Social Media-Tagung #watchdog17 zur „Werbekennzeichnung im Netz“

Transparenz in den Sozialen Medien war das Thema bei der Veranstaltung im Kölner Stadtgarten. Diskutiert wurden aktuelle Trends und vor allem, welche Regeln es für die sogenannten Influencer zu beachten gibt.

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Transkription

[Sprecher aus dem Off] YouTube, Instagram & Co, und wie diese Plattformen für Werbung genutzt werden: Transparenz in den Sozialen Medien war das Thema bei der Veranstaltung watchdog im Kölner Stadtgarten. Aktuelle Trends und vor allem, welche Regeln es für die sogenannten Influencer zu beachten gibt, all das wurde diskutiert. Fragen, mit denen sich die Produzenten heute auseinandersetzen müssen.

[Katharina Knuth, Wunderstudios] „Besonders, wenn man Inhalte für Kinder produziert, und dann auch noch Werbung macht, muss man die natürlich ganz besonders kennzeichnen. Das heißt, man darf zum Beispiel keinen direkten Kaufappell in so ner Werbung machen. Man muss es nicht nur schriftlich kennzeichnen in so nem Video, sondern auch akustisch vorher, weil viele Kids das sonst einfach auch garnicht lesen oder verstehen können. Und man darf zum Beispiel auch keine Produktplatzierungen machen, weil die schlichtweg gegenüber Kindern verboten sind.“

Besonders beliebt als Zielgruppe sind natürlich die Jüngeren, die mit eindeutiger, aber auch versteckter Werbung konfrontiert werden. Welche Möglichkeiten gibt es, da den Durchblick zu behalten?

[Diana zur Löwen, YouTuberin und Instagramerin] „Ich kann mich natürlich absichern als YouTuber, als Influencer, wenn ich alles als Werbung kennzeichne. Aber das ist ja dann trotzdem nicht transparenter für den Zuschauer. Weil er dann ja trotzdem nicht weiß, wofür werde ich bezahlt oder was ist einfach nur ein PR-Sample, und was habe ich zugeschickt bekommen. Und wenn man das den Zuschauern öffentlich zugänglich macht, diese Begrifflichkeiten, dann können sie auch besser verstehen, für was ich jetzt Geld erhalten habe und so weiter, und für was nicht.“

Dieses Bewusstsein für die Regeln zu schaffen, sei wichtig, gerade weil die Einstiegshürden so gering seien, sich im Social Media-Bereich als Influencer etwas aufzubauen.

[Robin Blase, YouTuber, Produzent und Berater] „Ich glaube, professioneller YouTuber ist man heutzutage automatisch, sobald man damit Geld verdient. Und das tun heute schon ganz ganz viele, auch die, die jetzt vielleicht nicht das Ganze hauptberuflich machen, auch die sehe ich schon als professionelle YouTuber. Heutzutage kann man ja sogar schon mit ein paar Hundert Instagram-Followern anfangen, damit Geld zu verdienen. Auch wenn das in dem Moment nicht zum Leben reicht, sind das trotzdem ganz nette Beträge, die man sich dazuverdienen kann. Und ich glaube, dadurch, dass diese Hemmschwelle so gering ist, anzufangen Influencer – wie es ja gerne genannt wird – zu werden und damit Geld zu verdienen, ist es auch so schwierig, bei jedem sozusagen am Ende das Bewusstsein zu schaffen, dass es da auch gewisse Regeln gibt.“

Dass diese Regeln dann eingehalten werden, darum kümmern sich die Medienanstalten. Und auch, wenn von Seiten der Produzenten mehr Transparenz gewünscht wird: Abgesehen von wenigen Sonderfällen sei es doch eigentlich ganz einfach.

[Dr. Tobias Schmid, Direktor der Landesanstalt für Medien NRW (LfM)] „Naja, das Prinzip der Werbekennzeichnung ist, wenn man sich überlegt, wofür gibt es die, gar nicht so kompliziert. Werbekennzeichnung gibt es aus einem einzigen Grund, nämlich: Es muss für den Nutzer, den Zuschauer. sozusagen erkennbar sein, was ist redaktioneller Inhalt, und was ist Werbung. Das heißt, immer dann, wenn ich für das, was ich da zeige, bewerbe, bespreche, eine Gegenleistung erhalte, habe ich Werbung. Das ist das „Wann“. Und das „Wie“ ist auch ganz einfach. Sie kennzeichnen so, dass der, der drauf schaut, sofort erkennen kann, dass es sich um eine werbliche Botschaft handelt. Und das ist es im wesentlichen auch schon.“