Dr. Anja Zimmer

Geschäftsführerin Deutscher Journalisten-Verband NRW e. V.

Frau Zimmer, warum engagiert sich der DJV-NRW beim LfM-Hörfunkpreis?
Der DJV setzt sich von jeher für ein breites Medienspektrum und die publizistische Vielfalt von Meinungen ein. Der Hörfunk spielt da eine ungemein wichtige Rolle - vor allem als Informationsquelle im Lokalen, also vor Ort. Der Hörfunkpreis zeigt diese journalistische Vielfalt deutlich. Und er würdigt die Menschen hinter dem Programm, die Journalistinnen und Journalisten, die mit ihren Beiträgen diese Vielfalt schaffen. Deshalb hat der DJV-NRW den Preis von Anfang an begrüßt und auch immer schon begleitet.

Sie stiften einen Preis in der Kategorie „Information/Recherche“, warum gerade in dieser Kategorie?
Der Lokalfunk wird gerne als „Dudelfunk“ verspottet. Dass das nicht stimmt, wollen wir deutlich machen. Auch im Lokalfunk gibt es tolle Geschichten, die aufwendig recherchiert oder originell gemacht sind. Ich bin sehr gespannt, was die Jury präsentieren wird.

Wo sehen Sie die inhaltlichen Stärken des Lokalfunks in NRW?
Die Krise der Medien und insbesondere der Tageszeitungen trifft ganz besonders den Lokaljournalismus. Mittlerweile leben 55 % der Menschen in NRW in (sog.) Einzeitungskreisen. Das macht es immer schwieriger, sich über lokale Themen zu informieren. In dieser Situation ist es ganz besonders wichtig, dass der Lokalfunk in NRW mit seinen 45 Sendern in die Bresche springt. Und das tut er! die Sender machen wirklich ein lokales Programm und sprechen oft Themen an, die sonst vor Ort nicht vorkommen. Ich finde, wir haben hier ein Modell gefunden, das sich vorzeigen lässt.