Meldung | 05.09.2017

Die Medienanstalten stellen ihren Digitalisierungsbericht 2017 vor

Die Medienanstalten haben heute ihren Digitalisierungsbericht 2017 in Berlin vorgestellt. Der Digitalisierungsbericht bildet den Stand der digitalen Entwicklung in Deutschland ab und wird jährlich von den Medienanstalten herausgegeben.

Auch 2017 bestätigt sich wieder der Trend zu einer steigenden Digitalisierung, insbesondere beim Fernsehempfang. Gleichzeitig zeigt sich ein Bedeutungsgewinn von Angeboten jenseits des klassischen Fernsehens.

Auffällig ist der Anstieg der HDTV Nutzung mit einem Gesamtanteil von 65,7 Prozent der Haushalte. 2016 lag der Anteil der Haushalte die Ihr Fernsehen in HD-Qualität empfingen bei 53,1 Prozent. Diesen sprunghaften Anstieg führen die Medienanstalten auf die Einführung von DVB-T2 HD am 29. März dieses Jahres zurück. Insgesamt empfangen damit bereits 25,2 Millionen Haushalte ihr Fernsehen in HD Qualität.

Bei den Empfangswegen gab es dagegen eher geringfügige Veränderungen. Die Zahl der Haushalte mit IP-TV bewegt sich mit 6,9 Prozent weiterhin auf niedrigem Niveau. Kabel (45,9%) und Satellit (45,7%) bilden weiterhin die bevorzugten Übertragungswege. Dabei schreitet die Digitalisierung auch beim Kabelfernsehen weiter voran. Bereits 88,6 Prozent der Kabel-Empfänger in Deutschland sind mit digitalen Anschlüssen versorgt.

Veränderungen ergeben sich auch in der Bedeutung von Videoinhalten aus dem Internet. Bei der Gruppe der 14- bis 29-Jährigen liegt der Video-on-Demand Anteil mit 45 Prozent bereits über dem des klassischen Fernsehens, mit einem Nutzungsanteil von 38 Prozent.

Digitalisierungstrends in NRW

In Nordrhein-Westfalen liegt der digitale Anteil bei den Kabelanschlüssen mit 94,2 Prozent (84% im Vorjahr) deutlich über dem bundesdeutschen Durchschnitt (88,6%). Es zeigt sich aber auch, dass in NRW der Empfang über Satellit (ca. 4 Mio. Haushalte) deutlich beliebter ist als die Kabelnutzung (ca. 3,6 Mio. Haushalte).

Fast jeder dritte Haushalt in NRW ist mittlerweile mit einem Smart-TV versorgt, wovon allerdings nur etwas mehr als zwei Drittel mit dem Internet verbunden sind.

Der Anteil der Video-on-Demand Nutzung bei jungen Menschen in NRW liegt, mit 47 Prozent bei den 14- bis19-jährigen und 43 Prozent bei den 20- bis 29-jährigen, bereits vor der Nutzung des klassischen Fernsehens und damit im bundesdeutschen Trend.

Beim Radioempfang ist der Anteil von UKW/analoger Nutzung gegenüber dem Vorjahr um ca. 4,5 Prozent gesunken (etwa 67%). Die DAB+ Nutzung ist mit insgesamt 5 Prozent Anteil dagegen leicht angestiegen. Die Nutzung von Internet-Radioangeboten liegt bei etwa 9 Prozent. 15,1 Prozent der Haushalte in NRW sind mit DAB+ Geräten versorgt.

Der Digitalisierungsbericht beruht auf Daten einer deutschlandweiten Befragung durch Kantar TNS im Auftrag der Medienanstalten. Der Bericht bildet die Empfangsarten von Radio und Fernsehen in Deutschland und für die einzelnen Bundesländer im Vergleich ab.

2017 zeigt sich, dass die Einführung von DVB-T2 einen sichtbaren Zuwachs des HD-Empfangs ergeben hat. Die Ausstattung der Haushalte mit Smart TVs hat deutlich zugenommen. Bei jüngeren Nutzern wird das klassische Fernsehen zunehmend von Video-on-Demand Angeboten und Live-Streaming Angeboten verdrängt.

Den Digitalisierungsbericht 2017 finden Sie auf der Website der Medienanstalten zum Download.

Die ausführlichen Ergebnisse für NRW finden Sie hier.