Prof. Dr. Werner Schwaderlapp

Statement zur Medienversammlung 2016

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Transkription

[Frage] Wozu gibt es die Medienversammlung und welche Themen werden in diesem Jahr behandelt?

[Antwort Prof. Dr. Schwaderlapp] Die jährliche Medienversammlung dient dazu, weite gesellschaftliche Kreise sowohl zu informieren als auch über Themen der LfM mit der Medienkommission ins Gespräch zu kommen. Die Gesellschaft ist ja durch 41 entsandte Mitglieder der Medienkommission in der LfM vertreten, und wir erweitern diese Diskussion jährlich durch die Medienkommission auf einen größeren Kreis.

In diesem Jahr haben wir uns das Thema 'Digitale Ethik' vorgenommen. Das hat zwei Gesichtspunkte: einmal die digitale Ethik des Menschen und einmal die digitale Ethik der Maschine. Bei der des Menschen sind alle die gemeint, die jetzt ihre eigenen Meinungen und Informationen ins Netz stellen können. Wobei wir da leider auch nicht so schöne Erscheinungsformen haben – wie Hate Speech. Damit hat sich die Medienkommission der LfM in einer Resolution beschäftigt. Damit beschäftigen wir uns heute in der Medienversammlung mit Betroffenen, die selber diese Prozesse erleben und auch zu organisieren haben.

Die andere Frage der digitalen Medienethik betrifft die Maschine. Also die Algorithmen, die ja nötig sind, um uns den großen Ozean des Internets zu erschließen. Ohne dass uns einer dabei hilft, sind wir ja blind für das alles. Und dann ist die Frage, wie gehen diese Algorithmen vor? Gehen sie fair vor? Müssen wir uns Sorgen machen um die Meinungsvielfalt oder müssen wir uns sie nicht machen?

[F] Welche Aufgaben ergeben sich daraus für die LfM?

[A] Wir wissen nicht, ob die Google-Suche eine größere Bedeutung für die Meinungsbildung in Deutschland hat als die Tagessschau. Die Google-Suche ist allerdings das überwiegend genutzte Suchinstrument, und deswegen denken wir, dass sie für die Erschließung all dessen, was im Internet passiert, jedenfalls eine ganz wichtige Rolle spielt.

Deswegen möchten wir uns damit beschäftigen, ob die Google-Suche ihren eigenen ökonomischen Mechanismen folgt, also Relevanz für die Nutzer bereitstellt, um mit Werbeanzeigen Geld zu verdienen und insofern unparteiisch ist, was die Inhalte angeht. Oder wie wir herausfinden könnten, ob sie möglicherweise doch parteiisch ist. Das will ich Google nicht unterstellen, aber einfach gar nichts darüber nachprüfen zu können, ist eine unbefriedigende Situation.