Sabine Kelm-Schmidt

Statement zur Medienversammlung 2016

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Transkription

[Frage] Welche Erfahrungen haben Sie mit Hate Speech gemacht?

[Antwort Sabine Kelm-Schmidt] Aus meiner politischen Erfahrung im Umgang mit Netzkommentaren ist es, glaube ich schon so, dass es immer sehr persönlich ist und dass es auch sehr schnell sehr persönlich wird. Um sich auch nicht mit Inhalten und politischen Inhalten im Detail auseinanderzusetzen. Oft ist das auch zu komplex. Da ist es einfacher als Diskutierender, als vermeintlicher Diskutierender, Kommentare dann auf der persönlichen Ebene abzugeben. Ich glaube, dass das schon eine sehr negative Entwicklung ist. Da ist aber auch Politik gefragt, immer weiter aufzuklären und Themen runterzubrechen und verständlicher zu machen und dadurch dann auch mehr Transparenz für die Inhalte zu kriegen.

[F] Wen sehen Sie in der Verantwortung etwas gegen Hate Speech zu tun?

[A] Also, ich halte das wirklich für eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Ich finde das ganz wichtig, dass da wirklich in einem großen Netzwerk miteinander gearbeitet wird. Auch um zu sensibilisieren, wie weit auch das Internet ist und die Größenordnung klarzumachen und die Dimension klarzumachen. Und auch sehr früh anzufangen, mit einem respektvollen Umgang zu lernen, wie ich die Medien nutze. Aber natürlich auch zu regulieren und zu Anstand anzuhalten. Da muss natürlich auch Gesetzgebung und da muss natürlich auch Politik mit rein. Aber ich glaube, es ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Das fängt auch im Elternhaus an. Höflicher und anständiger Umgang muss auch zu Hause gelernt werden und muss natürlich auch in den Bildungseinrichtungen gelernt werden und gelehrt werden. Und das halte ich gerade in dieser Globalisierung für unglaublich notwendig.