinder und Jugendliche zunehmend vor größere Herausforderungen stellt, zeigen auch die Ergebnisse der erstmalig durchgeführten Sonderstudie "Schule Digital - Lehrwelt, Lernwelt, Lebenswelt"(ebenfalls durchgeführt von Kantar TNS). Ein zentraler Befund der Studie: Die digitale Realität der Lernwelt zu Hause und der Lebenswelt findet immer noch wenig Eingang in die Lehrwelt der Schule.

Prof. Dr. Jürgen Brautmeier, Direktor der Landesanstalt für Medien NRW (LfM), sagte: "Der Prozess der Digitalisierung kann nur dann gesamtgesellschaftlich erfolgreich verlaufen, wenn möglichst alle Bürgerinnen und Bürger die für diese Entwicklungen entsprechenden Kompetenzen erwerben können. Will man einer digitalen Spaltung unserer Gesellschaft entgegenwirken, müssen die Menschen mehr als bisher beim Kompetenzerwerb unterstützt und zu digitaler Selbstbestimmung befähigt werden."

Brautmeier betonte weiterhin, dass die Förderung von digitalen Kompetenzen eine Herausforderung aller mit Bildung, Information und Beratung befassten Akteure und Institutionen sei.

Die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) führt zahlreiche Medienkompetenzprojekte durch. Dabei fördert sie mit Projekten wie bspw. klicksafe, Handysektor, Medienscouts NRW, Internet-ABC und Initiative Eltern + Medien den selbstbestimmten und verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien von Kindern, Jugendlichen und Eltern.

Ausführliche Informationen sowie Daten und Fakten zu den Projekten der LfM finden Sie auf der Webseite www.lfm-nrw.de/foerderung/medienkompetenz.html und im aktuellen Medienkompetenzbericht 2015/16, den die LfM an diesem Donnerstag (17.11.) veröffentlicht.

 

Weitere Informationen

Studienwebsite mit Download der Studie (freie Lizenz):
www.initiatived21.de/portfolio/d21-digital-index-2016/

Studienwebsite der Sonderstudie "Schule Digital" mit Download (freie Lizenz):
www.initiatived21.de/portfolio/sonderstudie-schule-digital-2016/