Video-Statements

Warum hat die LfM eine Studie zum Thema Castingshows in Auftrag gegeben?

Holger Girbig (LfM)

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Weil Casting immernoch Bestand hat, auch wen viele zwischendurch mal gedacht haben: Es geht zuende mit dem Casting und wir uns auch immer mehr Gedanken machen um jüngere Menschen, die da mitmachen. Und die Studie zeigt: zurecht.

Also uns wäre sehr daran gelegen, wenn man die Diskussion weiterspinnt.Wenn man tatächlich dahin kommt, und auch mit den Produzenten und den Sendern zu reden, und auch von deren Seite die Erkenntnis da wäre: Nicht alle, die in so eine Show reingehen, gehen mit der gleichen Basis rein. Nicht alle wissen, was es mit ihnen macht. Nicht alle wissen, wie sie in den Medien rüberkommen und was eine Regie und eine Bildbearbeitung aus einem machen kann. Und wenn wir gemeinsam mit den Produzenten über ein paar Basics reden könnten - Dass mann zu ein paar Vereinbarungen kommt, dass gewisse Dinge von früher nicht mehr wieder vorkommen und man über - ja - Spaß für alle Zuschauer nur noch redet, dann wären wir beisammen und wir würden uns sehr freuen. 

Castingshow: Sprungbrett oder Krise?

Dr. Maya Götz (Leiterin IZI)

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Also für einige ist das wirklich ein Sprungbrett. Die können das ausnutzen. Das sind vor allem Profis, aber auch Neuentdeckungen, die aber eine wirklich fundierte musikalische Ausildung hat.Für andere kann es wirklich schwierig werden: Für die, die als Freaks dargestellt werden und die ganz naiv damit umgehen oder aber auch die, die reingehen und von der Gesamtsituation so +überfordert sind, dass sie dann dauerhaft  auch davon Schaden nehmen. 

Überrascht war ich von diesen Selbstinszenierungsstrategien, also festzustellen, dass einige von denen, wo ich dachte: "Oh, die armen Freaks" dann das durchaus als Selbstinszenierung nutzen. Erschüttert war ich dann aber von den Beispielen, wo wirklich jemand vorgefüghrt wurde und die dann, dadurch, dass es eben über YouTube die ganze Zeit da ist, immer wieder darauf angesprochen wird; sie sich mit dem ganzen Namen nennt, das heißt: Auf Dauer ist ihr Name da einfach beschädigt.

Welchen Einfluss haben (harte) Jury-Aussagen auf die Kandidaten?

Thomas M. Stein (Musikproduzent und Ex-DSDS-Juror)

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Die Frage der Einschätzung der eigenen Aussage hängt von jedem individuellen Teilnehmer oder Künstler ab. Denn er muss ja selber bewerten: "Ist diese Bewertung etwas, was ich persönlich für mich nutzen kann? Ja oder nein?". Dass manchmal eine Bewertung - Beispiel: Dieter Bohlen: "Du singst wie ein Dildo" - natürlich vielleicht ein bisschen befremdlich wirkt ist eins, aber es ist alles gesagt: Technisch: Die Batterie ist irgendwann mal lehr und Feierabend. Also, man muss sich einfach auch die Interpretation der Aussage manchmal ein bisschen selber zurechtlegen.

Ich kann dann Karriere machen, wenn ich bereit bin, zu arbeiten. Und es ist leider eines der Phänomene, die ich beobachte, dass viele Menschen, die auch ganz weit vorne gelandet sind, dann auch nicht weiter gearbeitet haben. Ich meine: Wenn ich im Berufsleben irgendwo einen Job annehme, muss ich ja auch acht Stunden arbeiten. Nun, warum glaube ich, dass ich im Show-Geschäft, ich nicht die gleiche Aufgabe übernehmen muss, nämlich meine Intention zu zeigen, in dem ich mich zehn, zwölf, fünfzehn Stunden - auch zwanzig Stunden - dafür einsetze. Und das einer der Gründe, warum viele Casting-Teilnehmer eben nachher keinen Erfolg haben. Gehen sie nach Amerika. Da sind viel mehr Casting-Teilnehmer, die erfolgreich sind. Warum?: Weil sie ganz kochenhart an diesem Geschäft partizipieren wollen,  arbeiten wollen und auch erfolgreich sein wollen. 

War "X Factor" für Nica & Joe ein Erfolg?

Nica (Ex-Teilnehmerin)

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Auf jeden Fall, denn es war für mich ein Sprungbrett. Schon allein die Erfahrung, die Freunde, die Kontakte und natürlich auch dieses wöchentlich Performen auf einer riesengroßen Bühne, die Medienpräsenz, die man bekam. Das ist auf jeden fall sehr sehr sehr viel Wert für einen Künstler, der vorher unbekannt war. 

Du musst einfach nur für dich selbst entscheiden, was du möchtest - vom Leben und auch von dir selbst als Künstlerin. Und wenn du so eine Plattform, eine Chance bekommst, und wenn du es schaffst, die richtig zu nutzen, richtig anzuwenden für dich selbst -  Dann kannst Du eigentlich nur gewinnen. Und im Endeffekt war das das, was wir gemacht haben.