Dr. Jürgen Brautmeier

Statement zur Medienversammlung 2016

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Transkription

[Frage] Warum gibt es die Medienversammlung?

[Antwort Dr. Jürgen Brautmeier] Die LfM hat den gesetzlichen Auftrag, einmal im Jahr Fachthemen mit einer Fachöffentlichkeit und dem breiten Publikum zu diskutieren, um Bewusstsein zu schaffen für Probleme, für Handlungsempfehlungen, Hilfestellungen zu geben etc.

[F] Wie kann die Meinungsbildung im Netz vor Hate Speech geschützt werden?

[A] Also, man muss eins sagen. Das, was da im Netz passiert, hat viel damit zu tun, dass dort das Gefühl herrscht, das bleibt ohne Konsequenzen. Und darauf muss man hinweisen. Das kann Konsequenzen haben. Erstens strafrechtlich, wenn es über Grenzen hinweg geht. Und zweitens aber auch – und das muss man sich immer vor Augen führen – für die, die man beleidigt, die man angreift, sind das oft massive, schwere eingreifende und zum Teil traumatisierende Erlebnisse. Also diese Verantwortung zu übernehmen, jemanden so zu schädigen, zu verletzen, das muss man sich sehr, sehr gut überlegen. Das darf nicht sein. Da sollte sich jeder selber sagen, dass, was ich jemandem anderen antue, will ich das, dass mir das auch angetan wird? Und wenn da die Antwort nein ist, dann sollte man es tunlichst unterlassen.

[F] Ist das für die LfM auch in Zukunft ein großes Thema?

[A] Ja, also der Umgang miteinander, die Privatheit im Netz, ist ein großes Thema für uns, für die LfM, für die Aufsicht, denn da geht es um die Medienaufsicht, die Telemedienaufsicht und für den Jungendschutz natürlich auch.

Denn das, was da passiert – Cyber-Crime, Cyber-Mobbing, etc. – das hat sehr oft etwas mit Menschenwürde und Jugendschutz zu tun, Verletzung der Menschenwürde, und ist deswegen von uns auch zu beanstanden bzw. wir müssen dagegen vorgehen.