Prof. Ingo Bosse zu Gast in der LfM-Medienkommission

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Transkription

Also, was ich ganz deutlich herausgelesen habe ist, dass die Privaten eben hoch attraktiv sind für Menschen mit Behinderung und auch durchaus heute schon wahrgenommen werden. Also von der Quantität werden die durchaus geschätzt auch für alle möglichen Formate.

In den Gruppendiskussionen haben wir zum Beispiel herausgefunden, dass auch Formate wie 'Bauer sucht Frau' oder auch 'Frauentausch' und solche Dinge durchaus wertgeschätzt werden, weil eben dann Menschen mit Behinderung die Sendungen in der Familie gucken. Aber auch da fehlen eben die Untertitel. Das heißt die Information muss dann von Familienmitgliedern geliefert werden.

Und was ich spannend fand, dass sich Menschen mit Behinderung auch mehr barrierefreie Werbung gewünscht haben. Also auch da die Information ohne Untertitel oder ohne Audiodeskription fehlt. Das fände ich also für private Sender tatsächlich auch noch einmal ein spannendes Feld.

Und tatsächlich die Versuche, die es ja teilweise schon gibt. So Sender wie Sky zum Beispiel haben da in den letzten Jahren ja schon deutliche Fortschritte gemacht, tatsächlich auch mehr mit Untertitelung und Audiodeskription anzubieten und auch in Gebärdensprache. Und das ist ja auch ein Feld, was auch bei den öffentlich-rechtlichen Sendern ja durchaus noch Luft nach oben hat.

Und ich glaube auch die Internetangebote der privaten Sender sollten barrierefreier ausgestaltet werden, weil völlig klar ist, Menschen mit Behinderung sind Konsumenten und sie konsumieren Fernsehen sogar noch in einem höheren Maße als die Durchschnittsbevölkerung, das heißt eigentlich ist es eine besonders attraktive Zielgruppe. Und ich glaube, das ist den privaten Sendern noch nicht so deutlich bewusst, welches Potential da im Moment noch brach liegt.