29.09.2017

Drei Fragen an ...

... Volker König und Ulrich Lota

Volker König, Leitender Dezernent Politik und Kommunikation der Evangelischen Kirche im Rheinland

Ulrich Lota, Pressesprecher Bistum Essen

Die evangelische und katholische Kirche in NRW stiften erneut den Medienethischen Sonderpreis beim LfM-Hörfunkpreis. Warum das Engagement beim LfM-Hörfunkpreis?

Neben den vorhandenen Kategorien beim LfM-Hörfunkpreis wollen die Kirchen mit ihrem Sonderpreis einen besonderen Akzent setzen. Wir richten den Fokus auf Beiträge im lokalen Hörfunk, die soziale, caritative, religiöse oder wertevermittelnde Themen aufgreifen. Viele Beiträge im lokalen Hörfunk dienen nicht nur der Information, sondern thematisieren Grundwerte des gesellschaftlichen Zusammenlebens oder orientieren sich am christlichen Menschenbild: Ob es zum Beispiel um das Thema „Flüchtlinge“ geht, den Stellenwert von Feiertagen in einer zunehmend pluralen und säkularen Gesellschaft oder alle Fragen zum Anfang und Ende des menschlichen Lebens. Viele dieser Beiträge sind beeindruckend – und verdienen einen Preis. So wie zum Beispiel im vergangenen Jahr das Radioprojekt „Refugee FM“ von Radio Wuppertal, ein bundesweit einzigartiges Magazin, das Radio mit und für Flüchtlinge macht.

Welche Programmleistungen / Berichterstattungen im Lokalfunk sind Ihnen in besonderer Weise in Erinnerung geblieben?

In Erinnerung bleibt zweifellos die umfassende Berichterstattung über den Umgang mit Flüchtlingen in den NRW-Kommunen. Insoweit hat der lokale Rundfunk nicht nur immer wieder die Herausforderungen durch die Zuwanderung von Menschen aus den Krisenregionen dieser Welt thematisiert, sondern die Sorgen und auch Ängste einzelner Bürgerinnen und Bürger aufgegriffen. Viel wurde auch über das große ehrenamtliche Engagement für Flüchtlinge berichtet. Das hat vor Ort sehr oft dazu beigetragen, bei vielen Bürgerinnen und Bürgern Vorurteile abzubauen. Das war Lokalfunk im besten Sinne des Wortes.

Welchen Beitrag kann das private Lokalfunkprogramm in NRW leisten?

„All business is local“, heißt es im Lokaljournalismus. Gerade weil es die Berichterstattung vor Ort angesichts der schwierigen Lage vieler regionaler Tageszeitungen nicht leicht hat, trägt der Lokalfunk in NRW ganz wesentlich zur publizistischen Vielfalt vor Ort bei. Das ist seine ganz besondere Stärke: Der Lokalfunk ist nah dran an den Themen. Er ist damit eine wichtige Informationsquelle, gibt Orientierung und trägt zur Unterhaltung bei. Für viele ist er deshalb ein unverzichtbarer Begleiter durch den Tag.   

Für die Zukunft des Lokalradios in NRW … (bitte vervollständigen Sie)

... wünschen wir uns, dass es den Lokalsendern wirtschaftlich und technisch möglich ist, weiterhin qualitativ gutes Programm zu senden – und so einen Beitrag zur Medienvielfalt vor Ort leisten.